Sonntag, 15. Juni 2014

Sport ist Mord

Seit Jahren betreibe ich immer irgendeinen Sport regelmäßig. Denn Abnehmen und das Gewicht halten ist ohne Sport kaum machbar. Keine Sorge, ich verliere mich nun nicht in Detailwissen über Muskelaufbau, Erhöhung des Grundumsatzes, blablabla. So ein Wissen ist nämlich eigentlich gar nicht nötig. Abnehmen nur durch Sport ist auch nicht möglich - sonst wäre meine Motivation wohl viel größer. Um die Zahl auf der Waage also in die Knie zu zwingen, raffe ich mich jeden zweiten Tag dazu auf, irgendetwas zu tun. Mindestens eine Stunde lang. Darunter gibt es kein spürbares Ergebnis.

Dabei ist Sport aber nicht gleich Sport. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einige Sportarten mehr Effekt erzielen als andere. Kann natürlich auch sein, dass ich manches einfach falsch gemacht habe und der Erfolg deshalb ausblieb. Wie dem auch sei, für mich ist die Bewegung der Beine die effektivste Methode - große Muskelgruppen beanspruchen, die Oberschenkel.

Ich habe einiges ausprobiert. Denn Sport ist für mich genauso spannend wie Hausarbeit... nämlich gar nicht. Man tut eben, was man tun muss. An der Uni bin ich in einen Bauch-Beine-Po-Kurs gegangen, zum Volleyball, Fitnessstudio, Zumba, Fitnessstudio, Rad gefahren, geschwommen, stramm spazieren gegangen und genordicgewalked. Die beiden letzteren bringen mir das meiste. Ach halt, auch Joggen habe ich versucht. Mit einem Plan, um die Laufzeit schrittweise zu erhöhen. Was soll ich sagen. Ich kann es einfach nicht. Während ich gar endlos marschieren oder schwimmen kann, sehe ich nach fünf Minuten Jogging aus, als hätte ich bereits einen Marathon hinter mir.

Beim Volleyball wurde mir die Nase gebrochen (Dein Glück, dass ich deinen Namen vergessen habe! Du schuldest mir immer noch einen Kaffee!), beim Zumba bin ich als Bewegungslegastheniker zu doof für die Schrittfolgen und Bauch-Beine-Po ist eine einzige Schinderei, ohne bei zwei Kursen pro Woche auch irgendetwas bewirkt zu haben. Und wenn ich etwas mache, mache ich es richtig. Nichts da von selbst bescheißen oder so. Im Fitnessstudio fühle ich mich unwohl. Irgendwie ist das dort eine einzige Fleischbeschau, mir graust vor den Geräten, die nach Verwendung nicht sauber gemacht werden, vor dem Gestank, den diese Möchtegern-Bodybuilder verbreiten und den abschätzigen Blicken, dass man wohl kaum effektiv trainiert, wenn man so aussieht, wie man eben aussieht. (Apropos... ich hätte ein Buch "Trainieren im Fitnessstudio" zu veräußern, wenn jemand daran Interesse hätte...)
Zumba würde mir gefallen, schon allein wegen der Musik. Ich könnte mich dabei aber genauso in eine Ecke setzen, einen Schirmchen-Cocktail schlürfen und mit den Füßen wippen. Verbrennt nur leider nicht so viele Kalorien, wie im Getränk stecken.

Warum versuche ich dennoch immer etwas anderes, anstatt gleich beim Walking zu bleiben? Weil ich naiv bin. Weil mich Artikel, Diätbücher und Frauenzeitschriften dazu verleiten, zu glauben, dass es doch diesen einen Sport gibt, der nie langweilig wird und nach dem sich dann dieser drogenähnliche Glückszustand einstellt, der einen weiter machen lässt. Dass man den Sport braucht, um sich als vollständiger Mensch zu fühlen, dass einem ohne Sport etwas fehlen würde. Tja, was soll ich sagen. Die Gehirnregion, die nach dem Sport diese Endorphine ausschüttet, scheint bei mir wohl kaputt zu sein. Ich bin nach dem Sport kaputt. Fix und fertig. Tot. Zu nichts mehr zu gebrauchen. Immer. Dieses ominöse Glücksgefühl macht um mich einen Bogen, der bis nach Afrika reicht. Der einzige Grund, warum ich mich von meiner Couch wegbewege, ist der, dass ich das schlechte Gewissen vermeiden will, wenn ich auf die Couch aufpasse und ihr Gesellschaft leiste. Blödes Gewissen...

Bildnachweis: FreeImages.com / Gyros

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