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(K)eine Reise nach Italien

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Zwergnase ist nun fast 3 1/2 Jahre alt. Das letzte Mal waren wir in Urlaub, als er unterwegs war. Damals ging es nach Riccione in Italien. Wir hatten uns in einem eher unscheinbaren, aber komfortablen Hotel eingemietet, waren täglich am Strand und flanierten abends die Shopping-Meile entlang. Wir haben La Dolce Vita genossen.

Bisher konnten wir uns nicht zu einem Urlaub mit Kind überwinden. Was wir da alles mitnehmen hätten müssen. Verpflegung, Windeln, Kuschelwindel, den gesamten Kleiderschrank, Spielzeug, Kinderwagen. Ein Umzug wäre nicht weniger Aufwand gewesen. Und der Urlaub selbst? Entspannt auf der Liege gammeln? Eher nicht. Ihm hinterher zu rennen hätte sich damit abgewechselt, ihn zum Schlafen zu bewegen. Zuhause lief es hingegen einfach. Eine angenehme Routine, die wir nicht aufgeben wollten.

Ich sitze entspannt auf unserer Decke im Freibad, schaue ihm zu, wie er mit den anderen Kindern im Planschbecken spielt und denke über einen Urlaub nach. Dieses Jahr hätten wir mit Zwe…

Shiva - Ein Stück Indien in Deggendorf

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Kennt ihr die? Diese dürren, hochnäsig drein schauenden Püppchen von Kellnerinnen, auf deren Gnade man angewiesen ist, wenn man eine Bestellung aufgeben will? Die ein Augenrollen nicht immer unterdrücken können und denen man es so richtig anmerkt, dass sie eigentlich ganz woanders sein wollen? Im Shiva in Deggendorf gibt es die nicht.

Ich war noch nie indisch essen und deshalb konnte ich mir gar nichts darunter vorstellen, als uns Freunde vorschlugen, doch mal den neuen Inder in der Pfleggasse auszuprobieren. Schon auf der Straße nahmen wir den von orientalischen Gewürzen durchwirkten Duft der für uns fremden Küche wahr. Ein freundlicher Kellner führte uns zu einem lauschigen Plätzchen im hellen Wintergarten. Die Tische sind schon voreingedeckt, die Einrichtung strahlt eine Wärme aus, die gleichzeitig modern wirkt. Dezente indische Deko-Artikel runden das Ambiente ab.

Zum Studieren der Speisekarte brauchte ich meine Zeit. Die Namen der verschiedenen Gerichte sagten mir nichts, ich mu…

Gut gemeint & trotzdem falsch

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Zwergnase sitzt inmitten der Äste und Blätter. Eine Kirsche ins Töpfchen, die andere ins Kröpfchen. Ich habe ihm einen Ast vom Baum gesägt, damit er bei der Kirschernte helfen kann. Den ganzen Nachmittag verbringen wir im Garten, das T-Shirt kann ich am Abend entsorgen. Zwergnase hat sich auch am Entsaften geübt. Ein schöner Tag geht zu Ende.
Die Kirschbäume gibt es nicht mehr. Aber Zwergnases Erinnerung daran. Die Kirschbaumblüte in Omas Garten hat er mit großem Interesse verfolgt. Zuerst blüht der Baum, dann gibt es Kirschen. In seiner Rechnung kommen niedrige Temperaturen jedoch nicht vor. Die Ernte wird recht kärglich ausfallen. Oma hat exakt 27 Kirschen gezählt. Da ist der Schwund durch Amsel, Fink und Star und der ganzen Vogelschar aber noch nicht einberechnet.
Sehnsuchtsvoll blickt Zwergnase in den Baum. "Dauert no aweng! Sind noch keine Kirschen dran!", meint er dann fachmännisch. Oma und ich wechseln verstohlene Blicke. Wir wissen nicht, wie lang er sich damit noch ve…

Der Kindergartenausflug zum Haus am Strom (Untergriesbach)

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Es fällt mir sehr schwer, meine Comfort-Zone zu verlassen. Insbesondere mit Zwergnase. Von Großveranstaltungen für Kinder halte ich mich in der Regel fern. Zu viele Menschen, zu viel Gedrängel. Gelegentlich geht es natürlich in den Zoo oder auf das Frühlingsfest. Als ich den pinken Zettel mit den Informationen zum Kindergartenausflug aus seinem Rucksack fischte, stand außer Frage, dass wir teilnehmen. Zwergnase hat Kinder um sich, erlebt etwas und ich habe die Gelegenheit, die anderen Mamis besser kennenzulernen.

