Sonntag, 12. März 2017

Lotta und ich

Alles begann mit einer Thermomix-Vorführung im Oktober. Eine Freundin brauchte noch etwas Publikum und für mich war es ein Samstagnachmittag außer Haus und ohne Kind, dafür mit etwas zu Essen. Eine so teure Küchenmaschine brauche ich natürlich nicht. Ich kann ja selbst kochen und das nach Aussage meines Mannes auch ziemlich lecker. Töpfe, Ofen und Schüsseln macht man bei den meisten Rezepten ohnehin zusätzlich dreckig. Es kommt nur noch ein Topf mit einem unpraktischen Messer am Boden dazu. Nein, nein. Einen Thermomix brauch ich sicher nicht!


Ich machte mir also einen Spaß daraus, die Zutatenlisten und Kalorien der Kochvorführung zu analysieren. Bei den Mengen an Öl und Fett mussten die Speisen ja schmecken! Die Vertreterin nickte wissend und war geschickt genug, die Unterhaltung auf kalorienbewusste und gesunde Ernährung mit dem Gerät zu lenken. Sie war wirklich kompetent, ich hätte ihr die Provision gegönnt. Aber ein Küchengerät für 1200 Euro bleibt halt doch nur ein teures Küchengerät.

Allerdings hat mich tatsächlich die Bequemlichkeit überzeugt. Dass das Gerät vor sich hinkocht und rührt, während ich Zeit zur Verfügung habe. Was im Alltag mit Kleinkind konkret so aussieht, dass der Spross genau dann zum großen Geschäft ruft, wenn die Pfanne heiß ist und die Zutaten so brutzeln, dass sie eigentlich weg vom Herd müssten. Die Küchenmaschine ließ mich also nicht los. Aber 1200 Euro? Nie. Im. Leben.

Aber wie gut, dass just im Oktober Lidl eine Neuauflage seiner Küchenmaschine in die Läden brachte. Den Monsieur Cuisine plus. Mit dem berüchtigten und heiß begehrten Linkslauf, der dafür sorgt, dass Fleisch beim Kochen nicht Brei wird. Kostenpunkt 199 Euro. Bingo. Mein Geschenk von mir für mich zum Geburtstag!

Da Monsieur Cuisine plus nun etwas umständlich auszusprechen ist, hab ich aus dem Monsieur eine Sie gemacht und sie Lotta getauft. Und Lotta macht alles. Sie püriert, mixt, zerkleinert, kocht, gart mit Dampf. Ich wage mich an Rezepte, die ich vorher wegen des vielen Aufwands gemieden habe. Den Pürierstab auch noch anbatzeln? Och, nö... Muss ja nicht.  Ich fange an, übriges Gemüse zu Saucen und überreifes Obst zu Konfitüre einzukochen. Ich durchforste das Internet nach Rezepten, lese Thermomix-Zeitschriften und habe mir Kochbücher angeschafft. Was man damit alles selber machen kann! Natürlich Liköre, Marmeladen, Saucen, aber auch Geschenke! Badesalze, Duschpralinen, Handlotio... Stop! Wirklich? Will ich selbst sowas geschenkt bekommen?

Auf gar keinen Fall. Aber über den Do-It-Yourself-Wahnsinn ein andernmal mehr...


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen