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Der schöne Weihnachtsbaum

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"Ein schöner Baum."
"Ja, wirklich ein schöner Baum."
"Schön buschig."
"Ja, buschig. Ein sehr schöner Baum."
"Meinst du, er ist etwas groß?"
"Nein, genau richtig. Ein schöner Baum."
"Ja, ein schöner Baum."
"Etwas wuchtig ist er schon."
"Ein klein wenig vielleicht."
"Aber er hat mir so gut gefallen."
"Ja, ein wirklich schöner Baum."
"Auf der Rückseite ist er nicht ganz so buschig. Da können wir ihn an die Wand schieben."
"Hm, ja, Nicht? Als hätte man da ein paar Zweige weggezwickt."
"Ja, aber von vorne...!"
"Ein wirklich toller Baum!"
"Die Spitze muss man noch etwas zwicken."
"Ja, stimmt. Sonst stößt die Spitze ja an die Decke."
"Ja, etwas hoch."
"Fast zu hoch für unser Wohnzimmer."
"Aber schön buschig."
"Ja, lieber buschig."
"Oben muss man ja noch etwas zwicken."
"…

Krankes Deutschland

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Ich kann die Nase noch so oft versuchen, hochzuziehen. Es wird nichts nutzen. Sie ist und bleibt zu. Der Kopf dröhnt, der Hals kratzt und auf einem Ohr bin ich taub. Die alljährliche Erkältungswelle hat mich erwischt. Obwohl ich mich ums Händeschütteln drücke, wo es nur geht, mir beim Händewaschen schon zwanghaft vorkomme, kann ich halt eben nicht verhindern, dass mir Zwergnase auf das Essen hustet und mir seinen Rotz mit den Worten "Ieeeeh! Mama! Ich habe Schnupfen!" unter die Nase reibt. Also nicht nur bildlich oder im übertragenen Sinn. Ich meine es so, wie ich es schreibe. Wortwörtlich. Ich muss also zum Arzt.

In der Weihnachtsbäckerei

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Die Kälte klirrt. Eisblumen ranken sich am Fenster. In der Stube ist es warm, der Ofen heizt und der Duft von frisch gebackenen Plätzchen erfüllt den Raum.
Vor meinem inneren Auge sehe ich mich zehn verschiedene Plätzchensorten backen und verzieren, während Zwergnase sich nicht entscheiden kann, ob er hilft oder sich die Nase an der Fensterscheibe platt drückt, um den Schneeflocken zuzusehen.

Ich wünsche dir noch einen schönen Tag

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Eigentlich sieht sie ja ganz nett aus. Sie ist schlank, trägt ihr Haar lang und glatt. Nicht gefärbt, in einem dunkelblonden bis hellbräunlichen Ton. Gepflegt. Immer frisch gewaschen und gut gekämmt, nicht verfilzt. Man könnte meinen, es sei "ein braves Mädchen von nebenan". Auffällig ist die dunkle Nerd-Brille. Mit so großen Gläsern, dass man Angst hat, dass sie irgendwann vornüberkippt. Ich glaube, sie ist so um die 20 Jahre alt. Sie sitzt bei Aldi an der Kasse.

Rotweinflecken

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Vor Helene lag eine Zigarette im Aschenbecher und qualmte. Sie nahm sie umständlich zwischen Zeige- und Mittelfinger und zitterte damit zum Mund. Sie nahm zu schnell einen tiefen, langen Zug. Beim Ausatmen vermischte sich ihr Schluchzen mit einem Husten. Fünf Jahre hatte sie nicht mehr geraucht. Sie drückte die nicht halb gerauchte Zigarette mit fahrigen Bewegungen aus. Dabei brach sie in der Mitte auseinander. Mit dem Handrücken verwischte sie ihren Kajal. Sie schenkte sich Rotwein nach. Sie hatte keine Ahnung von Wein. Es war eine billige Flasche vom Discounter. Sie leerte den Zahnputzbecher in einem Zug. Dann warf Helene ihn an die Wand. Reste des Weins rannen die weiße Wand hinunter. Die Flecken würden ewig halten. Helene sah es nicht. Sie hatte den Kopf auf die Arme gelegt und schluchzte in die Platte des Campingtisches, bis keine Tränen mehr kamen. 

