Dienstag, 29. September 2015

Waagemutig

Bild: FreeImages.com / peter_w
Abnehmen ohne Waage geht ja mal gar nicht. Leider. Denn dieses vermaledeite Gerät entscheidet bei mir meist über die Laune des ganzen Tages. Obwohl ich genau weiß, dass sie nicht nur weniger anzeigt, sondern auch mal wieder mehr oder still steht und die Anzeige wie festgenagelt scheint. Eigentlich ist eine Waage wie ein Mann. Man behält sie nur, weil sie einem auch mal die Seele streichelt, obwohl man sie die meiste Zeit aus dem Fenster werfen könnte.

Jeder Abnehmwillige fragt sich unweigerlich, wann der beste Zeitpunkt ist, seine Waage zu besteigen. - Oh, pardon...
Morgens, mittags, abends? Täglich, wöchentlich oder gar monatlich? Ich bin täglich waagemutig. Jeden Tag in der Früh stelle ich mir der hohen Gerichtsbarkeit. Obwohl ich schon versucht bin, es dieses Mal mit der wöchentlichen Methode zu versuchen. Hebt vielleicht die Laune - oder eben auch nicht. Muss ich einfach testen. Denn beim täglichen Wiegen erhält man ja schon Rückmeldung, ob man den richtigen Kurs eingeschlagen hat. Natürliche Schwankungen hat man immer. Wiegt man sich nur einmal wöchentlich, kann das sehr frustrierend sein, wenn sich vermeintlich nichts getan hat. Letztens wog ich morgens zum Beispiel ein Kilo mehr als abends! Sehr ungewöhnlich. (Hust, ja, manchmal wiege ich mich mehrmals täglich. Vor allem dann, wenn das Ergebnis morgens sehr frustrierend war.)

Ich verwende übrigens nicht so ein vorzeitliches Teil wie auf dem Bild, sondern eine ganz stinknormale digitale Waage ohne besonderen Schnickschnack. Eine Nachkommastelle und keine Körperfettmessung oder sowas. Das tut es doch völlig! Nur, weil ein Hightech-Gerät im Bad steht, geht es auch nicht schneller!

Das Wiegen gehört für mich eigentlich schon zur täglichen Routine wie Zähneputzen und Haare stylen. Nur am Tag danach - also nach einer Fressorgie - ignoriere ich die Waage. Strecke ihrem frech grinsenden Antlitz allemal die Zunge entgegen. Hochnäsiges Dingens...

Kommentare:

  1. Ach ja, Karin - ich kenne das.

    Gestern stand ich vorm Regal im Supermarkt: eine Körperfettwaage im Angebot! Ich überlegte bestimmt zehn Minuten, ob ich´s kaufen soll und legte das Teil sogar in den Einkaufswagen.

    Nachdem ich mit meinem Einkauf durch war und den Wageninhalt musterte, dacht ich nur so: "Nee, das tuste dir nicht an!"

    Dieses aufreibende Gedankenspiel belohnte meine aktuelle Waage (mit einer Nachkommastelle) prompt und ich durfte ein halbes Kilo weniger verzeichnen.

    Und ja, es lag daran - natürlich nicht an der gesunden Ernährung. ;)

    Hab mich in deinem Artikel sowas von wieder erkannt, dass ich immer noch schmunzel.

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  2. Auch wenn es (Vorsicht Klischee) ein Frauenthema ist, war es gut abgehandelt. Indes empfehle ich trotzdem jedem Menschen diese Erfindung aus dem Haushalt zu entfernen. Ich weiß nicht worin im privaten Bereich der Sinn dabei/darin liegt. Würde ich aber so eine Gerätschaft haben, würde ich mir den persönlichen Spaß machen und voll die Statistik erstellen. Vielleicht würde ich dann auch jeden Tag Pflanzen in Blumentöpfe wiegen, k. A.
    PS: es gibt da einen witzigen Blog, dessen Inhaber ein Pflanzentagebuch von einer Pflanze schreibt (bei Interesse: http://pflanzi.blogspot.de) ^^

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