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Es werden Posts vom August, 2014 angezeigt.

Das Gewohnheitstier

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Das Gewohnheitstier trägt dunkelbraunes, zotteliges Fell, ist von rundlicher Gestalt, hat eine dunkelrote Nase und die großen Glubschaugen mit müdem Blick werden von den Lidern stets halb verdeckt. Das Gewohnheitstier ist ein sehr ruhiger Zeitgenosse und bewegt sich wenig bis gar nicht. Das Gewohnheitstier hat es am liebsten so, wie es schon (gefühlt) immer war. Kleinste Veränderungen bewirken eine große Unruhe bis hin zur leichten Aggressivität. Dem kann nur durch die Rückkehr zum Ausgangspunkt oder einer langwierigen und schwierigen Konditionierung entgegengewirkt werden.

Ich besitze ein besonders ausgeprägtes Exemplar des Gewohnheitstiers. Es ist sehr anhänglich und lässt mich keine Minute allein. Deshalb hat es mich wohl letztens auch zum Einkaufen begleitet und mich fast in den Wahnsinn getrieben. Schon auf dem Parkplatz meiner Stamm-Netto-Filiale wurde es ungemütlich. Es entdeckte die auf dem Parkplatz stehenden Regale und wurde sogleich unruhig. Tatsächlich musste ich ihm mit …

Bedienungsanleitung Modell "Zwergnase"

Achtung: Die nachfolgende Bedienungsanleitung gilt ausschließlich für das Modell "Zwergnase". Es sind erhebliche Abweichungen zu den Modellen "Prinz", "Prinzessin", "Krümel", "Maus" etc. möglich!
Die Sleep-Funktion endet etwa um 06.00 Uhr morgens. Abweichungen im Rahmen von 30 Minuten sind möglich und bedürfen keiner Überprüfung. Die morgendliche Inbetriebnahme erfordert einen Input von 120ml Flaschennahrung und eine frische Windel. Während des Verarbeitungsprozesses ruht Zwergnase eine weitere Stunde in der elterlichen Ladestation.
Anschließend ist Zwergnase voll funktionsfähig und bedarf eines umfangreichen Beschäftigungsprogramms. Es empfiehlt sich eine Dauerinstallation der Krabbeldecke im Wohnzimmer. Diverses Spielzeug (siehe Zubehör) ebenfalls bereithalten. Zwergnase läuft maximal 60 Minuten mit Autopilot. Durch ein akustisches Signalwird auf den absinkenden Füllstand hingewiesen. Zum Auffüllen Saftschorle oder Wasser bereithalt…

Der Blumenstrauß

Anke sah aus dem Fenster. Die Aussicht war nicht berauschend. Neben der Autobahn reihte sich ein Acker an den nächsten. Die Ernte war schon vorüber, zurück blieb die bloße Erde, die eigentlich nur noch auf den Winter wartete. Kalt und leer und ohne Leben. Ihr Mann Christoph saß am Steuer und schien von der ganzen Atmosphäre und vor allen Dingen von ihrer Stimmung nichts mitzukriegen. Es war ja auch eigentlich erst Oktober. Die Bäume zeigten ihr ganzes prächtiges Farbenspiel, als feierten sie die letzte große Party vor ihrem Winterschlaf. Christoph war tatsächlich in Partystimmung. Was sie danach erwartete, interessierte ihn nicht. "...und am Samstag die Party noch von Stefan! Das wird ein Spaß, sag ich dir. Wir können zu Fuß gehen und beide so richtig feiern! Das tut uns bestimmt gut. Deine Mutter nimmt doch Daniel, oder?" - "Was? Oh... ja, sicher kann Daniel dort übernachten." Anke stierte weiter aus dem Fenster und zog die Augenbrauen zusammen. Ihr war schlecht.…

Auf dem Wochenmarkt

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Mama weckt mich mitten in der Nacht. Es muss mitten in der Nacht sein, denn es ist stockdunkel. Sie zieht mich flott an und drückt mir eine Flasche Erdbeerkaba in die Hand, bevor sie mich ins Auto packt. Die Fahrt dauert nicht lange, dann sind wir bei meinen Großeltern im Hof. Während die Welt rundherum noch schläft, herrscht hier bereits reges Treiben. Die Tore der Halle sind alle offen und hell beleuchtet. Einer der für mich riesigen Lastwagen mit orangem Führerhaus fährt bedrohlich brummend gerade heraus. Der Auflieger ist weiß mit orangen Streifen und oranger Schrift. Was drauf steht, weiß ich nicht, denn ich kann noch nicht lesen. Ach ja! Mama nimmt mich heute mit auf den Obst- und Gemüsemarkt meiner Großeltern, wo sie verkaufen hilft. Am meisten freue ich mich auf die Fahrt im Lastwagen. Die Welt sieht in der erhöhten Fahrkabine sehr viel spannender aus als aus dem Auto. Alle Müdigkeit ist wie weggeblasen. Mama und Oma gehen die Preise der viel gekauften Artikel durch. Soviele …