Dienstag, 28. März 2017

Die Ewig-und-drei-Tage-Diät - Ein Jammerpost

Jeden Dienstag ging ein Post zum Abnehmen online. Nur seit einigen Wochen schweigt der Blog beharrlich. Zuletzt habe ich eine kleine Serie zusammengestellt, die Kalorienreduktion (hier) ohne konkretes Zählen vereinfachen sollte. Funktioniert wohl nicht, mag man sich da denken, weil ich so gar nichts mehr davon hören lasse. Die Wahrheit ist: Es funktioniert durchaus, wenn man die nötige Disziplin dafür aufbringt. Die Wahrheit ist auch, dass ich ohne Küchenwaage und Ernährungstagebuch aufgeschmissen bin.


Denn nach und nach stellt sich der Schlendrian ein, das Handgelenk wird bei der Zugabe von Öl immer lockerer und die paar Nudeln mehr machen ja nicht soviel aus. Natürlich machen sie das. Und das weiß ich auch. Ich bin ja nicht doof. Doch wenn das Abnehmen nicht mehr im Fokus steht, dann nimmt man es halt nicht so genau.

Tatsächlich muss ich doch immer wieder die Kalorien einer Mahlzeit ausrechnen, um im Rahmen zu bleiben. Von alleine funktioniert es einfach nicht, selbst mit meinen aufgestellten Regeln. Und intuitives Essen schon gleich dreimal nicht. Intuitives Essen bedeutet, dass man genau die Lebensmittel in der Menge zu sich nimmt, die man benötigt, sodass man wie von Zauberhand sein Gewicht hält. Viele Menschen können das, noch mehr können es nicht. Wer entscheidet schon, ob der Körper nun ein Schokoladenrippchen oder eine ganze Tafel braucht. Man kann sich vieles schön reden, wenn man nur will. Die Wahrheit bleibt dennoch dieselbe. Eine ganze Tafel Schokolade braucht in der westlichen Welt kein Körper.

Deshalb hilft mir auch das Buch Intuitiv Abnehmen - Zurück zu natürlichem Essverhalten überhaupt nicht. Stattdessen will es mir vermitteln, dass ich meinen Körper mit seinem übermäßigen Appetit eben akzeptieren müsse - und wahrscheinlich auch das viel höhere Gewicht, wenn ich meinem Appetit nachgeben würde. Außerdem enthält das Buch ziemlich viel Fettlogik, sodass ich es direkt in die Papiertonne geworfen habe. Das kann man ja niemand anderem zumuten.

Das einzige, was ich wohl akzeptieren muss, ist, dass ich meine Kalorienaufnahme immer mehr oder weniger kontrollieren müssen werde, da sich mein gesegneter Appetit wohl auch auf lange Sicht nicht ändern lassen wird. Daran bin ich schließlich die letzten 9 Jahre schon gescheitert.

Das mag jetzt ziemlich frustrierend klingen und irgendwie bin ich ja frustriert. Denn auch wenn ich es als Ernährungsumstellung beschönige, in Wahrheit ist es doch eine Ewig-und-drei-Tage-Diät. Wenn ich esse, was und vor allem wieviel ich will, gehe ich auseinander wie ein Hefeteig. Und zwar etwa in der gleichen Geschwindigkeit. Zum Glück gelingt es mir immer, die Notbremse ganz flott zu ziehen und wieder gegenzulenken, sodass zu große Schwankungen ausbleiben.

Trotz der ganzen Jammerei ist es der Zeitpunkt, an dem ich nochmal auf das Buch Fettlogik überwinden von Dr. Nadja Hermann verweisen möchte. Denn auch ein gesteigerter Appetit verdammt nicht zum Dicksein. Es gibt genügend Ticks und Tricks, um viel auf dem Teller und wenig auf dem Kalorienkonto zu haben.

Da im Moment mehr das Halten des Gewichts als das Abnehmen im Fokus ist, werden sich meine Posts dahingehend verschieben. Nachdem mir auch das Kochen mit meiner Lotta soviel Freude bereitet, ich mich aber dabei sehr auf verschiedene Kochbücher stütze, die alles andere als Kaloriensparen im Sinn haben, werde ich versuchen, von nun an jeden Freitag eine abgespeckte Rezeptversion zu veröffentlichen. Sozusagen Anschauungsbeispiele zur Kalorienreduktion bei (fast) gleichem Geschmack. Übung macht schließlich den Meister und irgendwann hat man den Dreh raus. Außerdem brenne ich darauf, das ein oder andere Rezept meiner Schlank-im-Schlaf-Kochbücher in der Lotta zuzubereiten. Denn auch, wenn ich inzwischen von SiS abgerückt bin, die Rezepte bieten viel Masse, sodass auch der mit dem größten Appetit noch satt wird. Die Fotos sind nicht professionell und mit Kochblogs kann ich nicht mithalten. Allerdings sieht man dann wenigstens, wie die Gerichte von Ottilia Normalverbraucher umgesetzt werden, ohne Food-Fotograf.

1 Kommentar:

  1. Intuitiv essen kann ich auch nicht. Bzw ich kann das schon, aber das hat dann verheerende Wirkung ;)
    Ohne FDDB und Küchenwaage geht bei mir nichts. Ich brauche das und merke, dass ich mich schnell verschätze, wenn mit dem Abwiegen geschlampt wird.
    Das ist dann halt so, muss man mit leben.

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