Samstag, 24. Dezember 2016

Der schöne Weihnachtsbaum


"Ein schöner Baum."
"Ja, wirklich ein schöner Baum."
"Schön buschig."
"Ja, buschig. Ein sehr schöner Baum."
"Meinst du, er ist etwas groß?"
"Nein, genau richtig. Ein schöner Baum."
"Ja, ein schöner Baum."
"Etwas wuchtig ist er schon."
"Ein klein wenig vielleicht."
"Aber er hat mir so gut gefallen."
"Ja, ein wirklich schöner Baum."
"Auf der Rückseite ist er nicht ganz so buschig. Da können wir ihn an die Wand schieben."
"Hm, ja, Nicht? Als hätte man da ein paar Zweige weggezwickt."
"Ja, aber von vorne...!"
"Ein wirklich toller Baum!"
"Die Spitze muss man noch etwas zwicken."
"Ja, stimmt. Sonst stößt die Spitze ja an die Decke."
"Ja, etwas hoch."
"Fast zu hoch für unser Wohnzimmer."
"Aber schön buschig."
"Ja, lieber buschig."
"Oben muss man ja noch etwas zwicken."
"Ja, das hätte man sowieso machen müssen."
"Deswegen ist der Knick in der Spitze nicht so schlimm."
"Nein, den zwicken wir weg."
"Aber nicht zuviel, sonst sitzt die Spitze schief."
"Nein, da müssen wir uns vorsichtig rantasten."
"Wir? Du. Schließlich hast du den Baum mit der schiefen Spitze gekauft."
"Ja, okay. Ich. Aber ist doch ein schöner Baum!"
"Ja, hab ich doch gesagt."
"Warum ist dann die Spitze so wichtig?"
"Ist sie doch nicht. Das Schiefe schneidest du ja eh weg."
"Ja, das Schiefe zwicke ich ab."
"Aber nicht zuviel!"
"Nein, ich mach das schon so, dass es passt."
"Gut."
"Was heißt da Gut.? Das wird ein schöner Baum!"
"Ich habe nichts anderes behauptet."
"Das war der schönste Baum in der ganzen Stadt! Das kannst du mir glauben!"
"Schau mal. Da oben wurde ein Ast weggezwickt."
"Das war ich."
"Warum?"
"Weil ich sonst den Fernseher nicht mehr sehe."
"Hm. Ja, und die Fernbedienung funktioniert dann nicht mehr."
"Oh."
"Was?"
"Den Ast hätten wir eh einfach wegdrehen können. Das ist ja die Seite, wo er unten nicht so buschig ist."
"Müssen wir aber so stellen."
"Warum?"
"Weil sonst der Knick in der Spitze auffällt."
"Naja. Passt die Krippe wenigstens gut drunter."
"Ja, die Krippe braucht schon Platz."
"Aber der abgezwickte Ast sieht jetzt schon blöd aus."
"Ja, hätte nicht gedacht, dass der so auffällt."
"Wenn man die Spitze ein bisschen dreht, fällt der Knick vielleicht doch nicht so auf. Dann können wir den abgezwickten Ast verstecken."
"Gute Idee!"
"Jetzt passt die Krippe nicht mehr drunter."
"Aber dafür haben wir einen buschigen Baum."
"Ja, sehr."
"Findest du ihn zu groß?"
"Naja, das TV-Programm ist ja eh nicht soooo toll."
"Da kommen tolle Sachen!"
"Ja. Aber die wirst du nicht sehen!"
"Warum denn?"
"Weil du mir nicht noch mehr Äste abzwickst."
"Ich dreh den Baum einfach nochmal."
"Jetzt ist die Spitze wieder schief."
"Wenigstens sticht er nicht."
"Nein, er sticht nicht. Kann man schön schmücken."
"Hab ich extra drauf geachtet."
"Die Spitze ist trotzdem schief."
"Das fällt doch kaum auf!"
"Aber ich weiß es. Und dass du den schönen buschigen Ast abgezwickt hast, weiß ich auch."
"Aber der Baum ist doch immer noch schön buschig."
"Ja, aber nicht mehr so buschig."
"Das war ein Zweig!"
"Ich sag ja nur."
"Einen schöneren Baum hättest du nicht bekommen."
"Ja, ist ein schöner Baum."
"Sag ich doch. Ein schöner Baum. Buschig, mit Charakter."
"Und einer schiefen Spitze."