Was ein Ausflug für Mama bedeutet Am Tag vor dem Ausflug bereue ich meine Entscheidung. Immer. Mit der gepackten Tasche könnten wir vermutlich auch eine Woche in Urlaub fahren. Wir sind wirklich für jeden Fall gerüstet. Wir haben Kleidung für alle Fälle dabei. Dazu eine Kühltasche, mit der man den ganzen Bus versorgen könnte. Wurstbrote, Obststücke, Gemüsescheiben, Süßigkeiten, und und und. Was? Schon so spät? Als das in der Wohnung herumrennende Kind einfangen, eincremen, a…

Im Rathaus

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Weil der Kindergartenausflug an die Grenze zu Österreich gehen sollte, bat die Leitung darum, Ausweispapiere mitzunehmen. Ausweispapiere? Haben wir nicht. Also Zwergnase hat keine. Wir sahen bisher keine Notwendigkeit, ihn auf das Ausland loszulassen.
In meiner Vorstellung ließ ich ganz entspannt Fotos von Zwergnase machen, um dann ohne ihn im Rathaus vorstellig zu werden, während er im Kindergarten ist. Gibt schließlich Spannenderes als einen Ämtergang. Um einen Kinderreisepass zu beantragen, muss man das Kind allerdings mitschleifen. Erschien mir beim ersten Durchlesen unsinnig, beim zweiten Mal jedoch schlüssig. Da könnte ja jeder mit einem beliebigen Kinderbild antanzen und Ausweispapiere besorgen!
Geburtsurkunde benötigt man auch, aber das ist nachvollziehbar. Was mir etwas lästig erschien, war die Zustimmungserklärung des zweiten Sorgeberechtigten. Ich schlepp doch nicht den Nasenpapa mit aufs Amt. Das kann ich alleine erledigen! Reicht ja, wenn einer von uns warten muss! Zähnek…

Chill mal, Mama!

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"Wie? Zwergnase schläft immer noch? Ist er dafür nicht schon zu groß? Klein-Karli braucht keinen Mittagsschlaf mehr, seit er zwei ist!" Der Blick auf Klein-Karli sagt zwar etwas anderes, aber ich halte den Mund.

Beim Griechen

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Ich habe mich lange darum gedrückt, mit Zwergnase in ein Restaurant zu gehen. Einen Eineinhalbjährigen am Tisch festzuhalten, wenn der das nicht will, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Entspanntes essen sieht anders aus. Lieber koche ich zuhause, bevor ich mir und den anderen Gästen einen Restaurantbesuch zumute. Kommt Zeit, kommt Rat, heißt es so schön. Mit seinen guten 3 Jahren kann man Zwergnase nun im Voraus verklickern, was auf ihn zukommt, was er darf und was er nicht darf. 
Heute geht's also zum Griechen. Da gibt es etwas zu essen. Auch Pommes? Auch Pommes. Beim Griechen sind wir aber nicht alleine. Da sitzen viele Menschen und wollen auch etwas essen. Auch Pommes? Ja, manche wollen auch Pommes. Wenn man zum Essen geht, muss man brav am Tisch sitzen bleiben, damit die Kellner das Essen nicht fallen lassen, weil sie stolpern. Dann kann man die Pommes nicht mehr essen? Nein, dann kann man die Pommes nicht mehr essen. Ernstes Nicken.
Wir sind vor Oma, Opa und der Lieblingstante…

Oma in der Pflicht?

