Dienstag, 22. März 2016

Kalorien zählen leicht gemacht - Mit Fddb-Extender

"Hören Sie auf zu essen, wenn Sie satt sind!" Ist ja recht schön und gut. Aber ich weiß nicht, wann ich satt bin - im Sinne von nicht mehr hungrig. Da kann ich noch so langsam kauen und mir Zeit nehmen. Und selbst wenn ich diesen selten Satt-Moment mal verspüre, die 5 Brocken lasse ich dann auch nicht auf dem Teller liegen. Mich auf mein Gefühl zu verlassen, funktioniert einfach nicht. Wie heißt es so schön? Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.


Deshalb habe ich Ende Februar damit begonnen, Kalorien zu zählen. Klingt neben Low Carb und Paleo recht altmodisch und so gar nicht trendy, aber letztendlich funktioniert es. Denn egal, welche Ernährungsform man für sich wählt, am Ende zählt immer die Kalorienbilanz. Nur wenn man mehr verbraucht, als man aufnimmt, nimmt man ab.

Bisher habe ich um das Kalorienzählen weitestgehend einen Bogen gemacht. Ich habe zwar gewusst, was nach dem Ampelsystem wie eingestuft werden muss, um einen ungefähren Anhaltspunkt zu haben (Ungefähr hilft dir aber ab Lebensmittel mit mehr als 100 kcal/100g nicht weit!), aber wieviel ich täglich tatsächlich zu mir nehme, war bis dato eine unbekannte Größe. Gerade beim Mittagessen und einer Nudelbeilage habe ich mich ohne Kontrolle nicht im Griff.

Es gibt verschiedene Methoden zur Kalorienkontrolle. Die bekannteste ist wohl Weight Watchers, wenngleich dort Fettpunkte gezählt werden. Obst und Gemüse haben dabei keine Punkte, was irreführend ist. Denn ein Apfel oder eine Banane können schnell mal auf 100 Kalorien kommen, wenn es ein großes Exemplar ist. Die kostenlose Alternative dazu ist My Miracle. Hier werden 50 Kilokalorien auf einen Punkt heruntergerechnet, um übersichtlichere Zahlen zu bekommen. Im Grunde kann man sich den Schritt aber sparen und einfach nur Kalorien zählen.

Dafür gibt es inzwischen zahlreiche Apps, doch manche sind praktikabler als andere. Ich bin bisher immer gescheitert, weil ich nirgends selbst zusammengestellte Mahlzeiten befriedigend eingeben konnte. Ich koche aber viel selbst. Das Eingeben wurde wieder zur Schätzaufgabe und dann kann man es gleich lassen. Oder man benötigt immer und überall noch einen zusätzlichen Block, um alle Zutaten und alle Kalorien zu notieren, zu addieren und dann durch die Anzahl der Portionen zu teilen. Immer und immer wieder aufs Neue. Lästig! Habe ich nie länger als 14 Tage gemacht.

Bis ich vor kurzem die neue Fddb Extender-App entdeckt habe. Diese App, die sich im Hintergrund das Profil von Fddb holt, bietet viele Vorteile, die Kalorienzählen auch für mich einfach macht. Ich kann mir Favoriten anlegen, d.h. die Lebensmittel, die ich ständig brauche, separat anlegen, um nicht immer neu suchen zu müssen. Viel wichtiger ist jedoch die Listen-Funktion. In der kostenlosen Version bekommt man davon 50, in der Pro Version für 3,99 Euro kann man unendlich viele Listen anlegen. Listen sind Rezepte oder Gerichte. Man fügt alle Zutaten ein (das Gewicht lässt sich auch nachträglich bearbeiten, sodass man die Liste bei jedem Kochen je nach Zutatengröße problemlos anpassen kann) und wie viele Portionen die Mengen ergeben und voilà: du brauchst nur noch deine Portion notieren. Das Rezept bleibt bestehen und man kann es immer und immer wieder abrufen. Gleichzeitig werden in der Übersicht auch immer die Kalorien pro Portion angezeigt, sodass man auch seinen Tag planen kann. Wenn etwa ein üppiges Abendessen ansteht, wählt man für Mittag ein kalorienärmeres Gericht. So gibt es keine bösen Überraschungen.

Kalorienzählen an sich macht aber nur Sinn, wenn man sich auch an seinem Bedarf orientiert. Dabei kommt es auf Alter, Gewicht und Aktivität an. Fddb spuckt mir dabei einen recht hohen Tagesbedarf vor, den ich manuell nach unten korrigiert habe - dazu habe ich den Wert aus zwei anderen Apps verwendet, die auf ein nahezu identisches Ergebnis kamen. Davon versuche ich auf etwa 80 Prozent zu kommen. Denn der Tagesbedarf wäre die Menge an Kalorien, bei der man weder zu noch abnimmt. Laut Erfahrungen der Fddb-Community nimmt man bei 80 Prozent des Tagesbedarfs am besten ab.

Dennoch bin ich kein Erbsenzähler geworden. Als ich vor zwei Jahren in der My-Miracle-Community vorbeischaute, wurde dort propagiert, dass man verbliebenes Fett in der Pfanne mit einer Küchenrolle aufsaugen und wiegen sollte, um die Kalorien vom Verbrauch wieder abzuziehen. Denn man solle bei My Miracle alle Punkte unbedingt aufessen. Abgesehen davon, dass mir dort die Stimmung zu fanatisch war, muss man sich wohl eingestehen, dass man etwas nie auf die Kalorie genau abzählen wird können. Und wer das Fett aus der Pfanne abwiegt, um sich dafür noch ne handvoll Chips hineinpfeifen zu können, hat etwas Grundlegendes ohnehin nicht verstanden.

Bei den Gerichten nehme ich im Zweifelsfall immer die höhere Angabe, beim Sport die niedrigere. Bisher fahre ich damit ganz gut. Das Kalorienzählen schützt auch vor dem Naschen zwischendurch, das man gerne vergisst, aber ganz ordentlich zu Buche schlägt. Und auch andere Abnehmfallen lassen sich durch ein Ernährungstagebuch schnell entlarven. Dazu nächste Woche mehr.

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