Sonntag, 2. August 2015

Die Vorzüge des Kollektiveigentums


Alles gehört allen. So könnte man Kollektiveigentum wohl am knappesten beschreiben. In der Theorie eine feine Sache, die Geschichte hat aber bisher leider gezeigt, dass es mit der Praxis nicht so klappen will. Dabei müsste man doch nicht immer gleich in die Vollen gehen. Es müssen ja nicht ganze Betriebe als Gemeinschaftseigentum angesehen werden. Nein, situationsbezogen würde doch reichen. Daher schlage ich die Erprobung im Kinderplanschbecken vor!

Es sieht doch folgendermaßen aus: Mami schleppt haufenweise Spielzeug mit ins Schwimmbad. Eimerchen, Gießkanne, Wassermühle, Wasserspritze, Softball, Wasserball, Luftmatratze, Schwimmreifen, Plastikboot, etc. Mami zwei schleppt mit: Eimerchen, Gießkanne, Wassermühle, Wasserspritze, Softball, Wasserball, Luftmatratze, Schwimmreifen, Plastikboot, etc. Mami drei... ach, lassen wir das. Fakt ist, dass alle das gleiche Spielzeug mitnehmen. Im Kinderbereich findet es sich in höchstens drei verschiedenen Farben und alle haben sie das billige Zeug vom Ein-Euro-Shop dabei.

Die Kinder sind in der Regel schlauer als die Mütter. Die nehmen sich, was gerade frei ist. Gleich, ob es ihnen gehört, oder nicht. Es spielt ja auch keine Rolle. Im Wasser geht ohnehin nicht leicht etwas kaputt. Außerdem möchte ich mal in so ein Kleinkind-Hirn schauen, wenn die Mutter dem Kind einen gelben Eimer wegnimmt, schimpft, dass der Eimer ja nicht ihm gehöre, sondern es diesen Eimer nehmen solle, der wiederum gelb ist. Mutter nimmt Kind den gelben Eimer, drückt ihm den anderen gelben Eimer in die Hand. Kind merkt, dass ihm gerade etwas genommen wurde und will natürlich und partout den anderen gelben Eimer - und zum Schluss weiß keiner mehr, welcher Eimer nun welcher ist, aber die Mutter ist gestresst und das Kind plärrt. Super. Wegen eines kleinen, gelben Eimerchens, das es im Set mit anderem Spielzeug für 2,99 Euro gibt.

Am besten wäre es doch, eine große Box aufzustellen, jeder bringt am Anfang der Saison ein billiges Spielzeugset mit und wirft es hinein. Alle dürfen mit allem spielen, keiner muss mit Argusaugen überwachen, dass ja kein fremdes Patschehändchen Hand an die eigene hoch heilige Gießkanne legt. Mami braucht nicht soviel schleppen und die Kinder sind glücklich. Das wäre doch was!

Bildnachweis: FreeImages.com / Peter Ong

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...