Dienstag, 29. September 2015

Waagemutig

Bild: FreeImages.com / peter_w
Abnehmen ohne Waage geht ja mal gar nicht. Leider. Denn dieses vermaledeite Gerät entscheidet bei mir meist über die Laune des ganzen Tages. Obwohl ich genau weiß, dass sie nicht nur weniger anzeigt, sondern auch mal wieder mehr oder still steht und die Anzeige wie festgenagelt scheint. Eigentlich ist eine Waage wie ein Mann. Man behält sie nur, weil sie einem auch mal die Seele streichelt, obwohl man sie die meiste Zeit aus dem Fenster werfen könnte.

Jeder Abnehmwillige fragt sich unweigerlich, wann der beste Zeitpunkt ist, seine Waage zu besteigen. - Oh, pardon...
Morgens, mittags, abends? Täglich, wöchentlich oder gar monatlich? Ich bin täglich waagemutig. Jeden Tag in der Früh stelle ich mir der hohen Gerichtsbarkeit. Obwohl ich schon versucht bin, es dieses Mal mit der wöchentlichen Methode zu versuchen. Hebt vielleicht die Laune - oder eben auch nicht. Muss ich einfach testen. Denn beim täglichen Wiegen erhält man ja schon Rückmeldung, ob man den richtigen Kurs eingeschlagen hat. Natürliche Schwankungen hat man immer. Wiegt man sich nur einmal wöchentlich, kann das sehr frustrierend sein, wenn sich vermeintlich nichts getan hat. Letztens wog ich morgens zum Beispiel ein Kilo mehr als abends! Sehr ungewöhnlich. (Hust, ja, manchmal wiege ich mich mehrmals täglich. Vor allem dann, wenn das Ergebnis morgens sehr frustrierend war.)

Ich verwende übrigens nicht so ein vorzeitliches Teil wie auf dem Bild, sondern eine ganz stinknormale digitale Waage ohne besonderen Schnickschnack. Eine Nachkommastelle und keine Körperfettmessung oder sowas. Das tut es doch völlig! Nur, weil ein Hightech-Gerät im Bad steht, geht es auch nicht schneller!

Das Wiegen gehört für mich eigentlich schon zur täglichen Routine wie Zähneputzen und Haare stylen. Nur am Tag danach - also nach einer Fressorgie - ignoriere ich die Waage. Strecke ihrem frech grinsenden Antlitz allemal die Zunge entgegen. Hochnäsiges Dingens...

Sonntag, 27. September 2015

Erlebe Sport

Bild: FreeImages.com / Peter Skadberg
"Erlebe Sport." steht auf dem neuen Werbeplakat des Fitness-Studios. Es fällt mir auf, als ich vorbei walke. Weil man in einer Stunde Walking nicht unbedingt seinen Geist beansprucht, denke ich darüber nach. "Erlebe Sport." Es kommt dem Drang heutzutage entgegen, immer und überall etwas erleben zu müssen. Sonst würde man ja glatt sein Leben vergeuden.

Solche Slogans leben auch von der individuellen Vorstellung des einzelnen. Durch das Erlebnis wird das Fitnessstudio in eine positive Betrachtung geschubst. Sport als Erlebnis. Sport als etwas Außergewöhnliches. Sport als etwas Aufregendes. Das soll wohl mit "Erlebe Sport." transportiert werden.

Ich war bisher in zwei Fitnessstudios angemeldet. Ist Sport im Fitnessstudio wirklich ein Erlebnis?
Man kommt an und betritt es mit einer dicken Jacke. Es trifft einen fast, wenn einem die Mischung aus Schwüle und Schweiß entgegen schlägt. In den Umkleidekabinen hängt der Mief aus Körperausdünstungen, die mit billigem und süßem Deo übertüncht werden sollen. In der rechten Ecke bieten eine Reihe Sportschuhe ein vorzügliches Käseangebot. Zwischen den Menschen herrscht eine Atmosphäre wie im Fahrstuhl. Begrüßungen und Verabschiedungen werden allenfalls genuschelt. Wobei das Gesprochene nur erahnt wird, mit den Kopfhörern im Ohr versteht dich eh keiner.