Sonntag, 27. November 2016

Krankes Deutschland

Ich kann die Nase noch so oft versuchen, hochzuziehen. Es wird nichts nutzen. Sie ist und bleibt zu. Der Kopf dröhnt, der Hals kratzt und auf einem Ohr bin ich taub. Die alljährliche Erkältungswelle hat mich erwischt. Obwohl ich mich ums Händeschütteln drücke, wo es nur geht, mir beim Händewaschen schon zwanghaft vorkomme, kann ich halt eben nicht verhindern, dass mir Zwergnase auf das Essen hustet und mir seinen Rotz mit den Worten "Ieeeeh! Mama! Ich habe Schnupfen!" unter die Nase reibt. Also nicht nur bildlich oder im übertragenen Sinn. Ich meine es so, wie ich es schreibe. Wortwörtlich. Ich muss also zum Arzt.

Sonntag, 20. November 2016

In der Weihnachtsbäckerei

Die Kälte klirrt. Eisblumen ranken sich am Fenster. In der Stube ist es warm, der Ofen heizt und der Duft von frisch gebackenen Plätzchen erfüllt den Raum.
Vor meinem inneren Auge sehe ich mich zehn verschiedene Plätzchensorten backen und verzieren, während Zwergnase sich nicht entscheiden kann, ob er hilft oder sich die Nase an der Fensterscheibe platt drückt, um den Schneeflocken zuzusehen.

Sonntag, 6. November 2016

Ich wünsche dir noch einen schönen Tag

Eigentlich sieht sie ja ganz nett aus. Sie ist schlank, trägt ihr Haar lang und glatt. Nicht gefärbt, in einem dunkelblonden bis hellbräunlichen Ton. Gepflegt. Immer frisch gewaschen und gut gekämmt, nicht verfilzt. Man könnte meinen, es sei "ein braves Mädchen von nebenan". Auffällig ist die dunkle Nerd-Brille. Mit so großen Gläsern, dass man Angst hat, dass sie irgendwann vornüberkippt. Ich glaube, sie ist so um die 20 Jahre alt. Sie sitzt bei Aldi an der Kasse.

Rotweinflecken

Vor Helene lag eine Zigarette im Aschenbecher und qualmte. Sie nahm sie umständlich zwischen Zeige- und Mittelfinger und zitterte damit zum Mund. Sie nahm zu schnell einen tiefen, langen Zug. Beim Ausatmen vermischte sich ihr Schluchzen mit einem Husten. Fünf Jahre hatte sie nicht mehr geraucht. Sie drückte die nicht halb gerauchte Zigarette mit fahrigen Bewegungen aus. Dabei brach sie in der Mitte auseinander. Mit dem Handrücken verwischte sie ihren Kajal. Sie schenkte sich Rotwein nach. Sie hatte keine Ahnung von Wein. Es war eine billige Flasche vom Discounter. Sie leerte den Zahnputzbecher in einem Zug. Dann warf Helene ihn an die Wand. Reste des Weins rannen die weiße Wand hinunter. Die Flecken würden ewig halten. Helene sah es nicht. Sie hatte den Kopf auf die Arme gelegt und schluchzte in die Platte des Campingtisches, bis keine Tränen mehr kamen. 

Sonntag, 30. Oktober 2016

Morgenroutine

Ich bin ein ausgesprochener Morgenmuffel. Wenn ich mich aus dem Bett quäle, will ich erst einmal meine Ruhe haben. Daran konnte auch Zwergnase nichts ändern. Ich tapse mit fast geschlossenen Augen ins Bad und verziehe das Gesicht, wenn ich das Licht einschalte. In Zeitlupe ziehe ich mich aus und steige in die Dusche. Danach bin ich zwar halbwegs lebendig, aber immer noch nicht ansprechbar. Lediglich das Gute-Laune-Gedudel im Radio ist erträglich. Ich bin froh, wenn ich keine Menschenseele zu Gesicht bekomme. Ich trinke in aller Ruhe und Stille meinen Kaffee. Mann und Kind schlafen noch und erhalten allerhöchstens einen Abschiedskuss, aber nur, wenn ich höre, dass Zwergnase schon schnattert. Mein Idealstart in den Tag.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Gönn dir kleine Auszeiten!

