Direkt zum Hauptbereich

Posts

Des moch i no schnell

Wenn dir einfällt, dass du noch schnell etwas erledigen könntest, dann ist es Gesetz, dass es in die Hose geht. Dumm halt, wenn es um den Geburtstagskuchen für den 6-Jährigen geht. Dabei hatte ich alles so gut geplant! Ja! Den Kindergeburtstag habe ich dieses Jahr nämlich ausgesourct. Statt Chaos zuhause gab es eine Dschungelparty beim gelben M. 2 Stunden Rundumbetreuung mit Deko, Spielen, Küchenbesichtigung, Burger bauen, Eis zapfen und eben einem Geburtstagskuchen, während die Mamas einen kostenlosen Kaffee trinken können. Da willst du direkt deinen eigenen Geburtstag dort feiern! So konnte ich auch entspannt die Informationsveranstaltung zum Schulanfang besuchen, ohne mich zuhause noch mit Vorbereitungen stressen zu müssen. Nur noch Geschenke drapieren, 6 Luftballons aufblasen und den Geburtstagskuchen bereit stellen. Fertig. Oh. Der Kuchen. Ja, den gibt's ja erst nachmittags. Nein. Das geht nicht. Gleich morgens müssen doch Kerzen ausgepustet werden! Was wäre ein Geburtst...

S'Gruscheck

Ich finde aufgeräumte Wohnungen toll. So wie im Möbelkatalog. Freie Flächen, Ordnung, Organisiertheit. Dezente und stilsicher platzierte Deko. So richtig schön deutsch-spießig, gleichzeitig schlicht und elegant. Aufgeräumte Wohnungen - eine eigene Philosophie für sich. Da steht die Wohnung für ein in sich ruhendes Selbst und hilft bei der Problembewältigung. Wissen Sie, dass Erfolgstrainer dazu raten, das Bett gleich morgens nach dem Aufstehen zu machen? Damit man gleich morgens stolz auf sich sein kann, etwas geschafft zu haben. Gut, jeder setzt da andere Maßstäbe an. Ich bin schon froh, wenn ich mich aus dem Bett rolle und das Bad finde. Weil man sonst keine Probleme hat, macht man sich bekanntlich welche. Und weil man mit nichts soviel Geld machen kann wie mit den Problemen der Menschen, gibt's Selbstverbesserungsgurus. Der Selbstverbesserungsguru ist so ein Goebbels der Neuzeit. Zuerst zeigt er dir Probleme, die du gar nicht hast, aber denkst, dass du sie haben müsstest und d...

Einen Scheiß muss ich...

Wieder ist ein Jahr herum. Die Jammer-Bildchen auf Facebook lassen kein Zweifel zu. Ach, wie schrecklich doch das vergangene Jahr nur war, sagen diese Bildchen, womit habe man dieses Schicksal nur verdient, mimimi, das Leben sei eine nicht zu meisternde Bürde, mimimi, und überhaupt sei alles scheiße und ungerecht. Ja, vor allem ungerecht. Alle anderen hätten mehr Glück, nur man selber nicht. Auf der anderen Seite ist das Gras bekanntlich immer viel grüner. Und so weiter und so fort, das Internet ist ein grausamer Ort. Weil man andere aber nicht ändern kann, sondern nur sich selbst, ist es lediglich eine logische Konsequenz: meidet man eben das, was einem ein schlechtes Gefühl macht und kümmert sich selbst um das gute Gefühl. Selbstfürsorge nennt man das, die gesunde Portion Egoismus. Auch bekannt unter "Einen Scheiß muss ich..." Denn das Rezept ist ziemlich simpel. Das tun, was gut tut. Mein einziger alter und neuer Vorsatz für das neue Jahr. Der hat sich bewährt und mein...

