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Neustart

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Eine kleine Schneeflocke verfing sich in Helenes Wimpern. Als diese blinzelte, rieselte der Eisstern tiefer auf die von der Kälte geröteten Wangen, um sich dort im Salz der Tränen aufzulösen und nur das Gefühl eines eisigen Kusses zu hinterlassen. Helene stand etwas abseits von der Clique und umklammerte ihr Sektglas mit steifen Fingern. Eilig nippte sie daran, damit es niemandem auffiel, wie schwer sie schluckte. Silvester. Jedes Jahr dasselbe. Seit ihrer Jugend trifft sich die Clique an diesem einen Tag. Früher stand eine fette Party mit reichlich Alkohol im Vordergrund. Doch in den letzten Jahren waren sie allesamt ruhiger geworden. Sie blieben nun zuhause, der Gastgeber wechselte. Das Dumme war, dass sie sich alle nur noch zu diesem Termin trafen. Silvester war zu einem Wettbewerb geworden, wer im vergangenen Jahr das meiste erreicht hatte oder im neuen die besten Aussichten hatte.
Helene war froh, das Raclette hinter sich zu haben. Marlene und Martin hatten sich an Heilig Abe…

Sex-Heftchen in der Schublade und Kröten im Keller

Ich verweigere jede Art von Nachrichten. Die Welt ist schlecht und die Menschen noch schlimmer. Beherrscht werden die Themen von der Flüchtlingskrise und dem IS. Manchmal geht es auch um Syrien oder Schlepperbanden. Natürlich kann man nicht nur wegschauen. Davon lösen sich Probleme nicht in Luft auf. Doch ich habe auch ein Leben. Ich kann nicht zuhause sitzen und das Gefühl haben, dass ich nur noch vor und zurück wippen darf und dabei murmele "Alles ist so schlimm. Alles ist so schlimm. Wo soll das noch hinführen. Alles ist so schlimm."
Jeden Tag durchforste ich die Nachrichten nach den kleinen Meldungen zwischendurch, in denen es zwar meist auch um Unfälle oder Verbrechen geht, aber die gleichzeitig lustig sind. Solche Meldungen gibt es nicht mehr. Es herrscht das Mantra "Alles ist so schlimm. Alles ist so schlimm. Wo soll das noch hinführen. Alles ist so schlimm."
Wo sind sie hin? So etwas würde ich wieder einmal gerne lesen:
Tittling. Am Wochenende hatte die Pol…

Weihnachtswichteln

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Auch wenn die Temperaturen nicht danach aussehen. Die Vorweihnachtszeit kommt in großen Schritten. Eine Weihnachtsfeier jagt die nächste. Die des Betriebs, die der freiwilligen Feuerwehr, vom Schützenverein, vom Fußballverein, vom Trachtenverein, vom Kegelverein, vom Kaffeekränzchen, vom Kindergarten und dem Frauenbund. Wer möchte, kann sich also den ganzen Advent besaufen.
Das möchte man manchmal auch, wenn ein paar Wochen vor dem entsprechenden Event der eine Satz fällt, der alle ins Verderben stürzt. "Wollen wir wichteln?" Eine Alles-oder-nichts-Frage. Wenn du da sitzt und sagst "Bloß nicht!" kannst du direkt aus dem Verein austreten, so unbeliebt machst du dich damit. Also wird ein Betrag für das Wichtelgeschenk festgelegt. Im Geschäft stellt man dann fest, dass es gar nicht so leicht ist, für 5 bis 15 Euro was Anständiges zu finden.
Wobei sich dann die Frage stellt, was denn "etwas Anständiges" ist. Ich kaufe Dinge, die ich auch gerne selber hätte. …

Lego spielen früher und heute

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Oma hat ihn bereits hervor geholt. Den großen roten Eimer voll mit unseren Lego-Steinen von früher. Dazu eine große grüne Platte als Basis. Während Zwergnase mit einem Bagger gespielt hat, haben wir ihm den passenden Stall dazu gebaut. Das ist gar nicht so einfach. Die Statik spielt eine erhebliche Rolle, weil sonst alles auseinander fällt, wenn man das Haus hoch heben will. Man muss darauf achten, dass die Übergänge ineinander greifen. Man braucht keine Türme, man braucht Mauern. Je länger der Stein umso besser. Am meisten verwenden wir die Achter - also die Steine mit acht Noppen. Die nur halb so langen Vierer nimmt man für Ecken oder sowas. Kleinkram eben.

Uroma mit Urenkel

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30 ist das neue 20

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Stimmt nicht. Diese Behauptung ist eine reine Verzweiflungstat. Sonst nichts.

