Sonntag, 29. November 2015

Sex-Heftchen in der Schublade und Kröten im Keller

Ich verweigere jede Art von Nachrichten. Die Welt ist schlecht und die Menschen noch schlimmer. Beherrscht werden die Themen von der Flüchtlingskrise und dem IS. Manchmal geht es auch um Syrien oder Schlepperbanden. Natürlich kann man nicht nur wegschauen. Davon lösen sich Probleme nicht in Luft auf. Doch ich habe auch ein Leben. Ich kann nicht zuhause sitzen und das Gefühl haben, dass ich nur noch vor und zurück wippen darf und dabei murmele "Alles ist so schlimm. Alles ist so schlimm. Wo soll das noch hinführen. Alles ist so schlimm."

Jeden Tag durchforste ich die Nachrichten nach den kleinen Meldungen zwischendurch, in denen es zwar meist auch um Unfälle oder Verbrechen geht, aber die gleichzeitig lustig sind. Solche Meldungen gibt es nicht mehr. Es herrscht das Mantra "Alles ist so schlimm. Alles ist so schlimm. Wo soll das noch hinführen. Alles ist so schlimm."

Wo sind sie hin? So etwas würde ich wieder einmal gerne lesen:
Tittling. Am Wochenende hatte die Polizei einen dicken Fisch an der Angel. Ein bereits gesuchter Schmuckdieb wurde beim Einbruch in ein Einfamilienhaus in einem Dorf Nähe Tittling mit seinen Juwelen erwischt. Die Eigentümer besuchten eine wohltätige Veranstaltung in Passau, als der 35-Jährige in das Haus eindrang. Im Schlafzimmer des Ehepaars suchte er nach Schmuckstücken, als ihm ein Stapel Sex-Heftchen in die Finger fiel. Diese fesselten seine Aufmerksamkeit dermaßen, dass er die Rückkehr der Hausherren nicht bemerkte. Beim Eintreffen der diensthabenden Polizisten soll der Mann laut "Oh mein Gott" gestöhnt haben. Nach der Latte an Vergehen konnte man ihm das nicht verdenken. Die Polizistin weigerte sich daraufhin, ihm die Handschellen anzulegen. Seine eigenen Juwelen durfte der Dieb behalten, die übrigen wurden bereits ihren rechtmäßigen Besitzern übergeben. 
Auch nicht schlecht wäre was über Kröten im Keller:
Froschburg Dank der aktuell niedrigen Zinsen konnte Schlimmeres verhindert werden.  Eigentlich wollte die 89-jährige Herta B. nur ihre Kröten im Keller zählen. Ein Wasserrohrbruch hatte jedoch das Mauerwerk stark zersetzt, sodass eine Schar Frösche es sich zwischen ihren Kröten bequem machen konnte. Herta B. zog sich einen Oberschenkelhalsbruch zu, als sie auf einem der glitschigen Tiere ausrutschte. Nach drei Stunden fand sie ihr Enkelsohn, der einen Krankenwagen rief. Der Bund Naturschutz fing die Frösche ein und setzte sie in einem nahe gelegenen Tümpel wieder aus. Ihre Kröten durfte die Frau behalten. 
Aber in solchen Zeiten dürfe man nicht lachen? Da gehört sich sowas nicht? Doch, ich finde schon. Denn wenn der Humor getötet wird, ist alles aus.

Sonntag, 22. November 2015

Weihnachtswichteln

Bild: FreeImages.com / Maria Herrera
Auch wenn die Temperaturen nicht danach aussehen. Die Vorweihnachtszeit kommt in großen Schritten. Eine Weihnachtsfeier jagt die nächste. Die des Betriebs, die der freiwilligen Feuerwehr, vom Schützenverein, vom Fußballverein, vom Trachtenverein, vom Kegelverein, vom Kaffeekränzchen, vom Kindergarten und dem Frauenbund. Wer möchte, kann sich also den ganzen Advent besaufen.

Das möchte man manchmal auch, wenn ein paar Wochen vor dem entsprechenden Event der eine Satz fällt, der alle ins Verderben stürzt. "Wollen wir wichteln?" Eine Alles-oder-nichts-Frage. Wenn du da sitzt und sagst "Bloß nicht!" kannst du direkt aus dem Verein austreten, so unbeliebt machst du dich damit. Also wird ein Betrag für das Wichtelgeschenk festgelegt. Im Geschäft stellt man dann fest, dass es gar nicht so leicht ist, für 5 bis 15 Euro was Anständiges zu finden.

Wobei sich dann die Frage stellt, was denn "etwas Anständiges" ist. Ich kaufe Dinge, die ich auch gerne selber hätte. Über die ich mich freuen würde. Bei anderen bin ich mir da nicht so sicher. Da sieht es gar so aus, als würde man dem anderen eins auswischen wollen. Man fragt sich, wo man solche Grausamkeiten, die Augenkrebs verursachen, überhaupt findet. Der Verdacht liegt nahe, dass es irgendwo einen Pool mit gräßlichen Wichtelgeschenken gibt, die dann wie Wanderpokale jedes Jahr weitergegeben werden. Mich würde es nicht überraschen, irgendwo noch einen DM-Preis zu finden.

Man kann aber auch einfach mal "Nein!" sagen - und wird sich wundern, wie viele erleichtert aufatmen, dass einer voran gegangen ist.

Sonntag, 8. November 2015

Lego spielen früher und heute

Bild: FreeImages.com / Dirk Ziegener
Oma hat ihn bereits hervor geholt. Den großen roten Eimer voll mit unseren Lego-Steinen von früher. Dazu eine große grüne Platte als Basis. Während Zwergnase mit einem Bagger gespielt hat, haben wir ihm den passenden Stall dazu gebaut. Das ist gar nicht so einfach. Die Statik spielt eine erhebliche Rolle, weil sonst alles auseinander fällt, wenn man das Haus hoch heben will. Man muss darauf achten, dass die Übergänge ineinander greifen. Man braucht keine Türme, man braucht Mauern. Je länger der Stein umso besser. Am meisten verwenden wir die Achter - also die Steine mit acht Noppen. Die nur halb so langen Vierer nimmt man für Ecken oder sowas. Kleinkram eben.

Sonntag, 1. November 2015

Uroma mit Urenkel