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Auf Einer schreit immer erschien kürzlich ein Gastbeitrag darüber, dass man sich als Mutter Unterstützung von der Oma wünschen würde, die aber ihr Leben in vollen Zügen genießt, sich im Fitnessstudio und auf Reisen herumtreibt, während die Working Mum sich wie im Hamsterrad aus Beruf, Haushalt und Kindererziehung fühlt. Früher sei das ganz anders gewesen. Früher hätten Omas gestrickt und mit dem Enkel auf der Parkbank sitzend Vögel gefüttert.
Ich glaube, hier ist jemand dem "Früher war alles besser"-Irrglauben aufgesessen. Zumindest trifft das gezeichnete Bild der Märchen-Oma nicht auf meine eigenen zu. Diese waren jünger als Zwergnases Omas jetzt und auch noch selbstständig. Demnach musste meine Mutter den Alltag mit zwei Kindern auch alleine stemmen. Meine Omas waren da, wenn Not am Mann war oder wenn meine Eltern eben einmal ausgehen wollten. Ich glaube aber nicht, dass sich meine Mutter gewünscht hätte, dass ihre Mutter und ihre Schwiegermutter sich in ihren Haushalt ei…

Wer bei der Wahl seiner Eltern nicht aufgepasst hat...

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Als Teenager habe ich schon sehr mit meinem genetischen Erbe gehadert. Schiefe Zähne, die Augen schlecht, die Finger krumm, die Oberschenkel "standfest". Als die körperlichen Vorzüge verteilt wurden, war ich anscheinend gerade am Buffet. Aus dem Teenie-Alter bin ich raus, die Zähne sind gerade, die Brille ist ein Accessoire und mit meinen Beinen stehe ich fest im Leben. Nur am Buffet treibe ich mich immer noch herum und lade Eigenschaften auf den Teller, die nur von zweifelhafter Nützlichkeit sind.

Der Hund auf der Straße - (K)ein Straßenköter?

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Ich mag Hunde nicht besonders. Wenn ich auf der Straße einem begegne, ignoriere ich ihn. Es käme mir nicht in den Sinn, einem Hund oder seinem Besitzer zuzusprechen. Das Tüddelü der alten Damen, wenn sie normalerweise Babys sehen. Von wegen "Ja, ist das ein Süßer! Ja, wie heißt er denn? Bist ein Braver, gell! JAAAAAA!" Ähm. Nein. Zuviele Hunde von Bekannten sind an mir hoch gesprungen und haben mir die Kleidung ruiniert. Außer einem "Normal macht der das nicht! Höhö!" kam herzlich wenig von den Besitzern. Wenn ich nur an diese eine Jeans denke... Weiß der Geier, wo der Hund zuvor rumgelaufen war. Die Flecken von seinen Pfoten bekam ich nie wieder raus. Zu oft bin ich schon in Hundedreck gestiegen. Zu oft habe ich zu Zwergnase sagen müssen, dass er hier und dort keine Blumen pflücken darf, weil da Hunde reinkacken. Noch öfter hat mich das plötzliche Gebell hinter einer Hecke erschreckt oder wurde Zwergnase davon aufgeweckt. Nein, meine Erfahrungen mit Hunden sind b…

Schäferstündchen - Wenn Eltern miteinander ins Bett gehen

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Zeit zu zweit muss man sich als Eltern oft stehlen. Aber man ist ja auch noch Mann und Frau und nicht nur Papa und Mama. Mit der Zeit lernt man, Gelegenheiten sofort wahrzunehmen, ehe der Moment verstrichen ist. Ehe man einen zu tiefen Atemzug des Sprösslings hört und man weiß, er wird gleich rufen. Ja, nur die entschlossenen Entscheidungen führen zum Ziel.  Dabei kommt es vor allem auf eine Verständigung an, die ohne Worte auskommt. Unsere Blicke suchen und finden sich. Sie halten sich einen kurzen Moment fest. Mehr Romantik gibt es nicht. Keine tragische Musik, kein sehnsuchtsvolles Aufstöhnen, keiner ertrinkt in den Augen des anderen, die blau und undurchdringbar wie ein Gebirgssee scheinen.

Auf dem falschen Fuß erwischt

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Es ist heiß. Es ist schwül. Für uns gibt es deshalb keine Alternative. Seit ich denken kann, geht es für uns bei Temperaturen über 24°C ins Hengersberger Freibad. Dieses Jahr brauchen wir uns noch nicht einmal mit zu wenig Parkplätzen herumärgern oder dass wir keinen Platz mehr im Schatten eines Baumes ergattern würden. Irgendwie scheinen die Besucher weniger zu sein als sonst.