Morgenroutine

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Ich bin ein ausgesprochener Morgenmuffel. Wenn ich mich aus dem Bett quäle, will ich erst einmal meine Ruhe haben. Lediglich das Gute-Laune-Gedudel im Radio ist erträglich. Ich trinke in aller Ruhe und Stille meinen Kaffee. Mann und Kind schlafen noch und erhalten allerhöchstens einen Abschiedskuss. Mein Idealstart in den Tag.
Doch dann gibt es auch Tage, die laufen ganz anders ab. Nämlich dann, wenn auch mein Mann früh zur Arbeit und Zwergnase in den Kindergarten muss. Dann sitzt mein Morgenmuffel heulend in der Ecke und will sich aufhängen. Es beginnt damit, dass unsere Wecker kurz nacheinander losgehen. Ich bleibe erst einmal liegen und lasse ihn als Erstes ins Bad. So sucht er normalerweise das Weite, wenn ich aus der Dusche steige.
Ich liege also mit offenen Augen im Dunkeln und starre an die Decke, die ich nicht sehe. Ich atme tief durch und bereite meinen Morgenmuffel auf den Tag vor. Irgendwann schäle ich mich aus dem Bett, schiebe eine Aufbacksemmel für den Zwerg in den Ofen…

Gönn dir kleine Auszeiten!

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Zeit allein ist als Mama Luxus. Wenn man alleine aufs Klo gehen darf, ist das schon ein Erfolg. Meine regelmäßige Auszeit sind meine Friseurbesuche. Die Erklärung ist einfach. Mit Färben und Schneiden dauern die nämlich etwa zwei Stunden - viel zu lange für Zwergnase. Da wird ihm nur langweilig. Wenn ich also zum Friseur gehe, trinke ich in aller Ruhe einen Latte Macchiato (der auch nicht kalt wird) und führe mit der Friseurin Erwachsenengespräche. Während die Farbe einwirkt, lese ich in aller Ruhe und manchmal bin ich schon fast traurig, wenn die Farbe schon abgewaschen wird. Diese zwei Stunden alle paar Wochen sind eine kleine Oase der Ruhe.

Das Geräusch von Rotorblättern

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Plötzlich ging alles ganz schnell. Es war ein Rucksack gekauft, eine Brotdose, Wechselwäsche, Gummistiefel und Matschanzug hineingesteckt und dann stand ich mit Zwergnase im Gruppenraum der Schmetterlinge. Der Erzieher war Zwergnases neuer Freund, ehe ich wieder zur Tür hinaus war. Die Eingewöhnung verlief schnell und schmerzfrei. Ich bin sogar der Meinung, dass sie noch schneller passieren hätte können, wenn ich nicht zwei Tage verstohlen in einer Ecke sitzen hätte müssen...

Eingewöhnung im Kindergarten

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Jetzt kommt's. Sie haben es uns prophezeit und wir wollten es in unserer Naivität nicht glauben. Haben wir denn in den letzten drei Jahren nichts dazu gelernt? Dass es immer, wirklich immer so ist, wie andere sagen?

Kindergarten für Anfänger

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Mit Zwergnases Kindergartenbesuch habe ich mich auf das Schlimmste gefasst gemacht. Schimpfwörter, Untugenden, Kinderkrankheiten. Getreu dem Motto, dass es mich dann nicht so hart treffen würde, wenn es so kommt. Doch nach nur vierzehn Tagen bin ich überaus überrascht, welchen Einfluss der Kindergarten wirklich auf Zwergnase nimmt.

Der verletzte Fuß

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Ich war eigentlich immer ganz glücklich, dass Zwergnase ein sehr vorsichtiges Kind war. Irgendwann ging dieses durchaus vorteilhafte Verhalten jedoch flöten. Spätestens als Zwergnase versuchte, die Rutsche mit seinem Laufrad hinunter zu fahren, musste ich mir eingestehen, dass ich nicht mehr von meinem umsichtigen Kind sprechen sollte. Mir war klar, dass wir früher oder später in der Notaufnahme landen und Zwergnase 1001 Stunts für Kleinkinder verfassen würde. Es war ein Sonntagabend, an dem der erste wirkliche Unfall passierte.

Wie wird das Kind sauber?

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"Und? Ist er schon sauber?" - Eine Frage, dich ich seit einem halben Jahr etwa häufig zu hören bekomme und wahrscheinlich anderer Mamis genauso oft frage. Zwergnase ist zweieinhalb. Er macht auf Kommando in den Topf. Das war's. Meistens. Er ist viel zu sehr in sein Spiel vertieft, um es für einen Klogang zu unterbrechen. Wenn ich einen schlechten Tage habe, unterstelle ich ihm schlicht Faulheit.

