Escape Rooms sind in. Man lässt sich freiwillig gegen Geld in einen Raum sperren, in dem man dann Aufgaben lösen muss, um wieder frei zu kommen. Beim Elternabend bekommt man das Ganze zwar kostenlos, dafür ist er oft nicht so ganz freiwillig.
Der blanke Horror. Halloween kann einpacken. An zu kleinen Stühlen gekettet harrt man mit rund zwanzig anderen Eltern im Klassenzimmer der Kinder aus. Die Spielregeln sind einfach: Zwei müssen sich opfern, damit der Rest frei kommt.
Nun sind die Zeiten des selbstlosen Heldenmuts längst vorbei. Die Luft flirrt. Die Halogen-Lampen flackern. Am besten die Falten im Vorhang zählen, um nicht aufzufallen. Den Atem flach halten, mit niemandem die Blicke kreuzen. Wer blinzelt, hat schon verloren. Es ist ganz ganz wichtig, die Stille auszuhalten. Bloß nicht räuspern!
Sonst starren dir 19 Paar Augen direkt in die Seele und bringen dich dazu, so aberwitzige Sätze wie "Dann mach ich es halt!" zu sagen und schwupps, ist man Klassenelternsprecher. Die Erleichterung im Raum ist greifbar. Tränen fließen, man liegt sich in den Armen, anerkennendes Zunicken. Wieder ein Jahr geschafft!
Also habe ich mir für die Lehrerin je ein Geschenk zu Weihnachten und zum Schuljahresende überlegt, das Geld eingetrieben, das Präsent besorgt und es ansprechend verpackt. Eigentlich ein überschaubarer Job, aber das einzige, was mir liegt, ist Geld einzutreiben.
Dieses Jahr habe ich dazu gelernt. Wer nicht da ist, kann nicht atmen, wird kein Klassenelternsprecher. Deshalb bedanke ich mich auf diesem Weg ganz herzlich bei den beiden Vätern, die das Amt nun übernommen haben. Ich habe mich sehr für euch gefreut, ihr Anfänger!

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