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Schäferstündchen - Wenn Eltern miteinander ins Bett gehen

Zeit zu zweit muss man sich als Eltern oft stehlen. Aber man ist ja auch noch Mann und Frau und nicht nur Papa und Mama. Mit der Zeit lernt man, Gelegenheiten sofort wahrzunehmen, ehe der Moment verstrichen ist. Ehe man einen zu tiefen Atemzug des Sprösslings hört und man weiß, er wird gleich rufen. Ja, nur die entschlossenen Entscheidungen führen zum Ziel.  Dabei kommt es vor allem auf eine Verständigung an, die ohne Worte auskommt. Unsere Blicke suchen und finden sich. Sie halten sich einen kurzen Moment fest. Mehr Romantik gibt es nicht. Keine tragische Musik, kein sehnsuchtsvolles Aufstöhnen, keiner ertrinkt in den Augen des anderen, die blau und undurchdringbar wie ein Gebirgssee scheinen.

Wir berühren einander nicht, als wir drängend ins Schlafzimmer gehen. Wir sprechen kein Wort, um den Moment nicht zu zerstören. Jeder steht auf seiner Seite des Bettes und zieht sich schnell bis auf ein T-Shirt aus. Gegenseitiges Entblättern wird sowieso überbewertet. Viel zu umständlich. Geht allein viel schneller. Unsere Zeit ist schließlich kostbar. Energisch schlagen wir die Bettdecke zurück. Wie lange haben wir uns nach dieser Innigkeit gesehnt. Sie scheint eine Ewigkeit zurückzuliegen. Schnell rutschen wir ins Bett, kuscheln uns aneinander. Sind nur froh, uns zu spüren. Haut auf Haut, Körper an Körper.

Ein entspannter Seufzer kommt über meine Lippen, ich schließe völlig losgelöst die Augen... um sie zwei Stunden später wieder zu öffnen. Warum haben wir vor Zwergnase eigentlich nie zusammen Mittaggschlaf gehalten?

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An der Supermarktkasse

     Ein bisschen Salat und Gemüse, eine Tüte Nudeln und ein Glas Sauce. Schnell an die Kasse und bezahlen. Sozusagen ein Supermarkt-Quickie.      Wenn da nicht immer diese eine Mami vor einem an der Kasse stehen würde, unter deren Einkauf das Kassenband ächzt und stöhnt. Die Kassiererin beäugt erst den Einkauf kritisch, dann die schnell länger werdende Schlange hinter dem Großeinkauf.      Natürlich kann man nicht einmal mehr bitten, ob man vorgelassen werden könnte, weil die Kassiererin notgedrungen vorne beginnt zu kassieren, während hinten noch Lebensmittelvorräte für ein halbes Jahr auf das Band gepackt werden.      Da hilft alles Augenrollen nichts. Diese Mami, die bin ich.      "Ganz schön verfressen, die Familie." "Wie bitte?" Ich höre wohl nicht recht.      "Kann man seine Einkäufe nicht wie normale Menschen erledigen? Spätestens seit Corona sind Hamsterverkäufe verpöhnt!"     ...

Um Himmels willen

Kennt ihr noch Kettenbriefe? Das Schneeballsystem der aller ersten Stunde. Du wirst unendliches Glück und Wohlstand erreichen, aber nur, wenn du diesen Brief an fünf Idioten wie dich weiterleitest, die zwischen "So ein Schmarrn!" und "Ich stürze mich ins Unglück, wenn ich diese universelle Bedrohung nicht weiterleite!" schwanken. Aus Tradition kennt sich eine Institution besonders mit Endzeitszenarien aus. Sie bietet das volle Programm mit sieben Plagen, Weltuntergang und darüberhinaus ewiger Verdammnis in überhitztem Klima. Die CO²-Bilanz möchte ich nicht sehen. Irgendwie verhält es sich wie mit den Kettenbriefen. Du kannst das Ganze als Unfug abtun, aber bist du dir wirklich sicher? Wer weiß, vielleicht ist doch etwas dran? Ein bisschen erstaunt war ich schon, als mich ein Kettenbrief von höchster Instanz erreichte. Er verspricht Glück für sich und die ganze Familie. Wenn... Ja, jetzt kommt's, oder? Wehe, du wagst es, dich nicht an die Anleitung zu halten, was...

Asterix & Obelix erobern Wuppertal

Wie alle meine Freunde wissen, bin ich dem Thermomix gegenüber sehr kritisch eingestellt. Das Gerät kann ja nun wirklich nichts, was man nicht auch mit einem prasselnden Lagerfeuer und einem Topf zubereiten könnte. 10 Jahre habe ich mich gewehrt, ehe der gallische Koch aus Wuppertal meine Küche erobert hat. Doch wie bei Asterix und Obelix kehrt keine Ruhe im gallischen Dorf ein. Ein Verwandter fiel unlängst in das Dorf ein. Es ist der Onkel, der alles besser weiß und besser kann, wie Wuppertal überall verkünden lässt. Gesehen haben muss man den ollen Onkel wohl, also lasse ich mich zu einem Erlebniskochen einladen, stelle aber sofort klar, dass ich nichts, absolut gar nichts kaufen werde. Völlig unvoreingenommen lausche ich also der Vorstellung der Thermomix-Beraterin.  Wuppertals neuer Lieblingsonkel kommt mit einer protzigen schwarzen Rüstung daher, die vor Verbrennungen schützen soll. Dem armen Kerl hat man scheinbar nicht beigebracht, dass ein Topf heiß wird. Außerdem sorgt der...