Dienstag, 21. Februar 2017

Kalorien sparen ohne Zählen - Teil 3: Gewohnheiten beachten

Ich finde es besonders schwer, gegen alte Gewohnheiten anzukämpfen. Ganz auf sie zu verzichten, funktioniert meist nur für begrenzte Zeit. Wenn man durch irgendetwas aus der Bahn geworfen wird, fällt man zurück, ist frustriert und nicht selten eskaliert es auch. Essen kann wie der Kaffee oder die Zigarette danach auch Gewohnheit sein. Nun kann man mit dem erhobenen Zeigefinger dastehen und sagen, dass man Essen missbrauche und man das nicht dürfe und am Ende fühlt man sich klein und wie ein Versager. Und die Schokolade flüstert dann "Komm her zu mir! Ich verstehe dich! Ich tröste dich!" Dies ist dann der Punkt, an dem man dauerhaft einknickt und man sagt "Das bringt doch alles eh nichts!"


Es ist viel leichter, sich mit seinen Gewohnheiten und Marotten zu arrangieren, als sie frustriert zu bekämpfen und am Ende doch zu verlieren. Das Stück Kuchen am Nachmittag muss sein? Dann plant man es eben ins Tagesbudget ein! Selbst gemachter Kuchen, bei dem man z.B. nicht die volle Menge Zucker zugibt, schlägt mit zwischen 200 und 350 kcal zu buche (entspricht etwa einer halben Stunde auf dem Stepper). Eine halbe Nussschnecke von Aldi oder ein Berliner von Aldi haben etwa 250 kcal. Das sind keine Mengen, die man nicht irgendwie einbauen kann oder anderweitig abfedern kann. Wer hier jetzt Schleichwerbung vermutet, den muss ich enttäuschen. Ich werde dafür nicht bezahlt. Aber der Vorteil an abgepacktem Gebäck sind eben die aufgedruckten Kalorienangaben, die ich beim Bäcker nicht geliefert bekomme und man verkalkuliert sich mit aller Wahrscheinlichkeit.

Bei allen Gewohnheiten dieser Art geht es ja normalerweise nicht um Hunger, sondern eher um ein Gelüst. Ich missbrauche Essen durchaus als Belohnung. Süßes gönne ich mir für einen harten Vormittag oder auch, nachdem ich Zwergnase ins Bett gebracht habe. Es läutet für mich das Ende eines Tages ein. Es geht mir oft um das Essen selbst und nicht darum, was es ist. Abends ist es mir einerlei, ob das eine halbe Tüte Chips ist oder eine Schale Gemüsesticks, wenn es etwas sein soll, das knackt. Wenn es etwas Süßes sein soll, kann es Schokolade sein oder ein gestückeltes Obst wie eine Birne oder ein Apfel oder auch ein selbst gemachter Fruchtquark. Vielleicht ist es auch ein Überbleibsel aus Raucherzeiten, dass ich den Mund beschäftigen muss.

Die Gründe für das Essverhalten kann man natürlich angehen. Vielleicht kann man sie ja auch beseitigen, was einem das Leben mit Sicherheit leichter macht. Aber diese Gründe müssen das eigene Gewicht eben nicht negativ beeinflussen, wenn man sie und damit sich selbst einfach annimmt und akzeptiert. Man kann mit sich selbst Kompromisse schließen, um sich das Essen an sich nicht verbieten zu müssen, aber trotzdem nicht heillos Kalorien aufnimmt. 

Ich will abends essen. Ich will das einfach. Ich rutsche unruhig auf der Couch herum, wenn ich es mir verbiete. Meine Zufriedenheit stellt sich aber eben auch bei gesundem Essen ein oder wenn es denn einmal auch Schokolade sein muss, dann gönne ich mir eben eine kleine, überschaubare Portion bewusst. Ein Ritter Sport mini hat ca. 100 kcal. Die Birne auch. Ich entscheide, was ich esse. Aber eben bewusst und ohne schlechtes Gewissen.

Eigentlich habe ich es letzte Woche bei den Portionsgrößen schon durchklingen lassen. Es geht darum, seinen Tag und seine Mahlzeiten zu kennen und die Kalorien dafür anzupassen. Das ginge wahrscheinlich auch als dauerhafte Ernährungsumstellung durch, die man durchhalten kann. Die eigentliche Gewohnheit kann man nämlich beibehalten, nur die Details verändert man zu seinen Gunsten. Und deshalb lohnt es sich auch, beim Selbstkochen einfach nur gewisse Zutaten auszutauschen und anzupassen, anstatt sich durch eine ganz neue Küche zu kämpfen. (Obwohl das natürlich auch viel Spaß macht!). Dazu gibt es nächste Woche mehr.


Alle Teile im Überblick:

Teil 1: Energiedichte
Teil 2: Portionsgrößen
Teil 3: Gewohnheiten beachten
Teil 4: Selbst kochen und austauschen

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