Zeit allein ist als Mama Luxus. Wenn man alleine aufs Klo gehen darf, ist das schon ein Erfolg. Meine regelmäßige Auszeit sind meine Friseurbesuche. Die Erklärung ist einfach. Mit Färben und Schneiden dauern die nämlich etwa zwei Stunden - viel zu lange für Zwergnase. Da wird ihm nur langweilig. Wenn ich also zum Friseur gehe, trinke ich in aller Ruhe einen Latte Macchiato (der auch nicht kalt wird) und führe mit der Friseurin Erwachsenengespräche. Während die Farbe einwirkt, lese ich in aller Ruhe und manchmal bin ich schon fast traurig, wenn die Farbe schon abgewaschen wird. Diese zwei Stunden alle paar Wochen sind eine kleine Oase der Ruhe.

Sonntag, 16. Oktober 2016

Das Geräusch von Rotorblättern

Plötzlich ging alles ganz schnell. Es war ein Rucksack gekauft, eine Brotdose, Wechselwäsche, Gummistiefel und Matschanzug hineingesteckt und dann stand ich mit Zwergnase im Gruppenraum der Schmetterlinge. Der Erzieher war Zwergnases neuer Freund, ehe ich wieder zur Tür hinaus war. Die Eingewöhnung verlief schnell und schmerzfrei. Ich bin sogar der Meinung, dass sie noch schneller passieren hätte können, wenn ich nicht zwei Tage verstohlen in einer Ecke sitzen hätte müssen...

Sonntag, 9. Oktober 2016

Eingewöhnung im Kindergarten

Jetzt kommt's. Sie haben es uns prophezeit und wir wollten es in unserer Naivität nicht glauben. Haben wir denn in den letzten drei Jahren nichts dazu gelernt? Dass es immer, wirklich immer so ist, wie andere sagen?

Sonntag, 2. Oktober 2016

Kindergarten für Anfänger

Mit Zwergnases Kindergartenbesuch habe ich mich auf das Schlimmste gefasst gemacht. Schimpfwörter, Untugenden, Kinderkrankheiten. Getreu dem Motto, dass es mich dann nicht so hart treffen würde, wenn es so kommt. Doch nach nur vierzehn Tagen bin ich überaus überrascht, welchen Einfluss der Kindergarten wirklich auf Zwergnase nimmt.

Sonntag, 25. September 2016

Der verletzte Fuß

Ich war eigentlich immer ganz glücklich, dass Zwergnase ein sehr vorsichtiges Kind war. Irgendwann ging dieses durchaus vorteilhafte Verhalten jedoch flöten. Spätestens als Zwergnase versuchte, die Rutsche mit seinem Laufrad hinunter zu fahren, musste ich mir eingestehen, dass ich nicht mehr von meinem umsichtigen Kind sprechen sollte. Mir war klar, dass wir früher oder später in der Notaufnahme landen und Zwergnase 1001 Stunts für Kleinkinder verfassen würde. Es war ein Sonntagabend, an dem der erste wirkliche Unfall passierte.

Sonntag, 18. September 2016

Wie wird das Kind sauber?

"Und? Ist er schon sauber?" - Eine Frage, dich ich seit einem halben Jahr etwa häufig zu hören bekomme und wahrscheinlich anderer Mamis genauso oft frage. Zwergnase ist zweieinhalb. Er macht auf Kommando in den Topf. Das war's. Meistens. Er ist viel zu sehr in sein Spiel vertieft, um es für einen Klogang zu unterbrechen. Wenn ich einen schlechten Tage habe, unterstelle ich ihm schlicht Faulheit.

Sonntag, 11. September 2016

Depp der Woche: Auf dem Supermarktparklatz

Die Welt ist schlimm genug. Mord und Totschlag beherrschen die Nachrichten und zur Not gibt es irgendwo auf der Welt sicher eine Naturkatastrophe, die Elend über eine ganze Region bringt. Da müsste man doch meinen, dass man es sich im Alltag nicht schwerer als nötig machen müsste. Dass man sich darüber freuen könnte, dass die Sonne scheint und man gesund und munter in einer friedlichen Kleinstadt leben darf. Jeden Tag danke ich dem Herrgott, dass er es doch recht gut mit mir gemeint hat.

Mittwoch, 17. August 2016

Sommerpause


... weil das Wetter zu schön für den Computer ist!

Im neuen Schuljahr geht's wieder weiter!