Während du auf der Suche nach dem ersten Trainingsgerät das Studio durchschreitest, wirst du von oben bis unten gemustert. Wie auf dem Viehmarkt. Schlimmer als in der Disko. Da stehe ich ja lieber mit 30 Kilo Übergewicht bei McDonalds an der Kasse. Von besser Trainierten wird man nur abschätzig gemustert, wie man da mit seinem Wasserfläschchen und dem Handtuch vorbei geht. In der Muckiecke wird sich derweil der Bizeps geküsst, zwischendurch vom Eiweißshake genippt.

Während man so auf die Anzeige des Crosstrainiers starrt, bemerken die Augenwinkel, dass eigentlich keine Sau das Desinfektionsmittel zum Reinigen der Geräte verwendet. Das Handtuch liegt meistens irgendwo daneben und auf den Lehnen und Sitzflächen sieht man Schweißflecken glänzen. Ist ja super. Da kriegt man so richtig Lust auf Muskeltraining.

Wie trainiert man Muskeln eigentlich richtig? Tja, musste wohl die Auskunft anrufen. Nach der Einweisung in die Geräte interessiert dein Trainingsprogramm keinen der "Trainer" mehr. Denn die Trainer müssen ja die Eiweißshakes für die Mucki-Männer mixen.

Die Zeit verrinnt nur langsam. Die Übungen sind langweilig. Die Luft steht. Und irgendwie merkt jeder, dass du nicht zu den Fitnessfanatikern, sondern zu den "Vorsätze für das neue Jahr"-Anmeldungen gehörst.

Ja, im Fitnessstudio erlebt man Sport. Vor allem, wie er mieft.

Dienstag, 22. September 2015

Meine Motivation sah ich letztens noch winken... Dann war sie weg.

Bild: FreeImages.com /Michael Sanchez
Langfristiges Abnehmen braucht Motivation. Viel Motivation. Und Disziplin. Man wäre kein Mensch, wenn das immer so einfach wäre. Damit man nicht auf halber Strecke aufgibt, kann man sich ja so Motivationstipps ansehen, die an jeder Ecke lauern.

Sowas wie sich ein Bild an den Kühlschrank zu hängen, auf dem man besonders fett aussieht. Ich weiß nicht. Auf mich würde das eher deprimierend wirken. So als ob ich sowieso machen könne, was ich wolle, es wird sich nie was ändern. Und um die Tränen zu trocknen, gehe ich halt dann an die Schoko-Schublade.

Ein anderer beliebter Tipp ist, sich ein Kleid oder eine Hose in seiner Wunschgröße zu kaufen. Man hätte dann ja schon Geld ausgegeben. Der Ansporn soll sein, dass dies nicht umsonst war. Zum Glück bin ich noch nie auf diesen Tipp hereingefallen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er funktioniert. Ich würde mir nämlich das Kleidungsstück viel zu klein kaufen, weil man in der Regel erst einmal zuviel will. Die Kilos beginnen zu purzeln und auf einmal schraubt man sein Zielgewicht noch weiter nach unten. Aber bis man dahin kommt... hat man schon längst vergessen, was da für ein Kleid im Schrank hängt. Notfalls kann man es ja weiterverkaufen oder verschenken. Man hat ja Möglichkeiten.

Wie sich nun aber motivieren? Wenn die Motivation nicht da ist, ist sie gewissermaßen weg. Da kann man an der Tür klingeln, soviel man will, es wird keiner aufmachen. Im Leben gibt es eben oft Durchhänger, die die Ernährung und das Gewicht in den Hintergrund rücken lassen. Oder man hat zwischendurch einfach die Schnauze voll. Dann sollte man einfach darauf achten, nicht wieder zuzulegen. Irgendwann steht die Motivation nämlich wieder an der Tür und lacht dich an, als sei sie nie weg gewesen. Und dann geht es weiter. So einfach ist das mit der Motivation!

Sonntag, 20. September 2015

Höchststrafe für den Langschläfer

Bild: FreeImages.com / Dore Ryniss
Ich liebe Zwergnase. Über alles. Wirklich. Aber mit einer seiner Eigenschaften komme ich wirklich überhaupt nicht klar. Er steht viel zu früh auf. Das ist wirklich mit Abstand das Schlimmste am Elternsein für mich. Mein Bett und ich waren ziemlich beste Freunde, würde ich sagen. Doch seit Zwergnase auf der Welt ist, trifft die Beschreibung "Schlaflos in Deggendorf" wohl eher auf mich zu.

