Jüngst wurde in Bolivien eine neue Katzenart entdeckt und mit dem schönen Namen Leopardus tilcayo belegt. Damit liegt die Katze nicht nur mit ihrem Namen, sondern auch mit ihrem einschlägig gescheckten Fell voll im Trend.
Der Leo-Look kennt im Moment keine Grenzen. Nicht nur Leggings und Hosen zeigen ihren animalisch starken Anteil an Elasthan, wo der Leo schon mal zum Zebra wird, sondern auch Brillen, Gürtel und Schmuck lachen sich im Moment scheckig. Dabei wird frau sich ja wohl kaum mit dem Muster tarnen wollen. Das Leomuster ist schließlich so unauffällig wie ein Exhibitionist am Marienplatz.
Freilich, welche Frau sieht sich nicht gerne als geschmeidige und elegante Wildkatze? Stark. Unabhängig und nicht leicht zu finden? Eine Katze hat bekanntermaßen ihren eigenen Kopf. Allerdings muss man einwenden, dass sich die Leopardin im Moment eher zum unauffälligen Herdentier entwickelt, das die Weiten des Großstadtdschungels durchstreift.
So stehe ich im Schuhgeschäft mit gefleckten Schlappen in der Hand und bitter dämmert mir, dass ich doch eher Opfer als Raubtier bin. Schon wieder. Eleganz schmückt sich nicht mit fremden Fellen! Tapfer lege ich die Schuhe wieder zurück. Die brauche ich doch eigentlich gar nicht.
Am Montag darauf fragt mich mein Kollege, welchen Leoparden ich denn überfahren hätte. Fest presse ich den neuen Business-Shopper an meinen Körper. Eine echte Raubkatze lässt ihre Beute schließlich nicht mehr los. Doch statt des Raubtiers gesteht das Kätzchen in mir: "Der Leopard hat ja wohl eindeutig mich überfahren."

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