Sonntag, 31. Juli 2016

Eine Liebeserklärung

Eigentlich wollte ich dieses Mal die Schnulze auspacken. Mein Mann und ich hatten diese Woche Hochzeitstag. Kein runder, kein besonderer, ein stinknormaler Hochzeitstag eben. Ich muss sagen, mir ist der Hochzeitstag gar nicht so wichtig. Wir sind sehr viel länger ein Paar als wir verheiratet sind und sind trotzdem noch total vernarrt ineinander. Wenn mich jemand fragen würde, ob ich mich in 50 Jahren mit ihm Händchen haltend auf einer Parkbank sehen würde, dann bekäme er von mir ein klares Ja. Trotz kleiner und größerer Streits passt es einfach, wir sind füreinander gemacht. Nun, um ihm meine Liebe zu beweisen, hätte ich ihm einen ganzen Blogpost gewidmet. Aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Sonntag, 10. Juli 2016

Ein echter Kerl

Herbert Grönemeyer wusste es schon lange, dass Männer verletzlich sind. Er wusste auch, dass Männer schon als Kind auf Mann geeicht werden. Die ein oder andere Frau wird auch durchaus schon ihre Schwiegermutter verflucht haben, wenn der Mann mit schwerer Männergrippe darnieder liegt und sich nicht einmal mehr um seine Tasse Tee zum Tisch vorbeugen kann. Warum, liebe Schwiegermama, hast du deinen Sohn nur so verhätschelt - wird man gerne denken.

Sonntag, 26. Juni 2016

Der dritte Stock

Der Kühlschrank war leer. Das Brot war hart. Verdammt. Gab es denn nichts Essbares mehr in dieser Wohnung? Nein. Harald blieb nichts anderes übrig. Er musste einkaufen gehen. Das war angesichts seines Alters gar nicht so leicht. Beim Treppensteigen schmerzten ihn die Knie, die Bushaltestelle war so weit weg wie der Mond. Er vermisste die kleinen Tante-Emma-Läden. Man brauchte sich überhaupt keine Gedanken machen, welche Marke man nahm. Es gab sowieso nur eine. Heute musste er durch endlos lange Gänge, erreichte die oberen Regale nicht und bücken konnte er sich ebensowenig, weil sonst seine Bandscheiben Tango tanzten.

Sonntag, 19. Juni 2016

Verfolgungswahn

Das Internet ist schon eine tolle Sache. Ganze Revolutionen können organisiert werden, Demonstrationen und Gegendemonstrationen. Nicht auszudenken, wenn da einer allein mit seinem Schildchen stehen würde. Die Menschheitsgeschichte wäre ja ganz anders verlaufen! Aber das Internet bewegt nicht nur die Welt, es erfasst auch so gut wie jede Bewegung. Die eigene beim Sport zum Beispiel, die des Partners bei was auch immer, die der Kinder, wenn sie Blödsinn im Kopf haben oder 100 andere Dinge. Zusammen mit Smartphones und GPRS sind dem Verfolgungswahn keine Grenzen gesetzt - da freut sich der Datenschutz. Das häufigste Stalking-Opfer ist jedoch der Paketbote.

Sonntag, 12. Juni 2016

Facharzt oder Friedhof

Ein gesunder Lifestyle, wie es neudeutsch heißt, ist so in wie nie. Man wird überrannt von Superfoods aus Asien und Südamerika, erschlagen von Fitness-Tools und Sport-Tracking-Apps und die Gesellschaft verliert den Kampf gegen den Wohlstandsspeck. Kein Wunder, denn wer krank wird, kann sich genausogut gleich eingraben lassen. Da erspart man sich einen langen Leidensweg. (Vorsicht! Sarkasmus, Ironie und ähnliche Inhaltsstoffe!)

Sonntag, 5. Juni 2016

Zoomania

Es ist Feiertag. Und schönes Wetter. An solchen Tagen bist du geradezu verpflichtet, etwas mit Kind und Kegel zu unternehmen. Da es gerade nicht warm genug fürs Schwimmbad ist, ist der Zoo die einzig wahre Alternative. Ansonsten kann man wirklich gar nichts unternehmen, wie der Mangel an Parkplätzen beweist. Wie der Zoologe weiß, fängt der frühe Wurm den Vogel - oder so ähnlich. Der Rucksack wird also schon am Vorabend gepackt, damit man zeitig zum ersten Programmpunkt am Parkplatz steht: Das Wettaufklappen der Buggys. In der Schlange an der Kasse bleibt genug Zeit, um die Konkurrenz zu begutachten - mit ihren Jack-Wolfskin- und Engelbert-Strauss-Outdoor-Softshell-Jacken, extra für Familienausflüge angeschafft. Da haben wir eindeutig Nachholbedarf.