Das Hauptproblem ist wahrscheinlich das mütterliche Reaktionsgen. Ich will einfach mal behaupten, dass dies bei mir besonders gut ausgeprägt ist. Es äußert sich folgendermaßen. Wenn ich gegen 22 Uhr ins Bett gehe, kann ich nicht einschlafen, obwohl ich müde wie ein Stein bin. Ich wälze mich hin und her und lausche immer wieder, ob nicht Geräusche aus dem Kinderzimmer dringen.

Irgendwann werden die Lider dann doch schwer. Ich wälze mich noch dreimal hin und zurück und merke, dass es jetzt gleich so weit ist. Pure Erleichterung macht sich in mir breit, nun endlich einschlafen zu können -  als würde mir nun endlich jemand zuflüstern "Deine Lider werden ganz schwer. Du merkst, wie dich der Schlaf davonträgt..." oder was auch immer solche Entspannungsdinger dahin faseln. Und es ist immer, wirklich genau immer genau dieser Moment, wenn ich wirklich einschlafe, in dem das Babyphon anspringt und Zwergnase brüllt. Weil er sich den Kopf gestoßen hat, die Decke weggestrampelt hat und friert oder die Decke nicht weggestrampelt hat und schwitzt. Wie mans macht, macht mans verkehrt. Mama springt also auf, trägt den Zwerg in ihr Bett, geht nochmal schnell aufs Klo und kuschelt sich zu ihrem Spross, der artig sofort weiter schläft, als wäre überhaupt gar nichts gewesen. Und Mami? Ist hellwach. Wieder. Der Sekundenschlaf zuvor hat gereicht, um mich mindestens eine Stunde weiterwälzen zu lassen.

Wenn ich nach dieser Stunde ausgewälzt habe und wieder am Einschlafen bin, schläft Zwergnase genau so lange, dass er anfängt, im Bett herumzuwandern. Mitunter setzt er sich auch wie ein Schlafwandler auf, um sogleich wieder umzufallen. Mit seinem harten Schädel treffsicher auf Mamas Nase. Er spielt aber auch gerne Propeller und dreht sich wie ein Kreisel im Bett. Wo er dafür mit den Füßen ansetzt, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.

Und irgendwann ist es Morgen. Zwergnase setzt sich auf, strahlt dich an und ruft mir "Mama! Brille!" entgegen. Der Zeitpunkt, an dem ich mich endgültig von meinem Bett verabschieden kann. Es handelt sich sozusagen um den Point of no return und sehnsüchtig werfe ich meinem Kissen einen letzten Blick zu. Aber ich bin mir sicher, dass ich mich rächen werde. In 15 Jahren etwa werde ich am Sonntagmorgen Staubsaugen und Schnitzel klopfen und alles andere, was Krach macht. Und wenn Zwergnase sich dann das Kissen über den Kopf zieht und stöhnt "Mama, muss das sein?", dann werde ich grinsen. Von einem Ohr zum anderen. Jawohl.

Dienstag, 15. September 2015

Eiweißrezepte für Abends

Bild: FreeImages.com / Luis Cuellar
Wenn ich erkläre, warum ich abends auf Kohlenhydrate verzichte, starre ich meist in große Augen. Kurz darauf kommt dann immer die Frage: Und was isst du dann so? Für viele ist es unvorstellbar, das Brot oder die Semmeln wegzulassen. Ob mir die nicht fehlen? Natürlich fehlen mir die! Aber meine Abnehmmotivation ist halt stärker.

Was kann man denn nun abends so speisen. Einerseits bieten natürlich die SiS-Rezeptbücher eine sehr, sehr große Auswahl. Allerdings handelt es sich dabei meist um warme Gerichte und nicht jeder hat mehr Lust, abends zu kochen. Ich koche abends allenfalls mal eine Suppe - auch hier bieten die Kochbücher eine große Auswahl. Meine Lieblingssuppe ist die Zucchini-Suppe. Es gibt aber zahlreiche Alternativen.