Wie sah denn das Leben mit 20 aus? Du bist auch bei minus 20 Grad leicht bekleidet weg gegangen, weil du dir sonst in der Disco einen Wolf geschwitzt hättest. Dir hätten die Eiszapfen von den Haaren wachsen können und du hättest nicht zugegeben, dass es draußen saukalt ist.

Mit 30 wählst du Zwiebellook, um dich jeder Temperatur von minus 50 bis plus 40 anpassen zu können. Allerdings sind die Temperaturunterschiede im Restaurant nicht so gravierend wie in der Disco. Zum Rauchen gehst du auch nicht raus, weil du es wegen der Gesundheit, den Kindern oder anderen Gründen aufgegeben hast.

Überhaupt kommt dir die Nylon-Industrie inzwischen sehr entgegen. Sagenhaft, wie sehr eine Strumpfhose dein Wohlbefinden steigern kann. Nein, Unterhemden ziehen wir noch nicht an! So weit ist es noch nicht. Aber so ein farblich passendes Top für unten drunter heißen wir mit offenen Armen willkommen.

30 ist nicht das neue 20. Da…

Die dunkelsten Abgründe der Seele

Ich werde mich nicht an das Datum erinnern können. Aber sicher an den Wochentag und an die Uhrzeit. Es war ein Donnerstag. Es war die Zeit zwischen 7.50 und 8.10 Uhr. Zwanzig Minuten, die mir die dunkelsten Abgründe meines Seins offenbart haben. Zwanzig Minuten, in denen ich zu roher Gewalt fähig gewesen wäre. Nur meine Schnelligkeit und Entschlossenheit haben Schlimmeres verhindert. Es war der Donnerstag, an dem es bei Lidl Schneeanzüge und andere Winterkombinationen für Kleinkinder gab.

Als ich mein Auto auf dem Parkplatz abstellte, warteten bereits etwa fünf ältere Damen vor dem Eingang mit ihren Wägelchen. Zunächst war ich erleichtert. Ohne Wagen und ohne Kind war ich sicher schneller als diese Schabracken. Ob die wegen des Kinderzeugs da waren, war ohnehin fraglich. Nach und nach kamen jedoch Mamis mit ihren Kindern. Genau in Zwergnases Alter! Es handelte sich eindeutig um Gegner, die ausgeschaltet werden mussten. Ich würde mich zwischen den Wägen des Altersheims durchdrücken mü…

Einräumanleitung für den Geschirrspüler

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Ich bin kein großer Fan von Hausarbeit. Ich tue eben, was getan werden muss. Eine der langweiligsten Aufgaben ist zum Beispiel das Ausräumen des Geschirrspülers. Ja, ja, ich weiß. Soll man mal froh sein, wenn man einen hat. Ist mir egal. Hier geht es um Luxusprobleme! Weil ich mir nämlich keinen leisten kann, der das Ding für mich ausräumt. Nun hilft jammern ja bekanntermaßen nur wenig. Man kann lediglich versuchen, es sich so einfach wie möglich zu machen. Unter der Prämisse, dass man selbst aktiv wird und die Aufgabe nicht einfach delegiert.

Als zeitsparend hat sich das Sortieren erwiesen. Tasse zu Tasse, Glas zu Glas, flacher Teller zu flachem Teller, tiefer Teller zu tiefem Teller und so weiter. Sperriges Kochgut, das zum lediglichen Vollmachen und aus der Lustlosigkeit des händischen Abwasches heraus in die Maschine gestopft wird, darf dazwischen verteilt werden. Hier bedarf es ohnehin des Meisters in Tetris, um möglichst viel heraus zu holen... äh... hineinzustopfen. Ach, wie a…

Hoch hinaus

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"Zieht ihr um?"
"Nein, wieso?"
"Wo ist deine Deko hin?"

Ja, meine Deko. Ich hab sie recht gerne gemocht. Vor allem im Herbst und zu Weihnachten. Kleine Arrangements mit Stoff und Figuren, manchmal auch Streudeko. Hier ein Windlicht und da eine kleine Kerze. Dort auf dem Regal und hier auf der Fensterbank. Jetzt ist dort nichts. Nada. Wüste. Einöde. Gähnende Leere.

Es ist nicht so, dass ich plötzlich ein Anhänger des Minimalismus wäre. Ich bin pragmatisch. Dekofiguren sind meistens bunt und lachen in die Gegend. Sie sind aus Glas, Keramik oder einem anderen nicht bruchsicheren Material. Dekofiguren üben einen sehr großen Reiz aus - vor allem auf Zwergnase.

