Sonntag, 13. September 2015

Mein Kräutergarten

Bild: eigene
Nachdem die Küche renoviert ist, altes Gerümpel entsorgt oder im Keller zwischengelagert ist, kam ich auf die glorreiche Idee, mir einen Kräutergarten anzulegen. Besser gesagt einen Küchenkräutergarten. Wenn ich das Kraut nicht griffbereit habe, verwende ich es auch nicht.

Nach einigem Überlegen und dem Eingeständnis, dass mein grüner Daumen ja nun nicht so ausgeprägt ist, habe ich mich dazu entschlossen, den Garten dennoch zu wagen.

Bei Amazon habe ich eine dreistöckige Kräuterampel erstanden und sah sie im Geiste schon ihren betörenden Duft verströmen. Wie in einer Lebensmittelwerbung sah ich mich vorsichtig durch die Pflanzen streichen und glücklich am Herd stehen, während ich liebevoll die Kräuter in die Pfanne rieseln lasse und dann tief einatme, um das Aroma aufzunehmen.

Dass es mir egal war, dass wir schon August hatten und es sich nun nicht unbedingt um die beste Jahreszeit zur Aussaat handelt, lassen wir mal unter den Tisch fallen. Vor ein Problem stellte mich jedoch die Platzierung des Kräutergartens. Drei von den neun Pflanzen würden immer zu wenig Licht haben. Also so wenig, dass es auch nicht hilft, die den Schatten bevorzugenden Kräuter nach hinten zu setzen. Aber der Glaube versetzt bekanntlich Berge und lässt vor allem Kräuter wachsen. Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, Rosmarin, Thymian, Kresse, Dill, Oregano und Minze sollten es sein. Mit Liebe habe ich die Samen gesät und festgestellt, wie aromatisch sogar diese aus der Tüte duften, habe Schilder gebastelt und die Erde gegossen. Die Gießkanne habe ich neben dem Garten positioniert, um die armen Pflänzchen nicht verdursten zu lassen, was ihnen bei mir ja durchaus blühen kann...

Meine Motivation wurde eindeutig von der Kresse unterstützt. Das anspruchslose Gewächs trieb schon am nächsten Tag aus und sprießte nur so nach oben - um dann aber irgendwie kümmerlich zu vergehen. Die anderen Triebe waren vor allem eins - mager, dünn und noch verletzlicher. Irgendwann passierte gar nichts mehr. Die Kresse teilte mir sogar mit, dass sie eher auf Watte gedeiht als in meiner Erde! Undankbares Miststück.

Das obige Bild habe ich übrigens selbst gemacht. Darauf abgebildet ist auch mein Kräutergarten. Dem Supermarkt sei Dank gedeiht er doch noch.

1 Kommentar:

  1. In dem ganz wunderbaren Film "Trans America Express", aus den Siebziger Jahren, weiht Gene Wilder seine Bettgenossin zum Dank für die erlebte Zweisamkeit in die Geheimnisse der Botanik ein: "Kernsatz Nummer 1 - Sei rücksichtslos zu Brunnenkresse!". Vielleicht wäre ja das noch einen letzten Versuch wert ...?

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