Insgesamt bin ich jedoch ein Fan von "Kühlschrank auf - Kühlschrank zu". Abends muss es schnell gehen. Es folgt eine Auswahl, was abends alles in Frage kommt:

  1. Tomate-Gurke-Mozzarella-Salat mit einem italienischen Dressing (Achtung! Mozzarella light)
  2. Tomate-Gurke-Feta-Salat 
  3. Eiersalat aus drei Eiern - drei Eier sind auch eine Mahlzeit
  4. Hähnchenfilet in verschiedenen Marinaden (vorgegart, warum und kalt essbar von Aldi) mit Dip (Tsatsiki oder Kräuter, gekauft oder selbstgemacht. Selber machen: Magerquark und/oder fettarmen Joghurt verwenden)
  5. Magerquark mit Zimt und Süßstoff
  6. Magerquark mit Kokosflocken und Süßstoff
  7. Gemüsesticks mit Dip (siehe oben)
  8. Lachs auf Gurke (Gurke ist sozusagen der Brot-Ersatz)
  9. Salat mit Hähnchenstreifen (gibt es fertig)
  10. Kleine Portion Wurstsalat mit Ei und Käse (tagsüber schon etwas am Fett sparen!)
  11. Rührei mit Champignons oder anderem Gemüse
  12. Omelette mit Gemüse
  13. Spiegelei mit Spinat
  14. Camembert selbst im Ofen backen und auf Tomaten (oder anderem Gemüse) anrichten, Light-Version verwenden und nicht den Backcamembert, der hat zuviele Khs.
  15. Broccoli-Schlemmerfilt von Netto
  16. Einen Becher körnigen Frischkäse mit Tomaten und Schnittlauch
  17. Einen Becher körnigen Frischkäse mit Zimt und Süßstoff als falschen Milchreis
  18. Kalter, magerer Braten
  19. Hering in Gelee
  20. Selbst gemachte Frikadellen ohne Semmeln
  21. Broccoli-Gratin (fettarme Zubereitung)
Das sind nun 21 Möglichkeiten, die ich mir überwiegend selbst zusammen gebastelt habe, indem ich das Kühl- und Fleischregal abgewandert bin und die Nährwertangaben studiert habe. Ich gebe zu, bei manchen Vorschlägen braucht es dann schon Disziplin, nichts anderes mehr zu essen. Andere wiederum machen ordentlich satt. Meist kombiniere ich so, dass es zum Mittagessen passt. Wenn ich Mittag also eher ein Schlemmerrezept hatte, gibt es am Abend halt nur noch einen Becher Frischkäse.

Wem das zu wenig ist, wird letztendlich mehr Zeit investieren und sich an den Kochrezepten bedienen müssen. Wer sich gar nicht damit anfreunden kann, auf Brot zu verzichten, kann noch Eiweißbrot ausprobieren. Mir ist es jedoch zu teuer und es hat mir auch zu viele Kalorien. 

Wer sich auch damit nicht anfreunden kann, für den ist SiS dann einfach nicht die richtige Abnehmmethode. Denn am Kohlenhydrat-Verzicht kommt man nicht vorbei. Ich würde ihn als die wichtigste Säule des Programms bezeichnen.

Sonntag, 13. September 2015

Mein Kräutergarten

Bild: eigene
Nachdem die Küche renoviert ist, altes Gerümpel entsorgt oder im Keller zwischengelagert ist, kam ich auf die glorreiche Idee, mir einen Kräutergarten anzulegen. Besser gesagt einen Küchenkräutergarten. Wenn ich das Kraut nicht griffbereit habe, verwende ich es auch nicht.

Nach einigem Überlegen und dem Eingeständnis, dass mein grüner Daumen ja nun nicht so ausgeprägt ist, habe ich mich dazu entschlossen, den Garten dennoch zu wagen.

Bei Amazon habe ich eine dreistöckige Kräuterampel erstanden und sah sie im Geiste schon ihren betörenden Duft verströmen. Wie in einer Lebensmittelwerbung sah ich mich vorsichtig durch die Pflanzen streichen und glücklich am Herd stehen, während ich liebevoll die Kräuter in die Pfanne rieseln lasse und dann tief einatme, um das Aroma aufzunehmen.

