Dienstag, 9. August 2016

Motivation zum Abnehmen - Die Macht der positiven Gedanken

Seit ich mit dem Rauchen aufgehört habe, hat noch niemand zu mir gesagt, dass ich mir doch nach so langer Zeit mal eine "gönnen" könnte. Warum auch. Jeder weiß, dass Nichtrauchen definitiv gesünder als Rauchen ist. Eine Zigarette enthält keinen einzigen Stoff, den der Körper braucht, um zu überleben. Vom bösen, langzotteligen Gewohnheitstier mal abgesehen, ist Nichtrauchen eigentlich leicht. Es gibt nur eine einzige Regel, die es zu befolgen gibt und die auch nicht unterschiedlich ausgelegt werden kann. Sie lautet schlicht: "Rauche nicht!"


Abnehmen ist da schwieriger. Denn das Essen kann man nicht einfach aufhören. Der Mensch muss essen. Es muss halt die richtige Menge sein und sollte alle wichtigen Nährstoffe enthalten. Es ist eine langwierige Angelegenheit, seine Küche figurfreundlich umzustellen. Ich meine damit nicht, sich Rezepte zu besorgen, das kann in Zeiten des Internets jeder denkbar leicht, sondern ich meine, neue Gewohnheiten fest zu etablieren. So fest, dass sie zur Normalität werden.

Abnehmen erfordert eine Auseinandersetzung mit der Nahrung. Mit Kalorien, mit Ernährungskonzepten und schließlich mit den Zubereitungsweisen selbst. Außerdem braucht es ein wenig Disziplin, um nicht in alte Muster zurück zu fallen. Ja, richtig. Ein wenig Disziplin, keinen ganzen Berg davon.

Abnehmen und das Halten des Gewichts assozieren viele Menschen mit Selbstkasteiung und Verzicht. Ich glaube, dass dies die falsche Herangehensweise ist. Wer davon ausgeht, auf etwas zu verzichten, wird früher oder später scheitern. Das kleine Monster auf der Schulter wird gewinnen, wenn es stets flüstert: "Warum? Das bringt doch nichts! Du lebst nur einmal! Scheiß drauf!" Genau. Man lebt nur einmal. Du kannst überfressen auf der Couch liegen und Serien schauen.

Du bist für dein Leben verantwortlich. Keiner sonst.

Du kannst auch in den Wald gehen und die Ruhe und die frische Luft genießen. Es ist deine Entscheidung. Wenn du mit deinem Leben nicht glücklich bist, steh auf und ändere es. Du bist für dein Leben verantwortlich. Du gestaltest es. Du musst den Arsch hoch kriegen, für welches Ziel auch immer.

Eine Kollegin hat mich vor Kurzem gesagt, auf welche Nahrungsmittel ich denn bei meiner Diät verzichte. Ich war ehrlich perplex und ich glaube, ich war sogar unfreundlich, als ich sagte "Ja, auf nix. Ich darf alles essen!" Ich verzichte auch tatsächlich nicht. Weder auf Schweinebraten, noch auf Süßigkeiten. Ja, ja, denkt mancher da, man kann sich das Abnehmen auch schön reden.
Aber genau darum geht es doch. Ob Nichtrauchen oder Abnehmen oder irgendein anderes Ziel. Es ist alles nur Kopfsache. Sich zu disziplinieren ist leicht, wenn man seinen Gewinn vor Augen hat. Die Frage muss immer lauten: "Was gewinne ich?" und nicht "Was verliere ich?"

Was gewinne ich durch eine Verhaltensänderung?

Ich habe sowohl mit dem Rauchstopp als auch mit dem Abnehmen Geschmack gewonnen. Ohne Zigaretten funktionieren die Geschmacksnerven wieder besser und mit dem Ausprobieren von neuen Rezepten bleibt Essen immer spannend. Essen ist viel mehr als Nahrungsaufnahme geworden. Ich koche inzwischen sogar lieber selbst, als ins Restaurant zu gehen.
Beides führt auch zu einer völlig neuen Körperwahrnehmung. Ich bin leistungsfähiger und Energie geladen. Leute sagen mir, dass man mir ansieht, dass es mir gut geht. Ich bin die meiste Zeit gut gelaunt.

Aber beim Essen muss ich doch auf so viele Dinge verzichten? Die Leute sehen doch, wie ich bei einem Tortenstück abwinke oder das Würstchen im Laugenstangerl verschmähe. Das schmeckt doch alles lecker! Und ich armer Tropf stehe da und sehe den anderen beim Essen zu.
Gut, die Laugenstange mit Würstchen hätte ich wirklich gerne gegessen, habe es aber gelassen. Das hat vielleicht gut geduftet! Frisch aus dem Ofen... Aber wenn man Kalorien zählt und die Zufuhr dann auch noch beschränkt, überlegt man sich sehr genau, für was man sein Kalorienbudget "opfert". Ich esse nur mehr, was mir wirklich schmeckt. Bei den Laugenstangerl war der Duft und die Vorstellung vermutlich köstlicher als der Geschmack selbst. Abgesehen davon hätten mich die Teile keineswegs gereizt, wenn ich beim Bäcker gestanden hätte und noch anderes Gebäck zur Auswahl gehabt hätte. Ich hätte niemals zu einer Wurst im Teigmantel gegriffen. Ich hätte sie höchstens aus Geselligkeit heraus gegessen und hätte obendrein ein schlechtes Gewissen wegen der sinnlos verballerten Kalorien gehabt.

Nur noch essen, was einem wirklich schmeckt.

Sich auf die Lebensmittel zu beschränken, die einem wirklich schmecken, erfordert ein genaues "Hinschmecken". Früher habe ich viel nebenbei gegessen, ohne genau darauf zu achten. Unnötige Kalorien! Die Befriedigung, sich etwas gegönnt zu haben, konnte sich ja gar nicht einstellen. Aber ich habe immer mehr gegessen.

Jetzt stelle ich fest, dass das Preis-Leistungsverhältnis oft nicht stimmt. Also die Kalorien, die ich für den Geschmack "bezahlen" muss. Auf gewisse Dinge ist mir dadurch der Appetit sogar gänzlich vergangen. Ich verzichte also nicht, sondern will bestimmte Dinge gar nicht mehr essen, weil es so viele bessere Mahlzeiten gibt.

Schokolade zum Beispiel wird wieder zu etwas Besonderem - was sie mit Blick auf ihre Energiedichte auch sein sollte. Wenn ich mich heute für ein Stück Schokolade als Nachspeise entscheide, gönne ich mir wirklich was und genieße umso mehr. Ein Schoko-Junkie wird nun sagen, dass ich also doch verzichte. Ich sage, dass ich den einen Kinderriegel mehr genieße als er die ganze Packung.

Ich rede mir das alles schön? Das mag zum Teil stimmen. Zu einem anderen Teil haben sich meine innere Einstellung und meine Wahrnehmung geändert. Das eine bedingt das andere und umgekehrt. Rauchstopp und Abnehmen ähneln sich. Disziplin hat man, wenn man der Vernunft wegen durchhält. Man quält sich und "erträgt" die Einschränkung. Das funktioniert aber nur begrenzt.

Streiche die schlechten Dinge aus deinem Leben!

Für mich besteht der Trick darin, sich auf die positiven Dinge zu konzentrieren. Was gewinne ich? Wenn man ehrlich ist, verzichtet man doch gar nicht auf gute Dinge. Es sind die schlechten Dinge, die man aus seinem Leben streicht.

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