Erklär mal einem Kleinkind, dass es mit diesen bunten Dingern nicht spielen darf.
Erklär mal einem Kleinkind, warum Mama Streudeko verteilen darf, aber das Kleinkind nicht.

Ich habe es aufgegeben. Ich habe es auch aufgegeben, tausendmal "Nein!" zu sagen oder "Nur anschauen!" Es bring…

Erlebe Sport

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"Erlebe Sport." steht auf dem neuen Werbeplakat des Fitness-Studios. Es fällt mir auf, als ich vorbei walke. Weil man in einer Stunde Walking nicht unbedingt seinen Geist beansprucht, denke ich darüber nach. "Erlebe Sport." Es kommt dem Drang heutzutage entgegen, immer und überall etwas erleben zu müssen. Sonst würde man ja glatt sein Leben vergeuden.

Solche Slogans leben auch von der individuellen Vorstellung des einzelnen. Durch das Erlebnis wird das Fitnessstudio in eine positive Betrachtung geschubst. Sport als Erlebnis. Sport als etwas Außergewöhnliches. Sport als etwas Aufregendes. Das soll wohl mit "Erlebe Sport." transportiert werden.

Ich war bisher in zwei Fitnessstudios angemeldet. Ist Sport im Fitnessstudio wirklich ein Erlebnis?
Man kommt an und betritt es mit einer dicken Jacke. Es trifft einen fast, wenn einem die Mischung aus Schwüle und Schweiß entgegen schlägt. In den Umkleidekabinen hängt der Mief aus Körperausdünstungen, die mit billig…

Höchststrafe für den Langschläfer

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Ich liebe Zwergnase. Über alles. Wirklich. Aber mit einer seiner Eigenschaften komme ich wirklich überhaupt nicht klar. Er steht viel zu früh auf. Das ist wirklich mit Abstand das Schlimmste am Elternsein für mich. Mein Bett und ich waren ziemlich beste Freunde, würde ich sagen. Doch seit Zwergnase auf der Welt ist, trifft die Beschreibung "Schlaflos in Deggendorf" wohl eher auf mich zu.

Das Hauptproblem ist wahrscheinlich das mütterliche Reaktionsgen. Ich will einfach mal behaupten, dass dies bei mir besonders gut ausgeprägt ist. Es äußert sich folgendermaßen. Wenn ich gegen 22 Uhr ins Bett gehe, kann ich nicht einschlafen, obwohl ich müde wie ein Stein bin. Ich wälze mich hin und her und lausche immer wieder, ob nicht Geräusche aus dem Kinderzimmer dringen.

Irgendwann werden die Lider dann doch schwer. Ich wälze mich noch dreimal hin und zurück und merke, dass es jetzt gleich so weit ist. Pure Erleichterung macht sich in mir breit, nun endlich einschlafen zu können -  als…

Mein Kräutergarten

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Nachdem die Küche renoviert ist, altes Gerümpel entsorgt oder im Keller zwischengelagert ist, kam ich auf die glorreiche Idee, mir einen Kräutergarten anzulegen. Besser gesagt einen Küchenkräutergarten. Wenn ich das Kraut nicht griffbereit habe, verwende ich es auch nicht.

Nach einigem Überlegen und dem Eingeständnis, dass mein grüner Daumen ja nun nicht so ausgeprägt ist, habe ich mich dazu entschlossen, den Garten dennoch zu wagen.

Bei Amazon habe ich eine dreistöckige Kräuterampel erstanden und sah sie im Geiste schon ihren betörenden Duft verströmen. Wie in einer Lebensmittelwerbung sah ich mich vorsichtig durch die Pflanzen streichen und glücklich am Herd stehen, während ich liebevoll die Kräuter in die Pfanne rieseln lasse und dann tief einatme, um das Aroma aufzunehmen.

Dass es mir egal war, dass wir schon August hatten und es sich nun nicht unbedingt um die beste Jahreszeit zur Aussaat handelt, lassen wir mal unter den Tisch fallen. Vor ein Problem stellte mich jedoch die Pla…

Der Superheld

Mit müden Augen schlurfte Karl zum Briefkasten. Nachlässig fiel sein Bademantel von den hängenden Schultern, der lauwarme Kaffee blieb am Dreitagebart kleben. Als er die Zeitung aufschlug, verschluckte er sich. Es folgte ein ein erstickungsähnlicher Hustenanfall, der jedem Kettenraucher zur Ehre gereicht hätte. Karl fing sich wieder, wischte den verschütteten Kaffee auf und goss sich neuen ein. Wo soll das alles nur hinführen? Schon wieder brennt es an allen Ecken und Enden und er allein soll die Welt retten. Er hatte einfach keine Lust mehr. Der korrekte Karl hatte einfach keine Kraft mehr. Zu neudeutsch nannte man das wahrscheinlich Burn-Out.