Dass es mir egal war, dass wir schon August hatten und es sich nun nicht unbedingt um die beste Jahreszeit zur Aussaat handelt, lassen wir mal unter den Tisch fallen. Vor ein Problem stellte mich jedoch die Platzierung des Kräutergartens. Drei von den neun Pflanzen würden immer zu wenig Licht haben. Also so wenig, dass es auch nicht hilft, die den Schatten bevorzugenden Kräuter nach hinten zu setzen. Aber der Glaube versetzt bekanntlich Berge und lässt vor allem Kräuter wachsen. Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, Rosmarin, Thymian, Kresse, Dill, Oregano und Minze sollten es sein. Mit Liebe habe ich die Samen gesät und festgestellt, wie aromatisch sogar diese aus der Tüte duften, habe Schilder gebastelt und die Erde gegossen. Die Gießkanne habe ich neben dem Garten positioniert, um die armen Pflänzchen nicht verdursten zu lassen, was ihnen bei mir ja durchaus blühen kann...

Meine Motivation wurde eindeutig von der Kresse unterstützt. Das anspruchslose Gewächs trieb schon am nächsten Tag aus und sprießte nur so nach oben - um dann aber irgendwie kümmerlich zu vergehen. Die anderen Triebe waren vor allem eins - mager, dünn und noch verletzlicher. Irgendwann passierte gar nichts mehr. Die Kresse teilte mir sogar mit, dass sie eher auf Watte gedeiht als in meiner Erde! Undankbares Miststück.

Das obige Bild habe ich übrigens selbst gemacht. Darauf abgebildet ist auch mein Kräutergarten. Dem Supermarkt sei Dank gedeiht er doch noch.

Dienstag, 8. September 2015

Mein Programm - Schlank im Schlaf (SiS)

http://amzn.to/1JkQz2e
Wer mich kennt, kennt auch mein Abnehmprogramm. Ich bin damit eigentlich immer wieder erfolgreich und es funktioniert zuverlässig - Schlank im Schlaf (SiS). Wie? Immer wieder? Ja, wie bei allen anderen Diäten auch nimmt man halt wieder zu, wenn man damit aufhört. Weil man in alte Gewohnheiten zurückfällt. Oder weil die Lebensumstände einem das Essen halt mal egal sein lassen. Ich finde übrigens den "Bestseller-Diät" auf dem Cover recht lustig. Denn selbst im Buch wird davon gesprochen, dass es sich bei dem Programm um eine Ernährungsumstellung handele.

Das würde auch stimmen, wenn man das blöde Gewohnheitstier einfach mal an der Autobahnraststätte aussetzen würde. Soll sich doch ein anderer damit rumärgern. Gerade, wenn man sich an die Rezepte halten würde, die im Basisbuch und den Rezeptbüchern enthalten sind, müsste man tatsächlich keinen Hunger leiden. Aber dazu in einem späteren Post mehr.

In meinem Besitz befinden sich also das Basisbuch, das Kochbuch und die 20-Minuten-Küche. Alle bei Weltbild erstanden, da waren sie etwas günstiger. Es gäbe auch noch eine Ausgabe für Berufstätige, eine für Frauen und ein Vegetarierkochbuch. Ich bin kein Vegetarier und mir reichen deshalb die fleischlosen Rezepte in meinen Büchern aus. Die Ausgabe für Frauen würde mich noch immer reizen, aber ich bezweifele, dass sie mir so viele neue Erkenntnisse bringt, damit der Preis gerechtfertigt ist. Diverse Rezensionen bestätigen meine Annahme.

Es gibt derweil auch einen Online-Coach, einen Shop, um sich Eiweißbrotmischungen zu bestellen und anderen Pipapo. Auf dem Cover hier habe ich nun entdeckt, dass es auch eine App gibt. Die werde ich mal testen. Bisher war ich ja nicht so der App-Typ, gerade weil ich mit meinen drei Büchern hervorragend zurecht komme und Erfolge erziele - ohne mein Essen zu dokumentieren.

