Dienstag, 13. Dezember 2016

5 oder 50 Kilo abnehmen ist ein Unterschied

Auf meine 16 Kilo Gewichtsabnahme bin ich stolz. Manch einer mag meine läppischen 16 Kilo belächeln. Was sind schon 16 Kilo, wenn es Leute gibt, die sich halbieren! Die 50 Kilo abnehmen, oder gar 70! Da braucht man Ausdauer, das bedeutet Einschränkung! Und jetzt mach ich hier rum mit 16 Kilo! 16 Kilo, die verspeisen andere ja zum Frühstück - also im übertragenen Sinn.


Ich bin es satt, mir anzuhören, dass ich doch eigentlich gar nicht hätte abnehmen müssen. Woher will das denn jemand anders als ich selbst wissen? Ich sage ja auch zu keinem, dass er sich ja mit 140 Kilo ganz schön beschissen fühlen muss. Ja, ich darf ja noch nicht einmal sagen, dass ich keine 140 Kilo wiegen möchte. Dennoch ist es ein Unterschied, ob man 5 oder 50 Kilo abnehmen möchte.

Wenn man nur 5 Kilo verlieren möchte, ist es unheimlich schwer, sich zu motivieren. Die Hosen sitzen, man gefällt sich im Spiegel selbst und eigentlich kann es ja eh so bleiben, wie es ist. Denn diese 5 Kilo haben ja keine Eile. Also esse ich heute vielleicht mal einen Schokoriegel weniger und morgen auch und bin übermorgen frustriert, weil ich mir doch zwar 100g Snickers gespart habe, aber keine 100g abgenommen habe. Ich gehe eine Stunde zum Sport und bin schockiert, weil diese je nach Art nicht mal reicht, um einen Snickersriegel wieder ungeschehen zu machen. Und so hangelt man sich von Tag zu Tag, will es morgen besser machen und im Endeffekt macht man zu wenig, um motivierende Erfolge zu sehen. Man lässt es ganz bleiben.

Oder: man hat schon soviel geschafft, dass es einem irgendwie auch reicht. Die letzten Kilos sind die schwersten. 5 Kilo weniger wären eigentlich schon schön, denke ich mir. Aber Schokolade schmeckt halt auch sehr lecker... Und nun habe ich ja soviel geschafft, da kann ich ja auch mal...

Erschwerend kommt dazu, dass es immer langsamer vorwärts geht. Am Anfang purzeln die Kilos nur so. Ein Teil Wasser wird ausgeschwemmt, man ist motiviert und hat einen eisernen Willen. Aber sobald dieses erste Wasser weg ist und das Verdauungssystem nicht mehr mit so viel Masse gefüllt ist, tut sich nicht mehr viel. Einerseits ist es wahnsinnig schwierig, sich wirklich zusammenzureißen und auf das ein oder andere Leckerli zu verzichten. Andererseits scheint der Körper wirklich zu merken, dass gar nicht soviele Fettreserven da sind. Er scheint sich geradezu zu wehren, diese loszuwerden. Zumindest habe ich mehr Hunger, seit ich das Normalgewicht erreicht habe. Dass dies keine Einbildung ist, bestätigt mir auch die Google-Suche. Ob Men's Health oder irgendwelche Forenbeitrage und sogar einen Eintrag von Weight Watchers habe ich gefunden, warum die letzten 5 Kilos die schwersten sind. Während es also vorher relativ leicht war, Hunger auch einfach mal bis zur nächsten geplanten Mahlzeit auszuhalten, schreit inzwischen irgendein Idiot in meinen Eingeweiden ziemlich laut "Da. Die Schokolade. Ja, genau die. Die will ich haben!" - und zunichte ist das Defizit.

5 oder 50 Kilo abnehmen macht einen Unterschied. In der Tat. Die letzten 5 sind auf alle Fälle schwieriger wie alles andere davor.

1 Kommentar:

  1. Du hast vollkommen recht, die letzten 5 Kilo sind die schwierigsten!
    Das ist einerseits körperlich bestimmt - der Gesamtumsatz ist nicht mehr so hoch, dass man da locker was wegsparen kann, um satt zu werden.
    Das ist andererseits psychologisch bestimmt - der Leidensdruck ist weg - niemand beleidigt einen mehr, weil man 5 kg zuviel drauf hat, man ist attraktiv, passt ja alles. Man ist nicht da, wo man sein möchte, aber die Umwelt macht einem keinen Druck mehr, 5 kg zuviel ist okay.
    Aber die körperliche Seite, wenn man auf den psychologischen Kram keinen Wert legt, ist das schwierigste - für die letzten paar Kilo muss man sich wirklich anstrengen und wirklich diszipliniert sein.

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