Man kann nur spekulieren, woran das liegt. Vielleicht an der Renovierung des Hallenbads, durch die Teile des Freibadareals als Baustellenzufahrt abgesperrt sind. Vielleicht, weil das Wärmebecken dadurch nicht nutzbar ist. Vielleicht, weil die Einzelkarte trotz der Einschränkungen wie schon die vergangenen Jahre 4 Euro kostet. Vielleicht, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis bei anderen Bädern inzwischen weitaus besser ist.
Wie eh und je habe ich aber eine Saisonkarte, das Wärmebecken vermisse ich nicht. Wichtig sind für mich lediglich das Wellenbecken und der Kinderbereich. Letzterer wird durch Bauzäune dummerw…

Gluckenalarm

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Zwergnase hat sich in den letzten Monaten äußerlich verändert. Er ist in die Höhe geschossen und schmäler geworden. Auf einmal ist er kein Kleinkind mehr. Er wagt mehr, sucht sich mehr Herausforderungen und bewältigt sie. Auf einmal ist Zwergnase furchtbar selbstständig geworden.
Furchtbar? Ja, furchtbar. Zwergnase ist viel flexibler als ich. Ihn einfach mal machen zu lassen, statt gleich zu laufen, kostet mich ziemlich viel Selbstbeherrschung. Wenn er sich aufs Laufrad schwingt, die Beine nach oben streckt, die abschüssige Hofeinfahrt runtersaust, jubelt und danach stolz mit geröteten Wangen angerannt kommt: "Mama, hast du das gesehen?" Eigentlich nicht, mein Schatz, ich konnte aus lauter Sorge um dich nicht hinschauen. "Ja, super, oder?" "Jaaaaaa!" und weg ist er wieder.

Was die Leute reden

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Die Anzeige sprang gerade auf 20:07 Uhr um, als es an der Tür klingelte. Zwergnase, der gerade ins Land der Träume unterwegs gewesen war, riss die Augen wieder auf. "Wer war das? Mama! Ich schau nach!" Ich rollte mit den Augen und ließ ihn aufstehen. Alles andere war sowieso zwecklos. Vor der Tür stand der Nachbar. Kein "Entschuldigen Sie die Störung" oder in der Art. Er fiel sofort mit der Tür inklusive Klingel ins Haus. "Ich hab beim Paketdienst angegeben, dass Sie morgen mein Päckchen annehmen. Ist superwichtig!" Was würde ich dafür geben, wenn Zwergnase jetzt nach dem Zauberwort fragen würde. "Naja," entgegnete ich, "wenn ich daheim bin, kann ich das schon machen." "Ist wirklich sehr dringend. Und so als arbeitslose Mami sind Sie doch sowieso daheim!"

Mit Kind im Supermarkt - kurz vor Ladenschluss

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Ich habe es nie verstanden, wie man mit so einem armen Zwerg kurz vor Ladenschluss zum Einkaufen gehen kann. Kurz vor 20.00 Uhr gehört ein Kind ins Bett und nicht in den Einkaufswagen. Da hängen die Kids in den Seilen, ihnen ist langweilig und sie sind quengelig. Der Wutanfall ist vorprogrammiert. Aber die Kinder können ja nichts dafür, wenn sie ihre verantwortungslosen Mütter ins Geschäft schleifen statt ihnen Märchen vorzulesen. Da braucht man ja nun wirklich keine pädagogische Ausbildung, um den Zusammenhang herzustellen. Dass man so spät erst einkaufen fährt, obwohl die Hausfrau ohnehin den ganzen Tag daheim ist, ist mir auch ein Rätsel. Mann muss es doch fertigbringen, den Einkauf nicht auf den letzten Drücker zu erledigen. Das Kind spürt doch den Zeitdruck auch. Der Stress! Aber dann wundern, wenn es Probleme gibt. Das sind mir ja die liebsten. Wenn ich eigene Kinder habe, läuft das ganz anders.