Aber es half nichts. Schließlich war es sein Job! Bevor er sein E-Mail-Postfach öffnete, klickte er sich durch Ziele für Pauschalurlaubsreisen. Einfach mal die Seele baumeln lassen und der Welt den Rücken kehren. Die Karibik wäre doch schön... aber sofort rief eine kleine Stimme in seinem Kopf, dass er mit dem langen Flug erstens die Luft versc…

Männerlogik

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Er steht vorm Spiegel. Demonstrativ streckt er seinen Bauch heraus, umkreist ihn liebevoll mit den Händen. "Wann ist es denn soweit?", frage ich. Ein Seufzen. "Ja, ich sollte wieder mehr für mich tun. Dieser Speck auf den Hüften wird immer hartnäckiger." Angesichts der Tatsache, dass ich nichts anderes tue, als mit meinem Körper zu kämpfen, während mein Göttergatte hier von zwei oder drei Kilo mehr oder weniger spricht, verzichte ich auf Diplomatie. "Jaaaaaa..." nuschle ich nur.

Es trifft ihn nicht wirklich. Denn in seinem Männerhirn wurde bereits eine unaufhaltsame Kette von Aktionen in Gang gesetzt. Denn Männer kennen keine Ausgewogenheit. Sie kennen nur mit dem Kopf durch die Wand. Sie wollen der Welt ihre Superheldenqualitäten beweisen und wie professionell sie sich eines Problems annehmen. "Ha! Ihr Dilettanten! Jetzt komme ich!" schreit der Tatendrang hinaus in die Welt. Es werden Fachartikel studiert und verglichen und vor allem wird pass…

Ausschlafen am Sonntag

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Sonntagfrüh. Es ist still. Ungewöhnlich still. Ich sehe auf den Wecker. 6.15 Uhr. Mit einem Schlag fällt es mir ein. Zwergnase ist nicht da. Er schläft auswärts, wir waren am Abend vorher aus. Mir entwischt ein genießerischer Seufzer, ehe ich die Augen schließe und mich wieder auf die Seite drehe. Schließlich muss man es ausnutzen, wenn mir Zwergnase nicht meine Brille auf die Nase drückt und an der Bettdecke zieht, weil es Zeit zum Aufstehen ist. Um 6 Uhr. Am Sonntag. (Was ist Wochenende eigentlich?)

Ich befinde mich in einem angenehmen Dämmerzustand und genieße die Ruhe. So eine Gelegenheit kommt so bald nicht wieder! Vor 10 Uhr stehe ich heute nicht auf! Nein! Ganz bestimmt nicht. Noch einmal tief durchschnaufen und dann gleite ich hinweg in das Land der Träume...

...ssssssssssssssssss. Ssssssssss. SSSSSSSSSSSSSSSS. Irgendwas kitzelt am Bein, das ich um die Decke geschlungen habe. Ein nervöses Zucken, dann ist wieder Ruhe. Ich wälze mich auf die andere Seite. Ssssssssssssssssss. E…

Unterhaltsame Popups

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Jeder kennt sie. Kunterbunte Popups. Auf der Freibadwiese wimmelt es nur von diesen kleinen Zelten, die Schatten spenden sollen. Wenn diese Dinger aufgebaut werden, sieht das sehr stylisch aus. Sie entfalten sich von selbst, wenn man sie eleganterweise nur in die Luft wirft (daher der Name). Dann passiert lange nicht viel.

Wenn sich die Sonne senkt, der Tag sein Ende nimmt und es daran geht, den ganzen Hausstand wieder einzusammeln, wird es spannend. Das Popup-Zelt will wieder eingepackt werden. Papa nimmt sich der wichtigen Aufgabe an. Gut, dass das Zelt so flexibel ist. Es wird erst einmal in alle Richtungen verdreht. Mama sucht in der Zwischenzeit den Rest zusammen, fängt die Kinder ein und zieht sie an. Ganz unauffällig kramt Papa indes eine Gebrauchsanleitung hervor, die er eingehend studiert. Es erfolgt neuerliche Verrenkungsakrobatik. Jetzt werden auch die Füße mit eingesetzt. Ganzkörper-Workout mit einem Hauch Yoga, wie auch der Laie nur unschwer an den sich auf Papas Stirn b…

