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Blechbüchse direkt voraus

 Als ich morgens an der Ampel stand, schaute mich von der linken Spur her ein Alpaka an. Ich blinzelte. Ah, ein Kind mit Lockenwuschel. Ein Kind? Die Ampel schaltete auf Grün. Perplex schaute ich ihm nach, bevor ich selbst losfuhr. Notgedrungen überholte ich den Bubi rechts, denn die 50 km/h erreichte er nicht. Was war das denn? Eine Streichholzschachtel mit Rädern aus Knöpfen? Diese Matchboxautos erreichen eine astronomische Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und können ohne verpflichtende Fahrstunde ab 15 Jahren gefahren werden. Also quasi ein Mofa mit Größenwahn. Oder eine tickende Zeitbombe.

Angesichts des demografischen Wandels scheint es mir nicht sonderlich klug, die Jugend in Blechbüchsen zu pressen, während der automobile Rentner mit seinem Panzer alles platt walzt, was bei Betätigung der Lichthupe nicht über die Böschung springt. Auf der Landstraße kann dieses Döschen nicht einmal halb so schnell fahren wie erlaubt, ist aber nicht so leicht zu überholen wie ein Mofa oder ein Roller. Von einem SUV wird unsere Dose dann mangels Sicherheitsausstattung geschreddert wie im Pfandautomat, während der Inhalt auf die Straße suppt.

Was muss so ein Jugendlicher die Straßen überhaupt in einer Blechbüchse mit 45 km/h unsicher machen? In der praktischen Führerscheinprüfung soll man sogar durchfallen können, wenn man zu langsam fahrend als Verkehrshindernis eingestuft wird. So manchem Rentner wird aus diesem Grund sogar nahegelegt, den Führerschein ganz abzugeben.

Würde es nicht die Sicherheit für alle erhöhen, wenn sich die Jugendlichen mit einer anständigen Geschwindigkeit in den fließenden Verkehr einfügen dürften?

Wenn du auch schon einmal von einem Microauto ausgebremst wurdest, lass mir gerne einen Kommentar da. Sollten die Altersgrenzen für den Autoführerschein angepasst werden?

 

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