Schlank im Schlaf wird auch als Insulin-Trennkost bezeichnet. Morgens Kohlenhydrate, mittags Mischkost (Kohlenhydrate + Eiweiß) und abends nur Eiweiß, was die Pfunde über Nacht schmelzen lässt. (Ja, richtig. Schmelzen lässt statt schmelzen lassen soll. Es funktioniert nämlich.) Das heißt, dass es am Abend keine Brotzeit gibt. Aber man gewöhnt sich an alles.

Als weitere "Regel" gilt: 5 Stunden zwischen den Mahlzeiten. Aber mei, wenn es mal eine Stunde mehr oder weniger ist, gefährdet das den Erfolg auch nicht. Alles schon ausgetestet. Man muss ja nicht immer so fanatisch an die Sache gehen.

Ich esse schon seit Jahren nach SiS und habe demnach auch schon viel experimentieren können, was noch funktioniert und was nicht. Ich bin jüngst einer Facebook-Gruppe zum Programm beigetreten und musste auch gleich den Kopf schütteln. Aber auch dazu später mehr. Es reicht vorerst zu wissen, dass man auch mal fünfe grade sein lassen kann und die Kirche im Dorf stehen darf.

Sonntag, 6. September 2015

Der Superheld

Mit müden Augen schlurfte Karl zum Briefkasten. Nachlässig fiel sein Bademantel von den hängenden Schultern, der lauwarme Kaffee blieb am Dreitagebart kleben. Als er die Zeitung aufschlug, verschluckte er sich. Es folgte ein ein erstickungsähnlicher Hustenanfall, der jedem Kettenraucher zur Ehre gereicht hätte. Karl fing sich wieder, wischte den verschütteten Kaffee auf und goss sich neuen ein. Wo soll das alles nur hinführen? Schon wieder brennt es an allen Ecken und Enden und er allein soll die Welt retten. Er hatte einfach keine Lust mehr. Der korrekte Karl hatte einfach keine Kraft mehr. Zu neudeutsch nannte man das wahrscheinlich Burn-Out.

Aber es half nichts. Schließlich war es sein Job! Bevor er sein E-Mail-Postfach öffnete, klickte er sich durch Ziele für Pauschalurlaubsreisen. Einfach mal die Seele baumeln lassen und der Welt den Rücken kehren. Die Karibik wäre doch schön... aber sofort rief eine kleine Stimme in seinem Kopf, dass er mit dem langen Flug erstens die Luft verschmutzte und zweitens die Einwohner des Landes mit einer Pauschalreise ausbeuten würde. Von dem von ihm gezahlten Reisepreis käme ja dort nichts an. Und überhaupt. Pauschalurlaub. Pauschalurlaub! Wie niveaulos!

Er seufzte und überflog seine E-Mails. Sie nach Priorität zu sortieren, hatte er längst aufgegeben. Das brachte ihm nur Beschwerden ein, wenn er den Schmetterlingzuchtverein Kreuzbirnbaum wegen der Bedrohung des Zuckergussfalters weniger wichtig erachtete als den Knubbelkäferfanclub Neuhausen e.V., der sich für die sichere Straßenüberquerung des Knubbelkäfers einsetzt. Und wenn dann auf einem Baufeld noch ein seltener Schwammerl gefunden wird, dann war sowieso alles aus! Wenn diese Schwammerl wenigstens noch leuchten würden, damit man Strom spart. Dann hätte Tschernobyl wenigstens einen Sinn gehabt. Aber nein! Es waren halt Schwammerl, die man nicht einmal in eine Rahmsoße schmeißen kann.