Depp der Woche: Auf dem Supermarktparklatz

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Die Welt ist schlimm genug. Mord und Totschlag beherrschen die Nachrichten und zur Not gibt es irgendwo auf der Welt sicher eine Naturkatastrophe, die Elend über eine ganze Region bringt. Da müsste man doch meinen, dass man es sich im Alltag nicht schwerer als nötig machen müsste. Dass man sich darüber freuen könnte, dass die Sonne scheint und man gesund und munter in einer friedlichen Kleinstadt leben darf. Jeden Tag danke ich dem Herrgott, dass er es doch recht gut mit mir gemeint hat.
Andere scheinen mit ihrem Los, ihr Leben in Deggendorf fristen zu müssen, nicht so glücklich zu sein. Die armen Seelen. Vielleicht haben sie aber auch mangels echter Probleme Spaß daran, sich bei ihren Mitmenschen als Bewahrer der deutschen Tugenden aufzuspielen. Fünfe mal gerade sein lassen? Keine Chance. Das Traurige ist, dass es jeden Tag einen Deppen gibt, der dir deine eigentlich gute Laune versauen kann.
Meinen Deppen der Woche traf ich auf dem Supermarktparkplatz. Ich hatte den Einkauf gerade …

Eine Liebeserklärung

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Eigentlich wollte ich dieses Mal die Schnulze auspacken. Mein Mann und ich hatten diese Woche Hochzeitstag. Kein runder, kein besonderer, ein stinknormaler Hochzeitstag eben. Ich muss sagen, mir ist der Hochzeitstag gar nicht so wichtig. Wir sind sehr viel länger ein Paar als wir verheiratet sind und sind trotzdem noch total vernarrt ineinander. Wenn mich jemand fragen würde, ob ich mich in 50 Jahren mit ihm Händchen haltend auf einer Parkbank sehen würde, dann bekäme er von mir ein klares Ja. Trotz kleiner und größerer Streits passt es einfach, wir sind füreinander gemacht. Nun, um ihm meine Liebe zu beweisen, hätte ich ihm einen ganzen Blogpost gewidmet. Aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.
Wir haben unseren Hochzeitstag dieses Jahr gefeiert, indem wir uns nur kurz gesehen haben. Ich musste morgens in die Arbeit und als ich nach Hause kam, stand er schon in den Startlöchern, um seinerseits zur Arbeit zu fahren. Er würde erst so spät nach Hause kommen, dass wir noch…

Ein echter Kerl

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Herbert Grönemeyer wusste es schon lange, dass Männer verletzlich sind. Er wusste auch, dass Männer schon als Kind auf Mann geeicht werden. Die ein oder andere Frau wird auch durchaus schon ihre Schwiegermutter verflucht haben, wenn der Mann mit schwerer Männergrippe darnieder liegt und sich nicht einmal mehr um seine Tasse Tee zum Tisch vorbeugen kann. Warum, liebe Schwiegermama, hast du deinen Sohn nur so verhätschelt - wird man gerne denken.

Der dritte Stock

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Der Kühlschrank war leer. Das Brot war hart. Verdammt. Gab es denn nichts Essbares mehr in dieser Wohnung? Nein. Harald blieb nichts anderes übrig. Er musste einkaufen gehen. Das war angesichts seines Alters gar nicht so leicht. Beim Treppensteigen schmerzten ihn die Knie, die Bushaltestelle war so weit weg wie der Mond. Er vermisste die kleinen Tante-Emma-Läden. Man brauchte sich überhaupt keine Gedanken machen, welche Marke man nahm. Es gab sowieso nur eine. Heute musste er durch endlos lange Gänge, erreichte die oberen Regale nicht und bücken konnte er sich ebensowenig, weil sonst seine Bandscheiben Tango tanzten.
Missmutig öffnete er seine Tür. Drei Stockwerke musste er seinen Knien nun  zumuten. Er verfluchte sich, weil er das Angebot des Vermieters ausgeschlagen hatte. Er hätte ihm einen Treppenlift eingebaut. Aber da war Harald noch rüstig gewesen! Ohne Stock und Rentner-Mercedes. Dass er so schnell Probleme mit den drei Stockwerken haben würde, hätte er nicht gedacht. Frau Gr…

Verfolgungswahn

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Das Internet ist schon eine tolle Sache. Ganze Revolutionen können organisiert werden, Demonstrationen und Gegendemonstrationen. Nicht auszudenken, wenn da einer allein mit seinem Schildchen stehen würde. Die Menschheitsgeschichte wäre ja ganz anders verlaufen! Aber das Internet bewegt nicht nur die Welt, es erfasst auch so gut wie jede Bewegung. Die eigene beim Sport zum Beispiel, die des Partners bei was auch immer, die der Kinder, wenn sie Blödsinn im Kopf haben oder 100 andere Dinge. Zusammen mit Smartphones und GPRS sind dem Verfolgungswahn keine Grenzen gesetzt - da freut sich der Datenschutz. Das häufigste Stalking-Opfer ist jedoch der Paketbote.