Sonntag, 29. Mai 2016

Das Runde muss ins Eckige

Bald ist es wieder soweit. Bald freut sich das Fußball-Phrasen-Schweinchen wieder, wenn die EM angepfiffen wird, ein Spiel 90 Minuten dauert und das Runde wieder ins Eckige muss. Genau das habe ich mir gedacht, als ich letztens mein Geschirr in die Spüle gepackt habe. Das Dekor wird mit jedem Spülgang blasser. Hätte ich mich doch für ganz weißes Porzellan entschieden!

Sonntag, 22. Mai 2016

Wenn sich der Lebenswandel wandelt

Ich war gestern einkaufen. Als meine Waren über den Scanner gezogen wurden, sah ich mich plötzlich wieder selbst hinter der Kasse sitzen. Da hat man sich ja schon anhand des Einkaufs ein Bild über den Menschen vor einem zusammengebastelt. Welches Bild hätte mein Einkauf hervor gerufen? Ich habe spontan gelächelt, denn sonst hätte ich weinen müssen.

Sonntag, 15. Mai 2016

Ab auf die Wiesn

Das Frühlingsfest hat die Wiesn-Saison eingeleitet. Ab ins Zelt, ran an die Mass und rauf auf die Bank! Wir feiern, als gäbe es kein Morgen mehr! Nur blöd, dass das gestern war. Denn heute sieht das ganz anders aus und ich weiß endlich, wer die Wiesn nachmittags bevölkert.

Sonntag, 8. Mai 2016

Die Entschleunigung des Alltags

Unsere Welt wird immer hektischer. Durch das Internet sind und sollen wir jederzeit für Freunde, Verwandte, Kollegen und nicht zuletzt dem Chef erreichbar sein. Das Smartphone macht es möglich. Doch die ständige Präsenz verursacht Stress. Dementsprechend vielfältig sind auch die Angebote, seinen Alltag zu entschleunigen und Oasen der Ruhe für sich selbst zu finden. Yoga, Meditation und mentales Training ist in aller Munde. Dabei braucht es nur die Besinnung auf sich selbst und du kannst sogar den wöchentlichen Einkauf im Supermarkt als Zeit der Entspannung nutzen. Positiv dabei ist vor allem aber, dass du gleichzeitig das Tempo aus dem Alltag deiner Mitmenschen nimmst - ob sie nun wollen oder nicht. Und so funktioniert die Ruheoase Supermarkt...

Sonntag, 1. Mai 2016

Was Frauen wollen

Warum sind Frauen so kompliziert? Und was wollen sie eigentlich? Frauen können sich dem Druck von Frauenzeitschriften nicht entziehen. Auch wenn sie sie gar nicht lesen. Aber sie werden immer und überall damit konfrontiert, wie sie zu sein haben.

Sonntag, 24. April 2016

Männerabend

"Kann ich so gehen?"
Rita blieb der Mund offen stehen. Ihre haselnussbraunen Augen weiteten sich für den Bruchteil einer Sekunde. Ihr Mann sah umwerfend aus. Schlank und drahtig-muskulös, einen gestylten Kurzhaarschnitt, glatt rasiert. Die Ärmel seines schlichten schwarzen Hemdes hatte er leger bis zu den Ellbogen gekrempelt. Den Saum hatte er in lässig sitzende Jeans gesteckt. Seine blauen Augen glänzten vor Aufregung.

Sonntag, 10. April 2016

Ein Herz für Schokolade

"Schokolade?"
"Gibt keine Schokolade."
"Gummibärle?"
"Gibt keine Gummibärle."
"Schokolade?"
"Gibt keine Schokolade."

Sonntag, 3. April 2016

Kurhotel des Grauens - Folge 2

Ihnen schlägt der Mief von gefühlten tausend Jahren ins Gesicht. Die Luft ist abgestanden, daran ändern sämtliche Desinfektionsmittel der Welt nichts. Warum riecht es hier überhaupt nach Desinfektion? Was gibt es hier, das man mit Desinfektionsmittel bekämpfen müsste?

