Dienstag, 19. Juli 2016

Satt essen und abnehmen - Warum muss man eigentlich immer satt sein?

Eigentlich ist es ein Luxusproblem. Wir wollen essen, essen und essen und trotzdem rank und schlank sein. Wir essen schon längst nicht mehr, weil wir die Nahrung benötigen. Eigentlich ist das der am wenigsten wichtige Grund. Wir essen in Gesellschaft, wir essen, weil wir feste Uhrzeiten dafür gelernt haben, wir essen vor dem Fernseher, wir essen aus Langeweile, wir essen zur Belohnung, wir essen zum Trost, wir essen, um zig andere Dinge zu kompensieren - zumindest die, die mit dem Gewicht Probleme haben. Und natürlich knabbern wir nicht an Gurken und Karotten, sondern an der Schokolade. Von Milka. Bis kein Krümelchen mehr in der Packung ist.


Will man dann die überschüssigen Pfunde wieder loswerden, will man sich trotzdem satt essen und am besten keine Mühen auf sich nehmen. Überhaupt scheint sich - unabhängig davon, ob man abnehmen will oder sollte - die Haltung eingeschlichen zu haben, dass man immer und überall satt sein müsse und es eine Unmöglichkeit zu sein scheint, Hunger einige Zeit auszuhalten.

Da wir heute ein Überangebot von Nahrung zur Verfügung haben, müssen wir den Hunger auch nicht mehr aushalten. Man kann den ganzen Tag vor sich hin essen und Kalorien ohne Ende in sich hineinschaufeln. Wie kann man dann überhaupt noch sagen, dass man hungrig oder satt ist? Man dürfte doch sowieso nie hungrig sein. Wenn man jedoch nicht hungrig ist, warum essen wir dann?

Wir geben dem Hunger doch gar keine Chance mehr, sich zu melden bzw. sind so verzogen, beim kleinsten Magenzwicken schon Essen in uns hineinzuschaufeln. Dann wundern wir uns, wenn sich auch kein richtiges Satt-Gefühl einstellen will. Erst kürzlich kam ich mit einer schlanken Kollegin auf dieses Thema. Sie meinte, dass es das in ihrer Kindheit nicht gegeben hätte. Da gab es drei Hauptmahlzeiten und zwischendurch hat man den Hunger halt ausgehalten. Es war ja auch gar nicht immer Zeit zum Essen und trotzdem ist man in Deutschland nicht verhungert.

Zugenommen hat man ja schließlich auch nicht, weil man immer zu hungrig war - sonst hätten Dritte-Welt-Länder wohl die meisten Übergewichtigen. Vielleicht sollte man seinem Verdauungssystem auch einfach mal eine Auszeit gönnen, man muss eben nicht immer und überall essen. Wenn man seine Mahlzeiten darüberhinaus reduziert, schätzt man diese auch mehr und genießt sie dementsprechend. Mehr Genuss bei geringerer Kalorienzufuhr ist ja nun auch nicht das Schlechteste.

Kommentare:

  1. Ein guter Gedanke, der mich jetzt sicherlich ein paar Tage beschäftigen wird. DANKE :)

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  2. Ich danke dir :) Freu mich, wenn mein Geschreibsel zum Nachdenken anregt.

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  3. Ich esse seit Jahren nur eine einzige Mahlzeit am Tag, dafür aber satt. Satt heißt hier nicht: drei Teller oder so, sondern einen großen Teller voll. Zum Kaffe gibt es auch mal Schokolade oder Gebäck, Kekse oder ein Stück Kuchen. "Light" kommt mir nicht ins Haus, Süßstoff auch nicht. Ich habe nur alle 24 Stunden Hunger, kurz bevor ich meine eine Mahlzeit esse. Ansonsten denke ich überhaupt nicht über das Essen nach. Mir geht es blendend, ich nehme nicht zu und nicht ab, ich muss keine Kalorien zählen und mir nichts "gönnen", weil ich mir nichts verkneife. Ich weiß nicht, ob jeder so leben kann, aber offenbar ist es nicht unmöglich, sonst könnte ich es auch nicht.

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