Sonntag, 26. Juli 2015

Schrei vor Glück! Echt jetzt?

Wie Frauen beim Anblick von Highheels mit 10-Zentimeter-Mörderabsätzen vor Entzückung in orgasmusgleiche Extase geraten können, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.

Mein Verhältnis zu Schuhen ist stark belastet. Ich mache keinen Hehl aus meinen Vorurteilen. Desto höher der Absatz, umso größer die Schmerzen. Blasen, Druckstellen, Blut. Ja, erst jüngst musste ich wegen nicht richtig passenden Schuhen wieder Blut lassen. Denn das ist es, was mir gesagt wird: Die Schuhe würden mir halt nicht richtig passen. Ich muss eine sehr außergewöhnliche Fußform haben, denn ob günstig oder teuer - kein Schuh will richtig passen. Dabei hab ich gar keine Stiefschwester, die von einem Prinzen gesucht wird...

Schon Schuhe mit wenig Absatz verursachen mir Blasen und Schmerzrn, die mich wochenlang beglücken. Da könnte ich vor Glück glatt schreien.

Zu festlichen Anlässen aber kommt man an den Hacken leider nicht vorbei. Ich zwänge meine Plattfüße mangels passender Schuhe in nicht passende.
Hausmittelchen helfen eigentlich nur wenig. Eigentlich gar nicht. Naja, gut, den Hirschtalg müsste man halt auch regelmäßig verwenden. Aber Gelpolster sind ja nun wirklich rausgeworfenes Geld! Und das Gehen üben? Ja, der Zug ist schon längst abgefahren.

Ich gebe es zu, ich bin neidisch auf die, die in solchen Schuhen stöckeln können, ohne dass man ihnen die Qualen vom Gesicht ablesen kann. Ich würde mir gerne zu jedem Outfit das passende Paar Schuhe zulegen, aber inzwischen siegt die Vernunft. Schuhe werden auf ein Minimum reduziert. Ich trage ohnehin immer dieselben. Außer Sneaker, von denen kann ich nie genug haben. Stiefel mag ich eigentlich auch ganz gern, sind halt nicht sommertauglich. Und Sommersandalen! Und Stiefeletten finde ich eigentlich auch ganz toll...

Bildnachweis: FreeImages.com / Alilat

Dienstag, 21. Juli 2015

Ich wär' so gerne Fotograf

Ich habe einfach kein Händchen dafür. Was auch der Grund ist, warum es hier nur selbst gebastelte Grafiken und keine Fotos gibt. Ich kann einfach nicht fotografieren. Das richtige Licht, der richtige Winkel - eigentlich scheitere ich schon an der Auswahl des Motivs. Ich habe keinen Blick dafür. Mehr schlecht als recht versuche ich mich neuerdings bei Instagram und ich favorisiere eindeutig die Schwarzweiß-Filter, aber so wirklich zufrieden bin ich nicht.

(c) Andi Droid, http://bit.ly/1IbTLCc
Eine Muse will mich auch nicht küssen und Lust habe ich eigentlich auch kaum, mich hier und da wieder einzulesen und dies und das zu probieren. Schuster! Bleib bei deinen Leisten! Aus mir wird einfach kein Fotograf mehr werden.

Ich rede mich gerne heraus, dass ich ja keine soooo tolle Kamera hätte. (Apropos: Mit welcher Kamera fotografiert man eigentlich die eigene Kamera ;) ) Allerdings bin ich jüngst auf Andi Droid bei Google+ gestoßen, der seine Bilder mit der Kamera seines Tablets oder mit einer "Billig-Kamera" macht - es liegt also nicht an der Technik, wenn man nicht in Schuss kommt, sondern am eigenen Unvermögen. Denn Andi macht tolle Bilder - auch ohne Profi-Ausstattung.

Dieses Bild von ihm zum Beispiel spricht mich irgendwie an und fasziniert mich. Vielleicht mag der ein oder andere Fotograf hier und da einen Fehler finden, aber darum geht es ja gar nicht. Man muss die Motive ja auch sehen und selbst wenn man sie sieht, muss man sich auch noch passend einfangen können. Richtiges Fotografieren ist eine Wissenschaft für sich - aber leider nicht meine. Ich erfreue mich weiter an den Bildern anderer und kann nur sagen: Chapeau!