Eine Oma ist Luxus, zwei sind das Paradies

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Zwergnase liebt seine Omas. Alle beide, heiß und innig. Dass wir eine von ihnen besuchen, darf ich ihm erst nach dem Mittagsschlaf sagen, sonst fällt dieser aus. Selbstredend, dass seine Zuneigung bedingungslos von beiden erwidert wird. Seine Omas tun alles für Zwergnase. Ohne ihn braucht man gar nicht aufschlagen. Das gibt lange Gesichter und ein enttäuschtes "Wo is denn da Bua?!"

Von selbst gebastelten Muttertagsgeschenken und Frühstück im Bett

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Ich werde vom Geklapper des Geschirrs geweckt. Ich muss darüber lächeln, wie meine beiden Männer über die Anordnung des Frühstücks auf dem Tablett streiten. Wie Zwergnase ganz stur die Semmel immer wieder auf den Teller und Papa sie zurück in den Korb legt. Die Kühlschranktür öffnet und schließt sich mehrmals. Die Marmeladengläser klirren gegeneinander. "Und jetzt", verkündet Zwergnase, "jetzt wecken wir Mama auf!" Papa trägt dem Scheppern nach das Tablett recht unsicher ins Schlafzimmer. Er flucht immer wieder leise, weil Zwergnase ihm vor den Beinen herumtanzt. Tapp, tapp, tapp. Natürlich stelle ich mich schlafend, als Zwergnase neben mir flüstert: "Mama! Aufstehen! Heute ist doch Muttertag!"

Mit Gummistiefeln im Freibad

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Mit Kleinkind gibt es viele Momente, in denen man einfach machtlos ist. In denen man erklären kann, soviel man will, es hilft alles nichts. Die Antwort lautet mit Sicherheit "Ich will aber!" Wie lange hat man gewartet, dass das Kind seine Bedürfnisse äußern kann, damit das heitere Rätselraten ein Ende hat. Jetzt wünsche ich mir manchmal die Zeit zurück, in der ich Zwergnase anziehen konnte, was ich wollte. Natürlich wollen wir alle selbstbestimmte Menschen heranziehen, die sich später einmal durchsetzen können und ihren Standpunkt darlegen. Natürlich trägt das zur Bildung eines Selbstbewusstseins bei. Aber Herrgott. Muss das echt schon mit 3 so geübt werden?! 

Der Drang nach Selbstbestimmung nervt manchmal ganz schön. Eben morgens vor dem Kleiderschrank. Bei dem ich dem Herrn eine Auswahl an T-Shirts herauslegen muss, nur damit er dann feststellt, dass keines zur heutigen Stimmung passt. Schließlich kommen zwei ins Finale und weil er sich nicht entscheiden kann, sollen es h…

Die Wischmaschine

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Ein Vorteil an Kindern ist ja auch, dass man zu Uhrzeiten topfit ist, wenn sich andere nochmal auf die Seite drehen. Dementsprechend früh kann man dann auch ungestört zum Einkaufen gehen. Meint man. Denn wenn der Laden leer ist, hat man mit anderen Hürden als den Einkaufswägen der anderen Kunden zu kämpfen. Nicht immer ist der Sieg garantiert. Völlig ahnungslos schiebe ich also den Chip in meinen Wagen und rolle in den Laden. Genauer gesagt: in den Netto.

Was hast du gesagt?

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Der Kindergarten ist eine feine Sache. Nicht nur, dass es dort einfach Unmengen an Spielsachengibt, nein, es gibt sogar einen Turnraum, in dem sich die Kinder auch bei schlechtem Wetter austoben können. Na gut, ein bisschen hofft man schon, dass dem Spross etwas Zucht und Ordnung beigebracht wird. Vor allem das Einzelkind erfährt, dass es nicht allein auf der Welt und es nicht der König vor dem Herrn ist. Beim Elternabend wird einem dann auch noch erzählt, dass es natürlich einen Unterschied macht, ob da Mama oder Papa etwas vom Kind einfordern oder "außenstehende" Personen. Die hätten ja doch irgendwie noch eine andere Autorität, vor allem im Zusammenhang mit der Gruppe an sich. Ja, ein bisschen mehr Bundeswehr statt Waldorf tut Zwergnase bestimmt gut. Der kleine Racker hat uns alle in der Hand.

