Dienstag, 10. Mai 2016

Gesunde Ernährung ist aufwändig

Ich treibe mich in verschiedenen Abnehmgruppen herum. Dabei stoße ich immer wieder auf Postings, die mich nur den Kopf schütteln lassen. Wenn da die Salamistulle und das große Kuchenstück als abnehmtaugliches Mittagessen präsentiert werden. Oder für Tütensuppen und Konserveneintöpfe geschwärmt wird. Viele Posts zeigen, dass einfach kein Wissen über Ernährung da ist. Die Hauptursache für krankhaftes Übergewicht.


Aber was ist eigentlich gesunde Ernährung? "Du musst dich gesünder ernähren!" ist ja schnell dahingesagt. Aber wie? Muss ich jedes Lebensmittel in seine Bestandteile aufdröseln? Viel Eiweiß? Mehr Obst, noch mehr Gemüse? Decke ich meinen Vitaminbedarf? Wo steckt was drin? Das überfordert viele. Man denkt, dass es soviel gibt, was man nicht weiß, dass man das gar nicht aufholen kann. Da man sich das ganze Wissen eh nie aneignen können wird, kann man es gleich bleiben lassen.

Dabei muss man gar nicht soviel wissen. Man muss kein Konzept wie Low Carb oder Schlank im Schlaf studiert haben. Ja, man muss sich ja noch nicht einmal an ein solches Konzept halten. Ich glaube inzwischen, dass recht oberflächliches Wissen genügt. Aber man muss die Bereitschaft mitbringen, sich mit den Lebensmitteln auseinanderzusetzen. Dazu gehört deren Energiedichte und ihre Zubereitung.

Das Ampelsystem ist dabei leicht zu merken.
Lebensmittel bis 150kcal/100g sind grün, 
bis 250kcal/100g sind sie orange und
ab 350kcal/100g sind Lebensmittel rot.

Grüne Lebensmittel kann man bedenkenlos zu sich nehmen, orange in Maßen und rote nur als Ausnahmen. Ein Lebensmittel ist außerdem umso gesünder, je weniger es industriell weiterverarbeitet wurde. Was in der Konsequenz bedeutet: Viel frische Lebensmittel, keine Fertiggerichte. Ich könnte jetzt noch über Salz- und Fettgehalte dozieren, aber wozu? Dass natürlich besser als künstlich ist, wird man wohl auch so akzeptieren können.

Wenn man also viele frische Lebensmittel kauft, bedeutet das einen Mehraufwand in der Zubereitung. Kleinschnippseln, das Kochen und der Abwasch brauchen Zeit. Ja, es kostet sogar Zeit, die Zutaten zu besorgen. Man muss viel öfter einkaufen als mit Fertigprodukten. Denn frische Ware verdirbt schneller. Man kann nicht für 14 Tage auf Vorrat einkaufen.

Das alles macht gesunde Ernährung aufwändig. Wer jahrelang auf Fertiggerichte oder Halbfertiggerichte (Tütchen auf-Fraktion) zurückgegriffen hat, wird außerdem Rezepte wälzen müssen. Ich persönlich mag das eher weniger. Ich lese keine Kochblogs. Ich bin auch nicht auf der Suche nach dem außergewöhnlichsten Rezept des Tages. Ich mag es praktikabel. Keine außergewöhnlichen Zutaten oder Mengen, bei denen dann ein Rest ewig herumsteht, weil man ihn einfach nicht verarbeiten kann. Ich will auch pauschal in den Supermarkt fahren können, ohne Einkaufszettel.

Ich bin mit den Kochbüchern von Schlank im Schlaf glücklich geworden. Ich brauche mir keine Gedanken machen, ob der Gemüseanteil groß genug ist. Außerdem sind die Rezepte so zusammengestellt, dass sie gut sättigen. Das Verhältnis zwischen den Hauptnährstoffen scheint also genau richtig zu sein. Zusätzlich habe ich mir mit ihnen allgemeine, fettarme Zubereitungsweisen angewöhnt. Pro Mahlzeit und pro Person ist ein Esslöffel Fett erlaubt - also Raps- oder Olivenöl zum Beispiel.
Das Wichtigste ist aber, dass alle Rezepte schmecken. Alle. Wirklich alle.

Wenn die Ernährung auf gesund umgestellt werden soll, wird es in der Regel nicht helfen, mal so zu machen, wie man meint. Denn genau dieses Nichtwissen hat ja zum Übergewicht geführt. Ich weiß noch, wie überrascht ich über den Nährwert vieler Lebensmittel war, als ich begann, mich als junge Studentin damit auseinanderzusetzen. Meine Güte! Was ich alles als kalorienarm eingestuft hatte, was es gar nicht war!

Wer sich gesund ernähren will, muss sich mit Nährwertangaben und Zubereitungsweisen auseinandersetzen. Sonst wird das nichts. Da führt kein Weg daran vorbei. Alles andere ist Illusion.

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