Sonntag, 19. Juli 2015

Eine griechische Tragödie


Freitag

Gähnende Leere. Der Raum scheint schon vor Wochen oder gar Monaten überstürzt verlassen worden zu sein. Vielleicht Katastrophenalarm? Vielleicht Auslöschung der Menschheit?
Egal, was es war, es muss furchtbar gewesen sein. Rückkehr ausgeschlossen. Keine Notwendigkeit mehr, Ordnung zu schaffen. Die Milch blickt sehnsüchtig gen Kühlschrank. Die rettende Kühle wäre so nah, aber die Milch steckt bis zum Hals am Aufschäumer des Kaffeevollautomaten. Leise und unbemerkt resigniert sie. Man könnte auch sagen, sie stockt. Der Vollautomat hat längst aufgehört seine Kaffeetränen zu weinen. Diese waren zahlreich. Inzwischen sind sie vertrocknet. Nur noch hässliche braune Flecken erinnern an sie. In Spüle und Spüler sind Kaffeetassen und Löffel gefangen. Irgendwer hat ihnen nur noch zugerufen: "Vergammeln sollt ihr in alle Ewigkeit!" So muss die Endzeit, das Ende der Menschheit aussehen.

Montag

Für die Milch kommt jede Hilfe zu spät. Sie wird im Abfluss beerdigt. Macht aber nix, ein neues Opfer ist schnell gefunden. Die Kaffeetassen und Löffel hoffen auf ihre Erlösung, doch sie werden im Fegefeuer gehalten. Nichts passiert. Außer, dass sie immer mehr werden. Der Vollautomat ächzt, stöhnt und pfeift unter der Last neuer Bohnen, die aufgerieben werden wollen. Keiner stört sich am einsetzenden Verwesungsgeruch der bereits zermahlten. Keiner hat einen Blick für ihr Schicksal. Keiner schaut hin.

Aber irgendwann kann die Gemeinschaft der Kaffeegötter die Vorgänge nicht mehr ignorieren. Sie erhebt sich. Stimmen werden laut. Sie fordern ein energisches Eingreifen. Eine Regelung für alle Zeit - ja, für alle Ewigkeit!
Es wird der allmächtige Rat einberufen. Die Voraussetzungen scheinen gut, haben sie doch alle dasselbe Ziel. Doch schnell bricht ein Tumult unter den Kaffeegöttern aus. Sie schreien, den einen treibt es die Zornesröte ins Gesicht, die anderen blicken flehend in den Himmel, können das Ausmaß des Unglücks nicht fassen. Ja, die Demokratie muss als gescheitert angesehen werden. Keiner fühlt sich verpflichtet, sich der Geschicke von Automat  Tasse, Löffel und Milch anzunehmen. Keiner will noch weiter Geld und Zeit investieren. Allgemeine Resignation. Das bringt doch alles nichts! Eine griechische Tragödie.

Und so werden weiter Unmengen von Milch vergammeln, Tassen und Löffeln im Geschirrspüler verrotten und Kaffeevollautomaten mit einem Wert im drei- bis vierstelligen Bereich verkalken, verdrecken und verwesen, weil es erwachsene Menschen nicht schaffen, die Kaffeeküche zu organisieren. Wenn es um Kaffee geht, werden sie zu Tieren, folgen der Darwin'schen Theorie des Rechts der Stärkeren und es ist anscheinend eindeutig ein Zeichen von Schwäche, die Spülmaschine auszuräumen, die Milch in den Kühlschrank zu stellen und den Vollautomaten zu reinigen. 
Ja, so geht's zu in den Kaffeeküchen.

Bildnachweis: FreeImages.com / se hui (shirley) kim

Sonntag, 12. Juli 2015

Die Busfahrt



Als Mara in den dampfigen Bus steigt, beschlägt ihre Brille. Ihr Regenschirm schlägt gegen jede Sitzreihe. Erleichtert lässt Mara sich weit hinten in einen Sitz sinken und versucht ihren roten Kopf zu verstecken. Zum Glück hat man sie in Ruhe gelassen. Keiner hat ihr ein Bein gestellt. Keiner hat sie ausgelacht. Keiner hat Mara zum Gespött gemacht. Das ist nicht immer so. Denn als pummelige 13-Jährige mit beschlagener Brille hat man es einfach nicht leicht. Mara entspannt sich und beobachtet die anderen Jugendlichen im Bus. Wieso sind die alle soviel cooler als sie selbst? Ihr Blick bleibt an einem Typen schräg gegenüber hängen. Lässig liegt er in der Sitzbank, hat ein Bein aufgestellt und blickt Kaugummi kauend aus dem Fenster. Sein Basecap hat er tief ins Gesicht gezogen. Seine Kleidung entspricht der neuesten Mode und stammt sicher aus dem derzeitigen In-Shop in der Innenstadt - zu teuer für Mara und ihre Eltern. Mara ertappt sich dabei, wie sie ihn anhimmelt. Wobei doch gerade er der Typ Schüler ist, der sie normalerweise fertig macht. Alles in ihrem Inneren schreit, möglich viel Distanz zu ihm einzuhalten. Für Mara und ihr Selbstbewusstsein kann dieser Typ mit seiner Coolness nur gefährlich werden. Als hätte er ihre Gedanken gelesen, dreht er den Kopf in ihre Richtung. Er blickt ihr genau in die Augen. Schnell senkt sie den Blick und dreht ihrerseits den Kopf zum Fenster. "Nur keine Angriffsfläche bieten", betet sie im Stillen vor sich hin. Entsetzt stellt sie fest, wie ihr die Röte wieder in die Wangen schießt - der gesellschaftliche Tod einer 13-Jährigen.