Sport schadet der Ehe

"Wennst iatz net gehst, gehst heid nimma!", sagt der Göttergatte. Er schickt mich ins Fitnessstudio. Dort soll ich Gewichte stemmen und auf dem Laufband schwitzen. Meine Muskeln kräftig und geschmeidig halten. Weil mir das gut tut. Das sagt nicht er, sondern ich. Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Ich habe Rücken, wie es so schön hei´ßt. Für den ist das Liegen auf der Couch Gift. Schade, denn das könnte ich so gut. Nicht, dass mich die Kinder ließen... Also gehe ich zweimal die Woche ins Training. Doch genau dieses stiehlt uns unsere Zeit zu zweit, ohne Kinder, die sich zwischen uns drängen. Dessen muss man sich bewusst sein. Sport schadet eindeutig der Ehe. Nicht etwa, weil ich Zeit für's Training aufwende. Das wäre bei meinem Trainingspensum lächerlich. Doch lest selbst. Nein, ich rede vom Bett. Denn da geht gar nichts mehr. Wir bemühen uns sehr, aber es ist zwecklos. Nicht, was du denkst, du Ferkel. Ich rede vom jugendfreien Inhalt. Was wäre es schön...

Der mörderische Gärtner

Wer ist der Mörder? Im Krimi kommt der Gärtner auf jeden Fall in die engere Auswahl. Ich nehme mich selbst nicht aus. Nur dass bei mir die Blumen und Gemüsepflanzen die Opfer sind, wie ich hier schon ausgiebig erzählt habe. Doch dieses Jahr im Frühjahr hat es mich angepackt und ich startete die Aktion "Unser Balkon muss schöner werden". Blumenkästen, Blumenerde und natürlich Pflanzen schleppte ich heim. Ich schaffte uns eine kleine grüne Oase. War es fahrlässige Tötung oder Mord? Ich bin mir da nicht ganz sicher. Anstatt die Pflanzen verdursten zu lassen, ertränkte ich sie dieses Mal. Goldlöckchen unterstützte mich tatkräftig. Denn wenn Mama gießt, muss sie natürlich auch gießen - nur bekam ich davon nichts mit. Die Opfer wurden stillschweigend ausgetauscht. Ich konnte gar nicht genug Grün um mich haben und ging bei Freunden und Bekannten um Ableger betteln. Hier eine Aloe, da einen Hauswurz, der Zimmerhanf ist auch nicht auszurotten und Ableger einer Grünlilie habe ich ...

Das Hausschwein

Jedes Mal, wenn ich nach dem Mittagessen unter den Tisch schaue, erscheint mir ein Haustier erstrebenswert. Der Küchenboden wäre jederzeit krümelfrei, geradezu wie geschleckt. Freilich müsste man darauf achten, dass das Tierchen alles verträgt und Übergewicht soll es von den Portionen unter dem Tisch ja auch nicht bekommen. Mit so einem Tier übernimmt man schließlich Verantwortung. Warum eigentlich nicht? Nach kurzen Recherchen bin ich los und komme mit Pumba wieder heim, unserem neuen Hausschwein, ein kleines Allesfresserchen. Zunächst sitzt Pumba nur in der Ecke. Soll er sich nur eingewöhnen. Ich sichere derweil die Wohnung. Nicht, dass Pumba versehentlich irgendwelches kleinteiliges Spielzeug erwischt oder sich an herunterhängenden Kabeln zu schaffen macht. Da muss man schon vorsorgen. Man kann sich kein Haustier anschaffen und glauben, dass alles so weiterläuft wie bisher! Schließlich ermuntere ich Pumba zu einer Erkundungstour. Seine Neugier ist geweckt. Zielstrebig läuft er...

Die Kunst der Diplomatie

Mein größter Kritiker ist mein Sohn. Als echter Niederbayer ist er sparsam mit Lob, dafür deutlich in der Kritik. Ich bin ehrgeizig. Nachdem die grünen Muffins eindeutig durchgefallen waren, heute ein neuer Versuch. Eine kurzzeitige geistige Umnachtung ließ mich glauben machen, dass Pizzaschnecken doch eine lustige Idee seien. Schon im Hausgang schnüffelt er misstrauisch. "Was stinkt hier denn so schrecklich? Mama! Was hast du da gekocht?!" Beim Blick auf den Teller wandert eine Augenbraue nach oben. "Ich hab dir nie gesagt, dass ich das essen mag!", wirft er vorwurfsvoll in den Raum. "Jetzt probier doch erst einmal!" Aufmunternd schiebe ich ihm seinen Teller zurecht. Ein tiefer Schnauferer, widerwillig beißt er ab, kaut sehr ausgiebig und schluckt den Bissen angestrengt hinunter. Ich traue mich kaum nachzufragen, scheine jedoch einen sehr erwartungsvollen Blick aufgesetzt zu haben, den mein Sohn nicht enttäuschen will. Er tätschelt mir den Arm trö...