Bei IKEA

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Das Wetter ist miserabel. Ununterbrochener Dauerregen. Man ist zuhause eingesperrt. Man muss froh sein, wenn man keinen Schnee zu Gesicht bekommt. Mein Mann und ich sitzen in der Küche und starren gedankenverloren aus dem Fenster. "Wir könnten doch wieder einmal zu IKEA", sage ich in die Stille hinein. Er brummt nur. Das schwedische Möbelhaus ist ein Folterinstrument des Teufels. Speziell für Männer erdacht. Dessen ist er sich sicher. "Wenn wir jetzt fahren, sind wir rechtzeitig zurück, um Zwergnase vom Kindergarten abzuholen." Er blickt auf die Uhr und nickt. Was soll man auch sonst machen, wenn das Kind im Kindergarten ist. Er zieht sich an und will das Auto schon mal aus der Garage holen.
"Hast du eine Klappbox im Auto? Und Körbe?" Überrascht blickt er auf. "Was willst du denn alles kaufen?" "Eigentlich nur Messer." "Und dafür brauchst du eine Klappbox und Körbe? Mehrere?" "Naja... ist halt IKEA."
Damit ist die …

Segen und Fluch der modernen Medizin

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Nach dem üblichen Geplauder über mein Befinden bittet mich die Ärztin zum Ultraschall. Das Gel lässt mich frösteln, doch nur kurz, dann wandert mein Blick auf den Bildschirm. Viel erkenne ich nicht. Je nachdem, wie die Ärztin den Ultraschallkopf hält, mal ein Ärmchen oder ein Beinchen. Aber die meiste Zeit versucht sie den Kopf einzufangen. Es steht der große Organultraschall zur Mitte der Schwangerschaft an. Arbeiten die Organe richtig? Sind sie richtig ausgebildet? Haben sie die richtige Größe?
Ich sage nichts, um die Ärztin bei der Untersuchung nicht zu stören. Doch erfasst mich eine gewisse Unruhe. Im Allgemeinen zeigt sie mit dem Finger auf den Monitor, um zu erklären, was man erkennen kann. Heute aber schweigt sie beharrlich. Irgendwann halte ich die Stille nicht mehr aus. Ich teile ihr mit, dass mich beunruhigt, wenn sie nichts sagt. Ich reiße sie aus der Konzentration. Sie murmelt etwas davon, dass der Kopf sehr tief säße und sie das Kleinhirn nicht finde. Ein Pedal klickt, s…

Spieglein, Spieglein

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"Früher! Ja, früher! Da hatten die Kinder noch Respekt vor den Erwachsenen!"
"Bitte und Danke hört man sowieso nicht mehr!"
"Aber dafür sagen diese Rotznasen Sachen, für die hätten wir eine Watschn kassiert!"
"Und geschadet hat es uns auch nicht!"
"Jawohl!"

Bei solchen Dialogen muss ich immer schmunzeln und mich dann zusammennehmen, um meinen Senf für mich zu behalten. Denn Mama hat mir beigebracht, dass man nicht immer alles sagen muss, was man sich denkt. Und das Leben hat mir beigebracht, dass es manchmal nur Nerven kostet und keine Wirkung zeigt, wenn man was sagt. Aber so ganz kann ich mir meinen Kommentar ja nun doch nicht verkneifen.

Think big!

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Die Wahrnehmung des eigenen Kindes ist naturgemäß etwas verzerrt. Es ist das klügste, das schönste und das geschickteste Kind und überhaupt der größte Goldschatz auf Erden. Ganz klar, dass man sich eine erfolgreiche Zukunft für den Nachwuchs vorstellt. Nun läuft zwar das Leben nicht immer so, wie man es gerne hätte und spätestens in der Pubertät wird sich herausstellen, inwiefern die Wünsche des Kindes sich von denen der Eltern unterscheiden, doch darüber mache ich mir in 10-15 Jahren Gedanken.

Das rote Gummibärchen

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Zwergnase darf alles essen. Ob das Schokolade ist oder Butterkekse oder Pommes oder Leberkäse oder eine Wiener oder eine Laugenbreze oder im Moment isst er eine Schüssel mit Schlagsahne. Pur. Die hat er heute Nachmittag zum Obstkuchen kennengelernt. Kurz: Er darf alles essen, auch wenn das allgemein als ungesund gilt. Warum?

