Escape Rooms sind in. Man lässt sich freiwillig gegen Geld in einen Raum sperren, in dem man dann Aufgaben lösen muss, um wieder frei zu kommen. Beim Elternabend bekommt man das Ganze zwar kostenlos, dafür ist er oft nicht so ganz freiwillig. Der blanke Horror. Halloween kann einpacken. An zu kleinen Stühlen gekettet harrt man mit rund zwanzig anderen Eltern im Klassenzimmer der Kinder aus. Die Spielregeln sind einfach: Zwei müssen sich opfern, damit der Rest frei kommt. Nun sind die Zeiten des selbstlosen Heldenmuts längst vorbei. Die Luft flirrt. Die Halogen-Lampen flackern. Am besten die Falten im Vorhang zählen, um nicht aufzufallen. Den Atem flach halten, mit niemandem die Blicke kreuzen. Wer blinzelt, hat schon verloren. Es ist ganz ganz wichtig, die Stille auszuhalten. Bloß nicht räuspern! Sonst starren dir 19 Paar Augen direkt in die Seele und bringen dich dazu, so aberwitzige Sätze wie "Dann mach ich es halt!" zu sagen und schwupps, ist man Klassenelternsprech...
Wir müssen über ein wichtiges Thema reden. Nämlich über das Elterntaxi. Bei diesen Spritpreisen und mit der Klimakatastrophe im Nacken kann es nicht angehen, dass täglich Millionen von Eltern ihre Kinder bis ins Klassenzimmer fahren und dort wieder abholen. Ich finde, das muss doch nicht sein. Im Gegensatz zu früheren Generationen werden für die Kinder von heute extra Busse eingesetzt. Früher soll das ja anders gewesen sein, wie man munkelt. Die Kinder reisen also bequem und lernen auch noch ihre Heimat kennen. Da kann man doch nicht fragen: Muss das denn sein? Wir sprechen dabei von einem biblischen Ausmaß. Denn die Ersten am Morgen werden die Letzten am Mittag sein. Oder so ähnlich war das doch. Auf alle Fälle können die Buskinder mittags bei einer Bayerwald-Rundfahrt so richtig abschalten. An der letzten Haltestelle kommt das Grundschulkind fast eine Stunde nach Schulschluss an. Das arme Elterntaxi-Kind hat hingegen in dieser Zeit schon essen müssen und die Hausaufgaben gemacht. Um ...