Dienstag, 27. September 2016

Wie kann ich mein Gewicht halten?

Es läuft. Das Gewicht geht kontinuierlich nach unten. Plateaus und Wasserschwankungen können mich nicht mehr schocken. Das Kalorientagebuch gibt mir Gewissheit, dass es weiter gehen wird. Es bleiben nicht mehr viele Kilos übrig. Und dann kommt schleichend die Angst, ob man denn am Ende der Diät wieder zunehmen wird und all die Mühen umsonst waren. Irgendwo in einer Ecke sitzt der Teufel namens Jojo, der nur darauf wartet, mit voller Kraft zuzuschlagen. Denkt man.


Bloß, weil die Diät zu Ende ist, werden die Regeln von Kalorienaufnahme und -verbrauch aber nicht auf den Kopf gestellt. Es gilt nachwievor: Wer soviel aufnimmt, wie er verbraucht, hält sein Gewicht. Nimmt man mehr auf, nimmt man zu. Nimmt man weniger zu sich, nimmt man ab. Das Problem ist wohl eher, die neue Ernährung als Gewohnheit zu etablieren. Weiterhin beim Kochen die Fettmengen abzumessen oder überhaupt die Portionen. Weiterhin Sport zu treiben. Weiterhin kalorienhaltige Lebensmittel die Ausnahme bleiben lassen. Wer zurück in alte Fressmuster fällt, nimmt natürlich wieder zu. Warum sollte das falsche Essverhalten nun nicht wieder zu Übergewicht führen?

Ich mache mir nichts vor, ich werde weiter Kalorien zählen müssen, damit meine Portionen nicht schleichend wieder größer werden. Ich kenne mich in der Hinsicht inzwischen gut genug. Aber wieviel darf ich dann essen? In der Theorie ist die Antwort simpel. Meinen Gesamtumsatz natürlich. Dumm nur, dass ich diesen im Grunde nicht genau kenne und er ja täglich schwankt. Ich bewege mich nicht jeden Tag gleich viel. Und selbst wenn ich über eine Stunde Ausdauersport betreibe, wieviele Kalorien verbrauche ich damit? Ich habe keine Ahnung und auf die Rechner kann man sich nur schwer verlassen. Berücksichtigen die das Geschlecht? Gewicht? Körperfettanteil und Muskelanteil können aber variieren und dadurch werden unterschiedlich viele Kalorien bei der gleichen Tätigkeit verbrannt. Wird außerdem mein Grundumsatz von den "erarbeiteten" Kalorien abgezogen? Den hätte ich ja auch beim Nichtstun verballert und der ist ja schon in meinem Kalorienbudget enthalten. Die falsche Berechnung produziert dann eine Doppelung?

Ohne zusätzlichen Sport, scheint mein Gesamtbedarf lediglich 200 - 250 kcal über dem Grundbedarf zu liegen. Sehr wenig, ja. Aber diese Kalorienangaben decken sich erstens mit meiner Abnahme und zweitens mit den Angaben meines günstigen Schrittzählers. (Die Abrechnung mit dem Fitnessarmband kommt demnächst.) 200 - 250 kcal sind etwa 2 große Kinderriegel. Also quasi nix.

Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, meinen errechneten Grundumsatz zu mir zu nehmen. Aber dann nehme ich ja weiter ab? Theoretisch ja, praktisch wohl eher nicht. Zumindest erwarte ich das nicht. Warum? Da gibt es so etwas, das nennt sich Leben. Man geht zum Essen, man trinkt mal ein Glas Wein, man isst mal ein Eis oder ein Stück Kuchen. Mein Mann und ich sind inzwischen in einem Alter angekommen, in dem die Wochenendunternehmung meistens aus Essen mit Freunden besteht. Restaurantessen hat viel zu viele Kalorien und schätzen geht mal gar nicht. Ein wöchentlicher Puffer von 1400 kcal (200 kcal Differenz zum Grundumsatz pro Tag) kann locker an einem Abend verbraten werden. Da will ich lieber vorher Kalorien sparen, als sie hinterher wieder abstottern zu müssen.

Und es ist ja nicht so, dass man einmal beschließt, soviel oder so wenig zu essen und dass dann für immer in Stein gemeißelt ist. Ich muss einfach akzeptieren, dass ich kein intuitiver Esser bin. Ich kann nicht von alleine genau die richtige Menge essen, um mein Gewicht zu halten. Ich wünschte, es wäre anders, aber so ist es halt nun mal nicht. Das Leben ist kein Ponyhof. Deswegen wird man sein Verhalten immer wieder überprüfen und anpassen müssen. Dessen muss man sich am Diätende einfach bewusst sein. Dann nimmt auch nicht wieder zu.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...