Wir könnten ja mal wieder grillen

Wir sitzen auf dem Balkon und genießen die laue, sternklare Sommernacht. Plötzlich fängt Papa Zwergnase zu schnuppern an. "Da grillt wer!", wirft er fast grimmig in die Nacht hinaus. Ich schnuppere ebenfalls. "Stimmt." Schweigen. Wir hören Gläser aneinanderklingen. Gelächter. "Wir könnten ja mal wieder grillen", meint er ganz unverbindlich. So ein gemütliches Beieinandersitzen wäre wieder einmal schön. Die Unverbindlichkeit wird zur Verbindlichkeit und wir laden für den kommenden Samstag zum Grillen ein. Nicht viele Leute, man will es ja nur gemütlich haben, nichts Besonderes.
Nichts Besonderes artet dann in vier bis fünf verschiedene Salate aus, ein Saucensortiment wird angeschafft, auf das ein Grillhouse neidisch wäre, dazu Kräuterbaguettes, Grillkäse, Würste und Fleisch. Viel Fleisch. Eine Nachspeise braucht es natürlich auch, wohlweislich, dass sich sowieso schon alle am Grillfleisch hemmungslos überfressen haben werden. Alkohol muss auch kalt gestel…

Die Vorzüge des Kollektiveigentums

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Alles gehört allen. So könnte man Kollektiveigentum wohl am knappesten beschreiben. In der Theorie eine feine Sache, die Geschichte hat aber bisher leider gezeigt, dass es mit der Praxis nicht so klappen will. Dabei müsste man doch nicht immer gleich in die Vollen gehen. Es müssen ja nicht ganze Betriebe als Gemeinschaftseigentum angesehen werden. Nein, situationsbezogen würde doch reichen. Daher schlage ich die Erprobung im Kinderplanschbecken vor!
Es sieht doch folgendermaßen aus: Mami schleppt haufenweise Spielzeug mit ins Schwimmbad. Eimerchen, Gießkanne, Wassermühle, Wasserspritze, Softball, Wasserball, Luftmatratze, Schwimmreifen, Plastikboot, etc. Mami zwei schleppt mit: Eimerchen, Gießkanne, Wassermühle, Wasserspritze, Softball, Wasserball, Luftmatratze, Schwimmreifen, Plastikboot, etc. Mami drei... ach, lassen wir das. Fakt ist, dass alle das gleiche Spielzeug mitnehmen. Im Kinderbereich findet es sich in höchstens drei verschiedenen Farben und alle haben sie das billige Zeu…

Schrei vor Glück! Echt jetzt?

Wie Frauen beim Anblick von Highheels mit 10-Zentimeter-Mörderabsätzen vor Entzückung in orgasmusgleiche Extase geraten können, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.
Mein Verhältnis zu Schuhen ist stark belastet. Ich mache keinen Hehl aus meinen Vorurteilen. Desto höher der Absatz, umso größer die Schmerzen. Blasen, Druckstellen, Blut. Ja, erst jüngst musste ich wegen nicht richtig passenden Schuhen wieder Blut lassen. Denn das ist es, was mir gesagt wird: Die Schuhe würden mir halt nicht richtig passen. Ich muss eine sehr außergewöhnliche Fußform haben, denn ob günstig oder teuer - kein Schuh will richtig passen. Dabei hab ich gar keine Stiefschwester, die von einem Prinzen gesucht wird...
Schon Schuhe mit wenig Absatz verursachen mir Blasen und Schmerzen, die mich wochenlang beglücken. Da könnte ich vor Glück glatt schreien.
Zu festlichen Anlässen aber kommt man an den Hacken leider nicht vorbei. Ich zwänge meine Plattfüße mangels passender Schuhe in nicht passende. Hausmittelchen …

Keiner ist zuständig...

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Freitag
Gähnende Leere. Der Raum scheint schon vor Wochen oder gar Monaten überstürzt verlassen worden zu sein. Vielleicht Katastrophenalarm? Vielleicht Auslöschung der Menschheit? Egal, was es war, es muss furchtbar gewesen sein. Rückkehr ausgeschlossen. Keine Notwendigkeit mehr, Ordnung zu schaffen. Die Milch blickt sehnsüchtig gen Kühlschrank. Die rettende Kühle wäre so nah, aber die Milch steckt bis zum Hals am Aufschäumer des Kaffeevollautomaten. Leise und unbemerkt resigniert sie. Man könnte auch sagen, sie stockt. Der Vollautomat hat längst aufgehört seine Kaffeetränen zu weinen. Diese waren zahlreich. Inzwischen sind sie vertrocknet. Nur noch hässliche braune Flecken erinnern an sie. In Spüle und Spüler sind Kaffeetassen und Löffel gefangen. Irgendwer hat ihnen nur noch zugerufen: "Vergammeln sollt ihr in alle Ewigkeit!" So muss die Endzeit, das Ende der Menschheit aussehen.
Montag
Für die Milch kommt jede Hilfe zu spät. Sie wird im Abfluss beerdigt. Macht aber nix, e…