Wie soll man denn da arbeiten? Er war doch keine Maschine! Er war doch auch nur ein Mensch! Ja, genau, einer. Sein Mitarbeiter hatte nämlich gekündigt. Selbst seiner treuen rechten Hand war es zuviel geworden. "Karl", hatte Sauber-Simon gesagt, "ich kann so nicht weitermachen. Diese Arbeitszeiten sind ja schlimmer als im Einzelhandel. Die Bezahlung ist unter aller Sau und den Dank der Menschen kannst du dir in der heutigen Zeit auch an den Hut stecken. Nur noch angepflaumt wird man. Alle wollen sie gleich die Welt bewegen, die einzelnen Schritte sehen sie nicht." Doch Karl hatte ihn nur darauf hingewiesen, dass er den Ausdruck "angepflaumt" nicht verwenden dürfe. Der Obstler-gegen-Ignoranz-Verein Tumbenhausen hatte ihn jüngst darüber aufgeklärt, dass der Ausdruck ein negatives Bild der Pflaume erzeuge, die ja an sich ein sehr verträglicher Zeitgenosse sei. Nur hin und wieder stieße sie zwar sauer auf, aber das sei noch lange kein Grund, eine beleidigende und teils aggressive Sprachhandlung mit dieser doch wirklich harmlosen Frucht zu verknüpfen. Daraufhin lief Sauber-Simon knallrot an, stürmte zur Tür hinaus, die er zum Abschied krachend zuschlug.

Seitdem ward er nie wieder gesehen. Der korrekte Karl würde nach Ersatz suchen müssen. Er sah die Fallstricke jetzt schon. Er würde nicht umhin kommen, Simon durch eine Frau zu ersetzen. Frauenquote und so. Und dann, wenn er eine Frau eingestellt haben wird, wird es heißen, dass es ja typisch sei. Er der Boss, sie die Untergebene. Wenn er nicht aufpasste, war er wohl bald seinen Job los. Obwohl... so schlecht wäre das ja gar nicht.

Dann könnte er ja ganz bescheiden weiter die Welt retten. Sich für ein einzelnes Projekt entscheiden, das ihm besonders am Herzen lag. Niemand würde er davon erzählen! Ganz im Stillen würde er sich dafür engagieren, jawohl. Dann würde er sich wenigstens nicht noch rechtfertigen müssen, warum und wieso es gerade die..., nein, das würde er nicht verraten, sein soll. Er hätte ganz einfach für sich ein gutes Gefühl und keinen anderen ging das was an. Niemand würde mehr darüber urteilen, ob er seinen Job richtig ausführe.

So machte sich der korrekte Karl sofort an den Entwurf der Stellenausschreibung.

Dienstag, 1. September 2015

Bikini-Body-Challenge 2016

Bildnachweis: FreeImages.com / Matthew Bowden
In etwa zwei Wochen schließt das Freibad. Dann heißt es für mich wieder "Ran an den Speck". Denn während der dreieinhalb Monate Freibad lasse ich so ziemlich alles schleifen. Für sportliche Betätigung ist es eindeutig zu heiß, Schwimmen finde ich furchtbar langweilig. Bahn auf, Bahn ab, Bahn auf, Bahn ab. Gähn. Außerdem bekomme ich nach dem Schwimmen immer Heißhunger. Da lassen wir das mit dem Sport lieber ganz. (Nein, ich gehe nicht gleich morgens oder abends zum Sport. Ich brauche mir das auch nicht vornehmen, weil ich es eh nicht durchhalte.)

Meine ganz persönliche Bikini-Body-Challenge 2016 startet also jetzt, hier und heute,

am 1. September 2015 und läuft bis zum 1. Mai 2016. 

Jeden Dienstag gibt es einen kleinen (humorvollen) Erfahrungsbericht mit allen Höhen und Tiefen. Ja, auch Tiefen. Als alter Abnehmhase weiß ich, dass die Anzeige auf der Waage nicht nur nach unten gehen wird.

Mein ganz persönliches Ziel sind in diesen acht Monaten 7 kg weniger. Klingt nicht viel, aber don't forget Weihnachten! Und die Vorweihnachtszeit startet laut Supermarktregal auch heute. Außerdem ist es sehr viel gesünder und stressfreier, 7 kg in acht Monaten statt in 4 abnehmen zu wollen.

Wenn du möchtest, kannst du ganz entspannt einsteigen und ebenfalls von deinen Erfolgen berichten. Aber: Ich nehme schon mein ganzes Leben immer wieder ab, ich sehe das längst schon nicht mehr ernst und verbissen. Mit Humor geht's außerdem viel leichter. Bist du ein pedantischer Miesepeter, dann erwähne den Hashtag #BBC2016 lieber nicht in deinen Blogposts!

Viel Erfolg!

Deine Karin

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