Doch als sie unauffällig in seine Richtung blinzelt, kann sie aufatmen. Er sich wieder dem Fenster zugewandt und sie vergessen. Hofft sie zumindest. Oder eigentlich hofft sie genau das nicht. Mara wünscht sich, dass genau er ihr Traumprinz wäre, der sie beschützt. Genau wie in dem Liebesroman, den sie gerade liest. Nur mit Mühe unterdrückt sie ein verträumtes Seufzen. Wenn es doch nur so leicht wie in den Büchern wäre!

Der Bus biegt in die Straße zur Schule ein. Den Regen betrachtend bereitet sich Mara auf die harte Realität vor. Ihr Plan ist derselbe wie immer. Den Bus so schnell wie möglich verlassen und so schnell wie möglich ins Schulgebäude hinein, um den älteren Schülern auszuweichen. Am wichtigsten: Nur nicht stolpern! Die Türen öffnen sich und Mara muss sich zwingen, nicht blind los zu rennen. Wie das aussähe! Mara schwitzt. Sie will um keinen Preis auffallen. Nach ein paar Schritten hört sie jemand rufen. "Halt! Mädchen! Bleib stehen!" Obwohl sie die Stimme nicht kennt, weiß sie, dass nur sie gemeint sein kann. Gemeint sein MUSS. Die Stimme gehört ihm. Ganz sicher. Er wird sie fertig machen, weil sie es gewagt hat, ihn anzuschauen. Was musste sie aber auch so glotzen. Hatte sie in all den Jahren nichts dazu gelernt? Wie wird er sie bestrafen? Ihre Brille zertreten? Sie schubsen? Vielleicht verspottet er sie nur. Das macht ihr nichts mehr aus. Mara hadert, wie sie reagieren soll. Weiterlaufen? Flüchten? Stehen bleiben? Die Entscheidung wird ihr abgenommen. Sie wird fest, jedoch nicht grob, am Arm gepackt. Sie dreht sich um und versinkt in dunkelgrünen Augen. "Was rennst du denn so, Mann! Hörst du denn schlecht? Du hast deinen Schirm vergessen!"

Er drückt Mara den Schirm in die Hand und lässt sie im Regen stehen. Ihr geflüstertes Danke hat er nicht mehr gehört.

Bildnachweis: FreeImages.com / Chris Hutchinson

Dienstag, 7. Juli 2015

Familienblogs oder: Die dunklen Geheimnisse der Bree Van de Kamp

Ich lese ja gerne auch Familienblogs, seit wir unsere Zwergnase haben. Besonders schön finde ich inzwischen die Aktion Wochenende in Bildern. Vor allem haben die Mamis das Fotografieren ihrer Kinder sehr gut gelöst. Entweder von hinten oder ohne Kopf. So eben, dass die Kleinen unkenntlich bleiben.

Wenn sich doch nur alle Welt daran halten würde! Aber das ist ein anderes Thema.

Ich schaue sie also gerne durch, diese Bilder von adretten Vorgärten, sauberen Kindern, die ganz artig an einem sauberen Tisch spielen. Überhaupt ist es überall so aufgeräumt. Die Fenster sind sauber, die Balkontüren auch, der Boden sowieso und die Vorhänge sind frisch gewaschen. Mit diesen Bildern könnte man glatt Werbung für Putzmittel, Waschmittel und Pampers machen! Alles in einem! Gehört doch eh alles derselben Firma, oder?