Die Busfahrt

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Als Mara in den dampfigen Bus steigt, beschlägt ihre Brille. Ihr Regenschirm schlägt gegen jede Sitzreihe. Erleichtert lässt Mara sich weit hinten in einen Sitz sinken und versucht ihren roten Kopf zu verstecken. Zum Glück hat man sie in Ruhe gelassen. Keiner hat ihr ein Bein gestellt. Keiner hat sie ausgelacht. Keiner hat Mara zum Gespött gemacht. Das ist nicht immer so. Denn als pummelige 13-Jährige mit beschlagener Brille hat man es einfach nicht leicht. Mara entspannt sich und beobachtet die anderen Jugendlichen im Bus. Wieso sind die alle soviel cooler als sie selbst? Ihr Blick bleibt an einem Typen schräg gegenüber hängen. Lässig liegt er in der Sitzbank, hat ein Bein aufgestellt und blickt Kaugummi kauend aus dem Fenster. Sein Basecap hat er tief ins Gesicht gezogen. Seine Kleidung entspricht der neuesten Mode und stammt sicher aus dem derzeitigen In-Shop in der Innenstadt - zu teuer für Mara und ihre Eltern. Mara ertappt sich dabei, wie sie ihn anhimmelt. Wobei doch gerade er…

Familienblogs oder: Die dunklen Geheimnisse der Bree Van de Kamp

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Ich lese ja gerne auch Familienblogs, seit wir unsere Zwergnase haben. Besonders schön finde ich inzwischen die Aktion Wochenende in Bildern. Vor allem haben die Mamis das Fotografieren ihrer Kinder sehr gut gelöst. Entweder von hinten oder ohne Kopf. So eben, dass die Kleinen unkenntlich bleiben.
Ich schaue sie also gerne durch, diese Bilder von adretten Vorgärten, sauberen Kindern, die ganz artig an einem sauberen Tisch spielen. Überhaupt ist es überall so aufgeräumt. Die Fenster sind sauber, die Balkontüren auch, der Boden sowieso und die Vorhänge sind frisch gewaschen. Mit diesen Bildern könnte man glatt Werbung für Putzmittel, Waschmittel und Pampers machen! Alles in einem!

Bevor hier aber ein paar Mamis mit Burnout vom Stuhl fallen, muss ich das Bild etwas korrigieren. Unser Wohnzimmertisch ist prinzipiell verklebt mit Resten von Brezenspucke oder Salzstangenspucke oder irgendeiner anderen Spucke. Das letzte mal hatte ich durch die Scheibe unserer Balkontür klare Sicht, das war…

Der Mieter muss weg!

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Das kann doch echt nicht sein! Ungefragt stellen diese dreisten Mieter einfach ein Trampolin auf. Mitten in die Gegend, sodass die ganze Aussicht dahin ist. Wer darf das Ungetüm dann wegpacken? Natürlich. Der Vermieter. Denn der ist der Depp vom Dienst. Zu sagen hat er nichts, aber den Deppen kann er spielen. Eine Sauerei hoch drei ist das! Eine Unverschämtheit.

Mir geht das dermaßen gegen den Strich, dass ich das nicht auf mir sitzen lassen kann. Spätestens alle zwei Stunden werde ich aktiv und beseitige dieses lästige Netz. Wobei die ganze Sache ja schon etwas dubios ist. Nie sieht man jemand bei dem Teil, wirklich nie, doch wie von Geisterhand kommt es wieder. Aber natürlich nicht, wenn ich mich auf die Lauer lege. Keine Chance, da jemand zu erwischen. Da verkriechen sie sich in ihren Löchern und tun so, als wäre niemand zu Hause. Und ich? Ich ärgere mich! Von früh bis spät! Ja, ich weiß, damit tu' ich diesen Spinnen noch einen Gefallen. Aber nachts, da schlafe ich ruhig. Da l…

Im Freibad

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Nur langsam bewegt sich die Karawane fort. Ich bin froh, nicht alles alleine tragen zu müssen, sondern einen Packesel an meiner Seite zu haben. Den Wagen über das holprige Gelände zu schieben, ist anstrengend genug. Die Sonne brennt unerbittlich auf unsere Häupter nieder und treibt uns den Schweiß aus jeder Pore. Der Packesel ächzt unter der Last der überdimensionalen Badetasche und der ebenfalls überdimensionalen Kühltasche. Wir sind vorbereitet. Auf jeden Ernstfall.
Die Oase ist wegen der Hitze stark überrannt. Wir quetschen unsere Decke zwischen die vielen anderen, breiten unsere Handtücher großzügig aus und entledigen uns unserer Kleidung. Ein Blick in den Wagen. Er ist weg. Weg! Elegant hat er sich durch den Bügel geschlängelt und ist entfleucht. Voll bekleidet und ohne Sunblocker schert sich Zwergnase nichts um fremde Reviere. Sein Ziel ist anvisiert. Er nicht aufzuhalten. Quer rennt er durch das Wasser, um sich seine Eroberung zu sichern. Einen Gummiball. Denn der, den Papa ge…