Sonntag, 27. März 2016

Feiertags-Fieber

Kinder werden krank. Das ist halt so. Da muss man als Eltern durch. Aber man hat dennoch Glück. Der Zeitpunkt, an dem das Kind erkrankt, lässt sich exakt hervorsagen, sodass man nicht zu einem unpassendem Zeitpunkt überrascht wird.

Es gibt genau zwei Situationen, in denen dein Kind mit Garantie krank wird.

Sonntag, 20. März 2016

Kurhotel des Grauens - Folge 1


Nichts ahnend macht sich die Familie auf dem Weg in die Kurklinik. Das Wetter ist durchwachsen. Man kann die Sonne hinter den grauen Wolken nur erahnen. Der kalte Ostwind lässt sie schon auf dem Weg zum Auto frösteln. Rasch zieht sie ihre Jacke enger um den Körper. Die Fahrt verläuft fröhlich. Aus dem Radio tönen Kinderlieder, die eifrig mitgesungen werden. Dass der Himmel sich immer mehr verdunkelt und bedrohlich über der Bergkette hängt, sehen sie nicht.

Sonntag, 13. März 2016

Gelernt ist eben gelernt

Es gibt so einige Berufe, in denen könnte ich nicht arbeiten. Es liegt in der Regel nicht an dem notwendigen Know-how, das kann man sich aneignen. Vielmehr fehlt mir die innere Moral. Die grundsätzliche Arbeitshaltung. Wirklich abwegig wäre für mich die Arbeit im Krankenhaus. Sowohl als Arzt oder Krankenschwester wäre ich völlig ungeeignet, weil man mir nur mit Worten ausmalen braucht, wie das Blut spritzt, damit ich in Ohnmacht falle.

Sonntag, 6. März 2016

Mama auf der Piste

Irgendwann kommt der Punkt, an dem du Schnauze voll hast von Rotznasen, von Windeln und von Essensresten an den unmöglichsten Stellen. Dann willst du dich jung fühlen und planst einen Disco-Besuch. Deine Ex-Lieblingsdisco startet das Event "Zeitreise" mit dem Auftritt eines DJs, den du vor 15 Jahren das erste Mal live erlebt hast. Das kann einfach kein Zufall sein!

Sonntag, 28. Februar 2016

Mein Leben als Spaßbremse

Du wünscht dir ein Kind. Du willst es anhimmeln, verwöhnen. Du willst für das Kind der wichtigste Mensch im Leben sein. Sieht man von der Babykotze, den Stinkewindeln und den durchwachten Nächten einmal ab, ist es auch genauso. Fasziniert verfolgst du die Entwicklung deines Sprosses. Das erste Lächeln, die ersten Schritte, die ersten Worte. Du würdest wirklich alles für dein Kind tun.

Sonntag, 21. Februar 2016

Wie man Hausfrauen heiß macht

Nun bin ich also in diesem Alter angekommen. Statt Partynächte gibt es nun "Vorführungen" am Nachmittag oder frühen Abend. Angepriesen wird alles, was das Hausfrauenherz begehrt. Hausfrauenherz? Jawohl. Gleichberechtigung hin oder her, Emanzipation ade. Mit dem Besuch solcher Veranstaltungen gibst du zu, genau das zu sein - eine Hausfrau.

Sonntag, 14. Februar 2016

Valentinstag

Christian legte Jacke und Schuhe ab und ging ins Wohnzimmer. Schweigend beobachtete er Sybille, wie sie am Boden saß und mit ihren beiden Töchtern spielte. Das Haar, das einst seidig geglänzt hatte und immer sorgfältig frisiert gewesen war, hing ihr strähnig auf die Schultern. Diese wiederum steckten in einer rosafarbenen Nicki-Jacke, passend zu den Schweinchen-Jogginghosen.

Sonntag, 7. Februar 2016

Kinderfasching - Nur der Stärkste überlebt

Zugegeben, ich bin eher ein Faschingsmuffel. Wenn ich die Anweisung "Aber im Kostüm!" höre, macht sich eine innere Abwehrhaltung in mir breit. Aber als Mutter muss man eben auch über seinen Schatten springen und eigene Vorlieben hinten anstellen. Man will ja seinem Kind nichts vorenthalten, was irgendwie zur Kultur gehören könnte. Also wird ein Bärenkostüm für das Alter von 3-5 Jahren gekauft, das Zwergnase, 2 Jahre, gerade so passt. Mama wird zum Marienkäfer.