Bevor hier aber ein paar Mamis mit Burnout vom Stuhl fallen, muss ich das Bild etwas korrigieren. Unser Wohnzimmertisch ist prinzipiell verklebt mit Resten von Brezenspucke oder Salzstangenspucke oder irgendeiner anderen Spucke. Das letzte mal hatte ich durch die Scheibe unserer Balkontür klare Sicht, das war... ja, wann war das überhaupt? Etliche Schubladen dürfen unter keinen Umständen geöffnet werden, denn in ihnen herrscht das Zwergnas'sche Chaos. Wenn Zwergnase spielt, braucht es bereits nach fünf Minuten ein professionelles Aufräumkommando. Falls man das Kind mal sucht, braucht man nur der eingetrockneten Spur aus Sabber folgen.. Durchwischen und Saugen ist zu einer Sisyphusarbeit geworden, vor allem als Zwergnase sein Gefallen am Staubsauger gefunden hat. Er weiß ganz genau, dass man nur ein paar Salzstangen zerbröseln braucht, damit der grüne Drache zum Einsatz kommt. Der Wohnzimmerteppich ist nicht mehr zu retten, er wird demnächst einfach ersetzt werden. Gleiches gilt für anderes Mobiliar.

Am saubersten ist es abends, wenn Zwergnase im Bett ist. Da kann man aber leider keine Fotos mit Kind schießen... Wann also machen diese Mamis diese Fotos? Ich kann es euch sagen! Unter Androhung von harten Strafen müssen die Kinder posen und dürfen sich nicht rühren. Nur so kann es sein! (Vorsicht, Spaß!)

Ich kann es den Mamis jedoch nicht übelnehmen. Ich würde meinen Saustall ja auch nicht posten. Oder seht ihr hier Beweisfotos? Aber nicht vergessen: Ein Foto ist eben auch nur ein kleiner Ausschnitt des Lebens...

Bildnachweis: FreeImages.com /JarHead Design inc

Sonntag, 5. Juli 2015

Der Mieter muss weg!

Das kann doch echt nicht sein! Ungefragt stellen diese dreisten Mieter einfach ein Trampolin auf. Mitten in die Gegend, sodass die ganze Aussicht dahin ist. Wer darf das Ungetüm dann wegpacken? Natürlich. Der Vermieter. Denn der ist der Depp vom Dienst. Zu sagen hat er nichts, aber den Deppen kann er spielen. Eine Sauerei hoch drei ist das! Eine Unverschämtheit.

Mir geht das dermaßen gegen den Strich, dass ich das nicht auf mir sitzen lassen kann. Spätestens alle zwei Stunden werde ich aktiv und beseitige dieses lästige Netz. Wobei die ganze Sache ja schon etwas dubios ist. Nie sieht man jemand bei dem Teil, wirklich nie, doch wie von Geisterhand kommt es wieder. Aber natürlich nicht, wenn ich mich auf die Lauer lege. Keine Chance, da jemand zu erwischen. Da verkriechen sie sich in ihren Löchern und tun so, als wäre niemand zu Hause. Und ich? Ich ärgere mich! Von früh bis spät! Ja, ich weiß, damit tu' ich diesen Spinnen noch einen Gefallen. Aber nachts, da schlafe ich ruhig. Da lasse ich mich nicht ärgern. Da seh' ich ja auch nix. Da können die meinetwegen soviel Netze aufhängen, wie sie wollen. Das tun sie ja sowieso!

Aber letztens, da war Schluss mit lustig. Fristlose Kündigung! Bei der Räumung habe ich direkt geholfen. Auf der Stelle! Dieses Pack muss weg. Machen doch nur Arbeit! Gerade, als diese miese, kleine, pedantische Spinnerin aus ihrem Loch gekrochen kam, habe ich sie abgepasst und wie ein widerliches Insekt zerquetscht. Du kannst ja schließlich nicht einfach die Wohnung verwüsten, du musst schon warten, bis dieses Vieh von selbst hervor kriecht. Eine wahre Freude war das. So gut gelaunt bin ich schon lange nicht mehr zur Arbeit gefahren. Endlich freie Sicht im Seitenspiegel! Wie lange habe ich darauf gewartet!

Demnächst werde ich den Spinnen vom Küchenfenster kündigen. Vergasen werde ich die, jawohl! Ich habe es ja gut gemeint, das Netz immer wieder beseitigt, um ihnen im Guten zu zeigen, dass sie hier nicht willkommen sind. Dass sie sich doch besser woanders einquartieren. Aber nein, wer nicht hören will, muss fühlen. Rücke ich eben mit Insektenspray an, denn selbst das aggressivste Putzmittel hält sie nicht vom Netzbau ab. Vielleicht sollte ich es auch erst mit Einschüchterung probieren. Ich werde ihnen erzählen, was mit der Mieterin in meinem Seitenspiegel passiert ist. Dann gebe ich ihnen fünf Minuten zur Flucht und dann...

Bildnachweis: FreeImages.com / Mirek Komárek

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