Klassentreffen

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Kritisch betrachte ich mein Spiegelbild. Die Haut könnte reiner sein und das Doppelkinn etwas unauffälliger. Ja, seit dem Abitur habe ich doch etwas zugenommen. Bei genauerer Überlegung stelle ich aber fest, dass es in den zehn Jahren eigentlich nur drei Kilo sind. Gut, dazwischen habe ich viel abgenommen, viel zu genommen und wieder abgenommen. Also eigentlich nicht so schlecht.

Es ist schon seltsam. Eigentlich bin ich doch selbstbewusst. Aber vor dem Klassentreffen fallen mir vor allem meine Unzulänglichkeiten ein und ich habe das Gefühl, mich einem Wettstreit zu stellen, wer in zehn Jahren das meiste erreicht hat.

Als ich dann auf die anderen treffe, verstärkt sich mein ungutes Gefühl. Man habe dieses und jenes studiert und arbeite nun hier und da. Erst später wird mir bewusst, dass ich nur mit einem Ohr zugehört habe. Mit dem Ohr, das all das noch auf der To Do-Liste des Lebens abhaken will. Das alles so perfekt geklungen hat, alles so übermäßig toll. Dabei habe ich sogar einmal …

Frauenrunde

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Halb zehn in Deutschland. Erste Pause. Genüsslich packe ich mein Sandwich vom Bäcker aus. Ein Ciabatta-Brötchen mit einem Salatblatt, Schinken und Käse, Gurke und Tomate. Irgendwo zwischen den Lagen wurde das ganze fett mit Remoulade gepolstert. Nach und nach trudeln meine Kolleginnen ein. Ich sehe von einer zur anderen. Vor jeder steht eine große Wasserflasche. Vor jeder steht ein kleines Plastikschüsselchen zu Aufbewahrungszwecken. Inhalt ähnlich. Rohkost-Salate, geschnippeltes Gemüse oder Obst. Wenn man Glück hat, findet sich noch irgendwo ein Becher Naturjoghurt. Aber nur der, der keinen zusätzlichen Zucker hat. Man tauscht sich aus, welcher Joghurt geeignet ist. Es werden die verschiedenen Abnehmstrategien erörtert. Eine Kollegin setzt auf Kohlenhydratverzicht. Erste Erfolge bereits deutlich sichtbar. Ich beiße in mein Sandwich. Die Remoulade tropft wie in Zeitlupe auf den Tisch. Ich hoffe, dass das kleine Platsch nicht zuviel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ich habe ein schlecht…

Was der Bauer nicht kennt,...

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...frisst er nicht. Seit wir Eltern sind, heißt es nicht mehr "Wo machen wir am Wochenende Party?", sondern alle paar Wochen mal "Wir könnten ja mal wieder Essen gehen." Der Teufel liegt im Detail, denn "Essen gehen" führt bei uns meistens nicht zu einem Erlebnis, das man so schnell nicht mehr vergisst. Denn das Spektrum der Restaurants und Essenskulturen, die wir uns zutrauen, wächst sehr langsam. Man könnte auch sagen gar nicht. Wenn es heißt "Wir könnten ja mal wieder Essen gehen", steht eine handvoll Lokalitäten zur Auswahl. Ich zähle sie mal eben auf. Sie sind wirklich überschaubar. Für jede Nationalität kommt auch nur ein Restaurant in Frage.

Der ItalienerDer GriecheDer MexikanerDer Asiate Drittens und viertens zählen aber eigentlich nicht . Da gehen wir nur hin, wenn wir ganz verzweifelt sind. Die Liste der "Da könnten wir ja eigentlich auch mal hingehen"-Lokale ist hingegen lang. Aber warum gehen wir nicht hin? Weil der Italien…

Auf dem Arbeitsamt

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Was wäre, wenn...? Wer hat sich das nicht schon einmal gefragt? Und manchmal, ja manchmal da brüllt keiner "Wenn der Hund nicht gesch... hätte, hätte er den Hasen erwischt" dazwischen, da kann man dann so ganz einfach dem Spiel nachhängen. Patrick von Living Memory hat sich diese Frage auch gestellt und zu einer netten Blogparade aufgerufen. Deshalb dürft ihr mich jetzt in meinem ganz persönlichen Gedankenspiel "Was wäre, wenn..." begleiten.