Do it yourself - Mach's dir doch selbst!

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Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich mit meinen Händen höchst ungeschickt bin. Am Ende kommt nie das Bild heraus, das ich im Kopf habe. Stattdessen kann man meine Erzeugnisse nicht von denen eines Kindergartenkindes unterscheiden. Handarbeit und Werken waren in der Grundschule für mich ein Graus und ich war froh, ab der 5. Klasse Sport als Wahlfach nehmen zu können. Zu meinem Leidwesen ist Do it yourself, kurz DIY, aber voll im Trend.

Lotta und ich

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Alles begann mit einer Thermomix-Vorführung im Oktober. Eine Freundin brauchte noch etwas Publikum und für mich war es ein Samstagnachmittag außer Haus und ohne Kind, dafür mit etwas zu Essen. Eine so teure Küchenmaschine brauche ich natürlich nicht. Ich kann ja selbst kochen und das nach Aussage meines Mannes auch ziemlich lecker. Töpfe, Ofen und Schüsseln macht man bei den meisten Rezepten ohnehin zusätzlich dreckig. Es kommt nur noch ein Topf mit einem unpraktischen Messer am Boden dazu. Nein, nein. Einen Thermomix brauch ich sicher nicht!

Jawohl, Kommandant!

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In der 11. Klasse sollten wir mal eine Schulaufgabe zum Thema "Wer die Sprache beherrscht, beherrscht Menschen" schreiben. Es sollte darin um das Spielen mit Wortbedeutungen oder um grammatikalische Finessen gehen. Wie Politiker mit den Erwartungen und Wünschen der Bürger spielen. Wie etwas gesagt wird, obwohl es gar nicht ausgesprochen wird. Als wenn es jahrelange Übung dazu bräuchte, Menschen manipulieren zu können. Als wenn es nur wenige Auserwählte wären, die die Massen beeinflussen könnten. Wie naiv ich war!

Der Dino in meinem Bett

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"Wuagherrrahhhhggggaaawwwaaaaa!" Die Fensterscheiben zittern und das Wasser im Glas vibriert. "Der Tyrannosaurus hat Huuuuuuuuunger! Er will eine Kuhhhhh! Wuaghhhhhhhhaaaaarrrrrggggghhhh!" - "Da, nimm dir eine aus der Kiste, kleiner T-Rex, da sind genug drin!" Und dann schlägt der braungrüne T-Rex auch schon seine säbelartigen, mehrere Zentimeter langen Zähne ins Fleisch der Kuh und verputzt sie bis auf die letzte Sehne. Die Kuh ist und bleibt eben ein Nutztier, sie steht in der Nahrungskette eben eher weiter unten. Das hat selbst der kleine T-Rex Zwergnase schnell begriffen.
Sein schöner Stall immer leerer. Denn die Dinos haben Hunger. Zumindest ist es in Ice Age so. Und in diesen Terra-X-Dokumentationen. Und in den ganzen Dino-Kinder-Sachbüchern, von denen wir inzwischen eine stattliche Anzahl besitzen. Jeden Abend werde ich darüber belehrt, dass die Dinos vor gaaaaaaanz langer Zeit gelebt haben und die Fleischfresser die Pflanzenfresser aufgefressen h…

Gutes neues Jahr 2017!

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Auf einmal geht alles immer ganz schnell. Es ist Weihnachten und dann schwupps, Silvester und Neujahr. Letztes Jahr hatte ich genau einen Neujahrsvorsatz, nämlich abzunehmen. Und das hab ich vom 1.1.2016 weg durchgezogen. Dass ich das so erfolgreich war, lag sicher auch daran, dass alle andere Lebensbereiche einfach gut liefen. Es gab schon den ein oder anderen Rückschlag. Die hat schließlich jeder, aber am Ende stimmte die Grundrichtung eben immer noch. An Weihnachten saßen wir alle wie eh und je am Tisch und hatten einander und dazu ein aufregendes Jahr 2017 in Aussicht.