Facharzt oder Friedhof

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Ein gesunder Lifestyle, wie es neudeutsch heißt, ist so in wie nie. Man wird überrannt von Superfoods aus Asien und Südamerika, erschlagen von Fitness-Tools und Sport-Tracking-Apps und die Gesellschaft verliert den Kampf gegen den Wohlstandsspeck. Kein Wunder, denn wer krank wird, kann sich genausogut gleich eingraben lassen. Da erspart man sich einen langen Leidensweg. (Vorsicht! Sarkasmus, Ironie und ähnliche Inhaltsstoffe!)
Dabei wird einem zunächst übermäßige Fürsorge vorgekaugelt. Wer denkt, dass das eigene Kind Privatsache sei, irrt gewaltig. Mit einer Akuratesse, die das preußische Heer mit Stolz erfüllt hätte, kontrolliert der Staat jede Vorsorgeuntersuchung. Der Kinderarzt erinnert dich telefonisch an die Termine, der Kindergarten segnet das U-Heft ab und über den Erfolg oder Misserfolg eines Gehörscreenings direkt nach der Geburt wird ein Bundesamt informiert. Datenschutz und Privatsspähre? Fehlanzeige! Es wird eine allgemeingültige Norm kreiert und wenn es das arme Individ…

Zoomania

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Es ist Feiertag. Und schönes Wetter. An solchen Tagen bist du geradezu verpflichtet, etwas mit Kind und Kegel zu unternehmen. Da es gerade nicht warm genug fürs Schwimmbad ist, ist der Zoo die einzig wahre Alternative. Ansonsten kann man wirklich gar nichts unternehmen, wie der Mangel an Parkplätzen beweist. Wie der Zoologe weiß, fängt der frühe Wurm den Vogel - oder so ähnlich. Der Rucksack wird also schon am Vorabend gepackt, damit man zeitig zum ersten Programmpunkt am Parkplatz steht: Das Wettaufklappen der Buggys. In der Schlange an der Kasse bleibt genug Zeit, um die Konkurrenz zu begutachten - mit ihren Jack-Wolfskin- und Engelbert-Strauss-Outdoor-Softshell-Jacken, extra für Familienausflüge angeschafft. Da haben wir eindeutig Nachholbedarf.

Erstmal drinnen stellt man fest, dass der Buggy für die Katz ist. Kinder rennen quer durcheinander, kleben ihre Nasen an Aquarien- und Terrarienscheiben und es würde mich nicht wundern, wenn am Ende des Tages ein paar Kinder durchgetauscht…

Das Runde muss ins Eckige

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Bald ist es wieder soweit. Bald freut sich das Fußball-Phrasen-Schweinchen wieder, wenn die EM angepfiffen wird, ein Spiel 90 Minuten dauert und das Runde wieder ins Eckige muss. Genau das habe ich mir gedacht, als ich letztens mein Geschirr in die Spüle gepackt habe. Das Dekor wird mit jedem Spülgang blasser. Hätte ich mich doch für ganz weißes Porzellan entschieden!

Wenn sich der Lebenswandel wandelt

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Ich war gestern einkaufen. Als meine Waren über den Scanner gezogen wurden, sah ich mich plötzlich wieder selbst hinter der Kasse sitzen. Da hat man sich ja schon anhand des Einkaufs ein Bild über den Menschen vor einem zusammengebastelt. Welches Bild hätte mein Einkauf hervor gerufen? Ich habe spontan gelächelt, denn sonst hätte ich weinen müssen.