Genervt sitze ich in dem kleinen Büro meiner Arbeitsvermittlerin. Ich hasse diese Termine. Über den Rand ihrer Brille geringschätzend hinausblickend fragt sie mich, ob und wie viele Bewerbungen ich denn schon geschrieben hätte. Wieder erkläre ich ihr, dass die Rückmeldungen der rund 70 Schulen entweder ganz ausbleiben oder erst im Juli kommen werden. "Sieht es denn so schlecht aus mit der Warteliste?", fragt sie. Mein Mundwinkel zuckt ob einer sarkastischen Antwort. Ich beschränke mich auf ein schlichtes "Ja!"…

Bastel, der Barbar

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Kennt ihr das? Wenn ihr eine Bastelanleitung erhaltet, euch genau daran haltet und das Ergebnis dann wie gekauft aussieht? - Ich auch nicht.
Ich bin ungeschickt. Meine Fingerfertigkeit entspricht wahrscheinlich der eines Erstklässlers. Naja, gut. Eigentlich liegt sie nur knapp über der von Zwergnase.

Die Eltern-Kind-Gruppe ist daher meine persönliche Hölle, in der Bastel, der Barbar, zum Vorschein kommt. Bastel ist das kleine naive Monsterchen, das mir innewohnt. Man kann ihm nicht vorwerfen, dass er keine Fantasie hätte, er überstürzt losarbeiten würde, nein. Ganz im Gegenteil hat er immer eine ganz tolle Idee im Kopf. Leider ist diese am Endergebnis nicht ersichtlich und im Entstehungsprozess will einfach nichts so klappen, wie es Bastel gezeigt wird.

Die Papierblume zum Muttertag

Die Idee: Wir schneiden Blumen aus Bastelkarton aus und bedrucken diese mit den Fingerabdrücken der Kinder. So "dürfen" die auch mitmachen. Man möchte es nicht glauben, aber schon das Ausschneiden…

Die Sache mit den Bienen und Blüten

Ich weiß nicht mehr, wann und wer mir die Sache mit den Bienen und Blüten erklärt hat. Aber wenn man es genau nimmt, ist diese Kinderaufklärung eigentlich gar nichts für schwache Nerven. Hallo? Ich meine, die Blüte steht da recht hilflos herum, zuweilen sogar am Straßenrand, und muss sich sozusagen ungefragt von den Bienen bespringen lassen. Man lese genau: Nicht von einer Biene, der die Blume nach einer intensiven Kennenlernphase die Erlaubnis erteilt hat. Nein, von Bienen! Wahllos und zahllos! Die arme Blüte hat überhaupt gar keine Wahl! Es handelt sich sozusagen um Vergewaltigung am laufenden Band und niemand geht dagegen vor. Im Gegenteil. Die dreisten Vergewaltiger werden auch noch unterstützt und gefördert, wo es nur geht. Schützen müsse man sie, weil sie immer mehr verschwinden und gefährdet sind. Unser Nachbar hat jüngst sogar eine Sammelstation für 5000 Bienen eingerichtet, in der sie ihre nächsten Übergriffe planen können. Soweit mir zugetragen wurde, sollten die Ziele vor …

Wellness-Wahnsinn in der Wanne

Jeden Tag straft mich das kleine weiße Körbchen in meinem Bad mit vorwurfsvollen Blicken. Sein Inhalt, eine Menge von Badeölen, -salzen, Gesichtsmasken und sonstige Kosmetikartikel, die ich zur Geburt zur Entspannung geschenkt bekommen habe, vegetiert armselig vor sich hin. Ich bin nicht der Typ, der sich jedes Cremchen und jede Lotion von der Kosmetikindustrie aufschwatzen lässt. Doch in regelmäßigen Abständen fasse ich mir ein Herz und will mein kleines weißes Sammelkörbchen glücklich machen.

Mit dem Bild einer attraktiven, tiefenentspannten Dame im Kopf, die sich im Vollschaumbad räkelt, schließe ich die Badezimmertür hinter mir. Ich lasse das Wasser ein und entscheide mich für ein Badeöl mit Patschuli und Sanddorn, dass angeblich die Entspannung fördern soll. Ich ziehe mich aus, drehe mich zur Wanne und dann - schwups! Die erste Enttäuschung. Nix da mit Schaumparty. Das Wasser sieht eher aus wie ein vertrocknender Tümpel in der Wüste. Ich kippe herkömmliches Schaumbad dazu, Sandd…