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Ode an den Frühling



Wenn morgens früh der Wecker ringt, der dich um eine Stund' des Schlafes bringt,
wenn die Knospen sprießen und Heuschnupfen-Nasen kräftig fließen,
der Blütenstaub die Rattanmöbel gelblich färbt, nach dem Gewitter deine Fensterscheiben ziert,
dann verfluchst du jedes Frühlingsgedicht, das du jemals in der Schule auswendig lernen musstest.

Freilich, hat der Frühling auch seine Vorzüge, raus auf den Balkon und ab in den Garten, die Sonne genießen und sich den ersten Sonnenbrand des Jahres einfangen. Das Beste sind außerdem die Temperaturunterschiede bis zu 25°C, die mir buchstäblich von hinten durch die Brust ins Auge stechen und die Umsätze der Pharmaindustrie für Kopfschmerztabletten in die Höhe treiben.

Ja, der Frühling rührt mich zu Tränen, was auch am Zwiebellook liegen könnte. Einmal um die Welt in nur acht Stunden. Starte mit von Eisbären zertifizierten Pullover, mittags feiern wir Karneval in Rio mit Pailletten-Top und Hotpants und sobald sich eine Wolke vor die Sonne schiebt, fragst du dich, ob die Eiskönigin an einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom leidet.

Deshalb richten wir uns kurzerhand einen begehbaren Kleiderschrank ein, in dem für jede Wetterlage das passende Kleidungsstück parat liegt. Das kurbelt auch die Wirtschaft an. Bald können wir nämlich auch noch Sherpas für unsere Wäscheberge anheuern.
Unser Badezimmer ist kaum wiederzuerkennen! Ich liebe es! 

Der Frühling ist einfach toll. Ganz ganz toll. Wirklich.

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