Ab auf die Wiesn

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Das Frühlingsfest hat die Wiesn-Saison eingeleitet. Ab ins Zelt, ran an die Mass und rauf auf die Bank! Wir feiern, als gäbe es kein Morgen mehr! Nur blöd, dass das gestern war. Denn heute sieht das ganz anders aus und ich weiß endlich, wer die Wiesn nachmittags bevölkert.
Es sind Eltern mit ihren Kindern. Eltern, die wahnsinnig froh über etwas Abwechslung im Alltag sind. Eltern, die immer auf der Jagd nach einem Bespaßungsprogramm für die Kinder sind. Denn das Tagesziel lautet: Mache dein Kind so müde, dass es abends einfach nur noch ins Bett fällt. Egal, wie.
Na gut, ganz egal ist es einem dann doch nicht. Ich machte mir schon Gedanken, ob Zwergnase mit den ganzen Eindrücken klar kommt. Die vielen Lichter, die laute Musik, das Heulen und Hupen der Fahrgeschäfte. Dazu die vielen Menschen. Wenn man sich vorstellt, dass so ein Kind ja von seiner Höhe aus nur eine Wand aus Wampen sieht... Ich würde mich da bedroht fühlen! Aber diese vielen neuen Eindrücke sind ja auch furchtbar spannen…

Die Entschleunigung des Alltags

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Unsere Welt wird immer hektischer. Durch das Internet sind und sollen wir jederzeit für Freunde, Verwandte, Kollegen und nicht zuletzt dem Chef erreichbar sein. Das Smartphone macht es möglich. Doch die ständige Präsenz verursacht Stress. Dementsprechend vielfältig sind auch die Angebote, seinen Alltag zu entschleunigen und Oasen der Ruhe für sich selbst zu finden. Yoga, Meditation und mentales Training ist in aller Munde. Dabei braucht es nur die Besinnung auf sich selbst und du kannst sogar den wöchentlichen Einkauf im Supermarkt als Zeit der Entspannung nutzen. Positiv dabei ist vor allem aber, dass du gleichzeitig das Tempo aus dem Alltag deiner Mitmenschen nimmst - ob sie nun wollen oder nicht. Und so funktioniert die Ruheoase Supermarkt...

Was Frauen wollen

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Warum sind Frauen so kompliziert? Und was wollen sie eigentlich? Frauen können sich dem Druck von Frauenzeitschriften nicht entziehen. Auch wenn sie sie gar nicht lesen. Aber sie werden immer und überall damit konfrontiert, wie sie zu sein haben.

Männerabend

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"Kann ich so gehen?"
Rita blieb der Mund offen stehen. Ihre haselnussbraunen Augen weiteten sich für den Bruchteil einer Sekunde. Ihr Mann sah umwerfend aus. Schlank und drahtig-muskulös, einen gestylten Kurzhaarschnitt, glatt rasiert. Die Ärmel seines schlichten schwarzen Hemdes hatte er leger bis zu den Ellbogen gekrempelt. Den Saum hatte er in lässig sitzende Jeans gesteckt. Seine blauen Augen glänzten vor Aufregung.

Ein Herz für Schokolade

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"Schokolade?"
"Gibt keine Schokolade."
"Gummibärle?"
"Gibt keine Gummibärle."
"Schokolade?"
"Gibt keine Schokolade."

Kurhotel des Grauens - Folge 2

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Ihnen schlägt der Mief von gefühlten tausend Jahren ins Gesicht. Die Luft ist abgestanden, daran ändern sämtliche Desinfektionsmittel der Welt nichts. Warum riecht es hier überhaupt nach Desinfektion? Was gibt es hier, das man mit Desinfektionsmittel bekämpfen müsste?

Feiertags-Fieber

Kinder werden krank. Das ist halt so. Da muss man als Eltern durch. Aber man hat dennoch Glück. Der Zeitpunkt, an dem das Kind erkrankt, lässt sich exakt hervorsagen, sodass man nicht zu einem unpassendem Zeitpunkt überrascht wird.
Es gibt genau zwei Situationen, in denen dein Kind mit Garantie krank wird. Dein Kind wird mit 100%-iger Sicherheit krank, wenn etwas Wichtiges ansteht. Ein runder Geburtstag oder eine Hochzeit oder Urlaub zum Beispiel. Anlässe eben, die sich auch nicht verschieben lassen. Anlässe, bei denen dir als Mama dann schnell mal unterstellt wird, dass du nicht los lassen könntest, weil du dich beim Babysitter regelmäßig erkundigst, wie es deinem Spross geht. Wenn du jedoch erwähnst, dass das Kind fiebert, musst du aufpassen, dass dir nicht unterstellt wird, dass du dich und deinen Zwerg in den Vordergrund spielen möchtest. Kinder sind schließlich krank. Das ist nichts Besonderes.
Aber gut, damit kann man ja leben. Schwieriger wird es beim zweiten Fall. Dein Kind w…

Kurhotel des Grauens - Folge 1

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Nichts ahnend macht sich die Familie auf dem Weg in die Kurklinik. Das Wetter ist durchwachsen. Man kann die Sonne hinter den grauen Wolken nur erahnen. Der kalte Ostwind lässt sie schon auf dem Weg zum Auto frösteln. Rasch zieht sie ihre Jacke enger um den Körper. Die Fahrt verläuft fröhlich. Aus dem Radio tönen Kinderlieder, die eifrig mitgesungen werden. Dass der Himmel sich immer mehr verdunkelt und bedrohlich über der Bergkette hängt, sehen sie nicht.

