Dienstag, 26. Juli 2016

Muss man auf Kohlenhydrate verzichten, um abzunehmen?

Wer sich mit dem Thema Abnehmen beschäftigt, wird unweigerlich mit Kohlenhydraten und Eiweiß konfrontiert. Während das Eiweiß schon fast als Allheilmittel gegen die Kilos gefeiert wird, werden die Kohlenhydrate als abgrundtief böse und dem Höllenschlund entsprungen verdammt. Sie lassen garantiert jeden Abnehmversuch scheitern und verurteilen zu ewiger Fettheit - ein Fegefeuer, dass leiden lässt, ohne (Fett) zu verbrennen.


Aber ist es wirklich so? Kann man nur durch den Verzicht auf Kohlenhydrate abnehmen? Ein klares Nein! Man muss nicht auf Kohlenhydrate verzichten, um abzunehmen. Man muss noch nicht einmal auf die Produkte aus Weißmehl verzichten, wie helle Brötchen und Nudeln.

Man muss nicht auf Kohlenhydrate verzichten, um abzunehmen.

Ein Aber gibt es dennoch. Nicht auf Kohlenhydrate verzichten zu müssen, heißt nicht, dass man Nudeln, Brot und Chips ungebremst in sich hineinschaufeln kann. Am Ende zählt ganz banal die Kalorienbilanz. Wer mehr aufnimmt, als er verbraucht, nimmt zu. Nur wer weniger aufnimmt, als er verbraucht, nimmt ab.

Nur wer weniger aufnimmt, als er verbraucht, nimmt ab.

Der Verzicht auf Nudeln und Semmeln kann sich also durchaus lohnen. Denn kohlenhydratreiche Beilagen haben häufig recht viele Kalorien. 100g rohe Nudeln zum Beispiel etwa 360 kcal, eine Kaisersemmel fast 200 kcal. Zum Vergleich: eine dünne Scheibe Roggenmischbrot hat etwa 100 kcal - und man darf den psychologischen Faktor nicht unterschätzen. Zwei Brote mit unterschiedlichem Belag oder (nur) eine Semmel?

Kohlenhydratreiche Lebensmittel, die so unverarbeitet wie möglich sind, schlagen im Vergleich zu Nudeln eher gering zu Buche. Kartoffeln haben auf 100g nur etwa die Hälfte an Kalorien wie gekochte Nudeln! Und auch zuckerreiche Obstsorten wie Weintrauben liegen immer noch deutlich unter 100 kcal auf 100g.

Genuss heißt nicht, ungebremst zu essen!

Ungebremst essen kann man kein Lebensmittel - egal, aus wievielen Kohlenhydraten und Eiweiß es zusammengesetzt ist. Darum sollte es auch nicht gehen. Essen dient eigentlich nur der Erhaltung der Körperfunktionen. Eigentlich. Denn für uns heute ist Essen auch ein Genussmittel. Unser Fehler ist aber: Genuss heißt nicht, dass man Berge von Essen in sich hineinschiebt. Meist reicht bereits eine kleine Menge für Geschmack und Genuss aus. Wer sich nicht auf sein Essen konzentriert, kann fünf Teller Nudeln mit Soße essen. Genossen hat er trotzdem nicht.

Worauf will ich hinaus? Wer nicht auf Nudeln verzichten mag, muss das auch nicht. Es genügt bereits, die Menge herunter zu schrauben. Die Wahrnehmung kann man dabei ganz besonders bei Pfannengerichten austricksen. Wenn man die Nudeln direkt unter das Essen mischt, fällt einem die kleinere Portion gar nicht auf. Ich spare mit dieser Methode inzwischen die Hälfte der ursprünglichen Menge ein.

Der Trick: Nudelportionen schrittweise verkleinern.

Was mich zu einem weiteren Tipp bringt. Sofort die Hälfte wegzulassen, hätte nicht funktioniert. Zu groß wäre das Gefühl von Verzicht gewesen. Die schrittweise Reduzierung z.B. um 20g hat sehr gut funktioniert. Zum einen kann sich die Wahrnehmung leichter daran gewöhnen und zum anderen gewöhnt sich auch der Magen an kleinere Portionen.

Normalerweise kommt bei solchen Artikeln immer auch noch der Tipp, auf Vollkornprodukte zurückzugreifen, weil sie länger sättigen. Ich habe Vollkornnudeln immer und immer wieder versucht. Sie schmecken mir einfach nicht und ich bin nicht (mehr) bereit, Kalorien für etwas zu opfern, das mir nicht schmeckt. Ich komme auch so aus und verfalle nicht in Heißhungerattacken, weil ich die weiße Variante gewählt habe. Aber probiert die Vollkornprodukte aus! Vielleicht kommen sie euch ja entgegen.

Der Körper braucht auch Kohlenhydrate!

Man kann also auch mit den teuflischen Kohlenhydraten abnehmen. Kohlenhydrate sind ja nicht umsonst Teil der Hauptnährstoffe. Man muss kein Wissenschaftler sein, um zu erraten, dass der Körper sie durchaus braucht - wie das Gehirn zum Beispiel. Die Menge macht's - und die muss eben zur Kalorienbilanz passen. Dann gibt's auch keinen Schock auf der Waage.

Kommentare:

  1. Ich verzichte größtenteils auf Kohlenhydrate. Aber hauptsächlich deshalb, weil ich mit einem großen Defizit abnehme und Eiweiß und Fett einfach viel länger sättigen als Kohlenhydrate. Damit kann ich dann auch mit kleinen Mahlzeiten lange satt bleiben. Und so gern ich Nudeln auch mag - stundenlanges Magenknurren sind sie mir nicht wert! :)
    Zusätzlich geht es mir auch körperlich besser - seit ich die Kohlenhydrataufnahme begrenze, habe ich eine viel bessere Haut, ich fühle mich fitter und schlafe besser. Aber das ist natürlich nur anekdotische Evidenz.

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    1. Hallo!

      Ja, für das Kaloriendefizit sind weniger/keine Khs wirklich sinnvoll. Ich habe die Menge ja auch deutlich runtergefahren. Aber ganz verzichten MAG ich halt nicht. Da ich aber nach den SiS-Rezepten koche, sind die Mahlzeiten mit Nudeln trotzdem so zusammengesetzt, dass sie lange satt halten.

      Heute probiere ich aber mal Zoodles :)

      Vielen lieben Dank für deinen Kommi!

      Lg, Karin

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  2. Endlich jemand der seinen gesunden Menschenverstand benutzt,wenn es um Kohlenhydrate geht. Ein sehr guter Blogpost, meiner Meinung nach :)
    Was viele Leute auch vergessen ist, dass Kohlenhydrate unsere primäre Energiequelle sind und wenn wir Sport machen, brauchen wir sie, um ausreichend Leistung zu erbringen. Dazu kommt, dass der Körper auch gerne mal Muskelmasse abbaut, wenn sie Kohlenhydrate fehlen oder nicht genug sind. Das will ja auch keiner.

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    1. Ich danke dir für deinen tollen Kommentar! Da wachse ich gleich um einen Meter! Lg, Karin

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