Gelernt ist eben gelernt

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Es gibt so einige Berufe, in denen könnte ich nicht arbeiten. Es liegt in der Regel nicht an dem notwendigen Know-how, das kann man sich aneignen. Vielmehr fehlt mir die innere Moral. Die grundsätzliche Arbeitshaltung. Wirklich abwegig wäre für mich die Arbeit im Krankenhaus. Sowohl als Arzt oder Krankenschwester wäre ich völlig ungeeignet, weil man mir nur mit Worten ausmalen braucht, wie das Blut spritzt, damit ich in Ohnmacht falle.

Mama auf der Piste

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Irgendwann kommt der Punkt, an dem du Schnauze voll hast von Rotznasen, von Windeln und von Essensresten an den unmöglichsten Stellen. Dann willst du dich jung fühlen und planst einen Disco-Besuch. Deine Ex-Lieblingsdisco startet das Event "Zeitreise" mit dem Auftritt eines DJs, den du vor 15 Jahren das erste Mal live erlebt hast. Das kann einfach kein Zufall sein!

Mein Leben als Spaßbremse

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Du wünscht dir ein Kind. Du willst es anhimmeln, verwöhnen. Du willst für das Kind der wichtigste Mensch im Leben sein. Sieht man von der Babykotze, den Stinkewindeln und den durchwachten Nächten einmal ab, ist es auch genauso. Fasziniert verfolgst du die Entwicklung deines Sprosses. Das erste Lächeln, die ersten Schritte, die ersten Worte. Du würdest wirklich alles für dein Kind tun.

Wie man Hausfrauen heiß macht

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Nun bin ich also in diesem Alter angekommen. Statt Partynächte gibt es nun "Vorführungen" am Nachmittag oder frühen Abend. Angepriesen wird alles, was das Hausfrauenherz begehrt. Hausfrauenherz? Jawohl. Gleichberechtigung hin oder her, Emanzipation ade. Mit dem Besuch solcher Veranstaltungen gibst du zu, genau das zu sein - eine Hausfrau.


Gleich, was dir verkauft werden will, immer wird dir erst einmal dein armseliges Darben vor Augengeführt. Wie du dich mit minderwertigen Töpfen quälst, die dich Strom verschwenden lassen oder du dich überhaupt mit Töpfen herumschlägst, wo es doch ein Gerät für alles gibt, wie schlecht die Putzmittel aus dem Laden sind, die du dir aber mit dem High-Tec-Staubsauger sowieso sparen könntest und wenn du dich mal schick machst, bekommst du Ausschlag vom billigen Modeschmuck. Macht aber nix, denn mit den richtigen Kerzen wird dieser ohnehin weggeleuchtet. Der Trumpf jeden Verkäufers ist aber deine Gesundheit. Da werden Krankheiten aus dem Hut gez…

Valentinstag

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Christian legte Jacke und Schuhe ab und ging ins Wohnzimmer. Schweigend beobachtete er Sybille, wie sie am Boden saß und mit ihren beiden Töchtern spielte. Das Haar, das einst seidig geglänzt hatte und immer sorgfältig frisiert gewesen war, hing ihr strähnig auf die Schultern. Diese wiederum steckten in einer rosafarbenen Nicki-Jacke, passend zu den Schweinchen-Jogginghosen.

Kinderfasching - Nur der Stärkste überlebt

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Zugegeben, ich bin eher ein Faschingsmuffel. Wenn ich die Anweisung "Aber im Kostüm!" höre, macht sich eine innere Abwehrhaltung in mir breit. Aber als Mutter muss man eben auch über seinen Schatten springen und eigene Vorlieben hinten anstellen. Man will ja seinem Kind nichts vorenthalten, was irgendwie zur Kultur gehören könnte. Also wird ein Bärenkostüm für das Alter von 3-5 Jahren gekauft, das Zwergnase, 2 Jahre, gerade so passt. Mama wird zum Marienkäfer.